692
De6 Adeltchen Land-und Feld-Lebens
c^?. xcl.
Gegen Orient: Schaafgarbe/ Sonnenthau
und Tescheltraut.
^tynum. Stendekwury / Rnabmrvmy / sehr^ vi'elerley Gattungen und Geschlechte/soll einewin-dige Feuchtigkeitbey sich haben/ und daher die Na-tur ermuntern und starcken / -wird auf mancherleyWeiß gebraucht; etliche trincken sie im jiarcken Wein/oder Malvasier/ etliche brauchen sie in die Speise/ wirdauch in den Apothecken eine Latwerge davon bereitet;etliche geben die ^unde Harte Wurtzen mit Geiß-Milchzu trincken.
Die Wurtzen zerflossen und übergelegt / reiniget alleböse faule Geschwür und heilet sie/ zertheilet die hitzigeGeschwulsten / heilet den Brand/ stillet das B!ut; dasPulver von der Wurtzen im Wein eingenommen/ ver-treibt das viertägige Fieber / ante ?aroxylmum ge-braucht; es sollauch diß Pulver gut seyn den unsinni-gen Menschen.
Die Wurtzen'geflossen und übergelegt/Oll gut seynwider die Podagramischen Schmertzen; der Safft mitHonig vermischt und angestrichen / heilet die Augen-Schmertzen geschwind/und trocknet die darein fallendeFlüsse: der Safft soll wider die Frayß eine köstlicheArtzney seyn; das Wasser von diesem Kraut stärckt denMagen/vertreibt die Gelbsucht/ und machet harnen/zweymal des Tages / allzeit auf drey Loth / getruncken;sich damit gegurgelt/heilet die Mundfaule.
Sckaafgarbe / kiilleloiium. wächst lieber im fet-ten als dürren / lieber im feuchten als trockenem Erd-reich/istgut für die rothe Ruhr/und stellet allerley zuviel gehende Blutflüsse; das Pulver von dem gedöruenKraut ist gut wider die alte Husten; der ausgepreßteSafft wird wider dasBlut-^peyenundBlut-Brechenmit Nutzen getruncken; das Pulver davon zwey Loth/mit emem Quintlein öolarmcni. in Kühe-Milch / dreyTage nacheinander getruncken / ist den Blurharnendensehr bequem: das Kraut mit Wasser oder Essig undSaltz gestossen und getruncken/bekommt denen wohl/sohoch herab gefallen sind/zertreibt das verstoctte Ge-blüt ; das Kraut frisch oder dür: übergelegt / machet dieWunden/ daß sie sich nicht entzünden; die grüne Blä-ter/ wie auch die Wurtzen im Munde gekauet / linderndie Zahn-Schmertzen.
dc»issus cle?-tic csp. 54, sv!. lIZ 2. hält die Schaf-garben für ein sonderliches ärcsnum inLunlaxions-Zeiten / und bezeuget / daß ihrer vjel / sonderlich dieTodtengräber (nechst Göttlicher Hülff) mit diesemKraut viel grosse und erschreckliche Sterben habenüberstanden/und sind alle / die es gebraucht haben / un-verletzt geblieben : Man soll (schreibt er weiter) neh-men fünff Blumen .viiltsloiu, des Morgens im Bierkochen/und/ tempore pcttis, niemanden aus demHaufe gehen lassen / er nehme dann zuvor desselbenBiers drey Löffel voll ein/ darnach so rauchet nut den-selben Blumen im Hause / das reiniget die Lufft/ dieBlumen aber sollen im schatten gedörret seyn; daaber jemand von der Pest befallen wäre / der nehmeeine gute Hand voll der Blumen/ siede sie im Bier/
und trincke davon/ so schlägt ihm die Pefl/ oder dasGisst aus / entweder unter den Armen / oder an andernOrten / daraufschlage manalsobald einenSauertaig/so zieht es das Gifft aus/darnach kan man täglich ei-nenTrunck von denSchafgarbe Bier thun.Wermehrnützliche Dinge wissen will/ der besehe Lolcrum wei-ter am jetzt-aiiczilten Ort/sonderlich von dem Schaaf-garben-Essig / der wird also gemacht: Schaafgarben-Blumen abgestreifft / in ein Glas gethan / starckenWein-Essig darauf gegossen / und neun Tag daraufstehen lassen/darnach diesen Wein-Essig in ein Glasaufandere frische Blumen gegossen/und wieder etlicheTage daraufstehen lassen / mit diesem Essig mag manein Schwämmlein befeuchten / und in ein aus Krana-weth^Holtz gedräheten Bisem-Knopffthun/ und dar-an riechen / ist ein herzliches prsservsUv, das Gehirnvor Gifft zu verwahren. Diß Kräutlein ist auch gutfür alle Fieber.
Das Wasser/ sonderlich wann das KrautmitWeingebaitzt wird / und Morgens und Abends eingetrun-cken/auch sein taglich Tranck damit vermischet wird/heilet alle innerliche Versehrung/ vertreibet den Kin-dern die Spuhlwürm / erwärmet den kalten Magen/macht eine gute Jarb / und heilet alle Wunden.
^orelt.a. ,
tttt
Sonnenthau / kos 8oi!s, Kolella , wächset gern ansandichten und feuchten Orten/ ist einer sehr hitzigen undtrockenen Natur/ zwischen dem dritten und vierdtenGrad / ist derhalben inwendig in dem Leib nicht leichtzu brauchen /mK irren diejenigen/nach Ooclon-i, i'--KcrnTMllntäni und Ourantis Meynung /sehr/ welchedas davon distlllirte Wasser zur Schwind-und Lun-gensucht verordnen. /ob. kcr6inim6 ttcrtoci aberin IVIorsvise 5ol. 127. schreibt dieses
vom Sonnenlhau oder kore Solls: Diß Krautlein
hat