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Th. 1 (1716)
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De6 Adelichen Land- und Zeld>Lebenö

i^xxxix.

Gegen Orient: Geschwlilstkraut/Hiinmelbrand/Katzenschweiss

Eschwulstkrave / oder wvttdkrsttt/ ?e-

Icpkium, kal^iris, oder wegen seiner dickenfetten Blätter / Osluiamsjor, Frantzösisch/oubsrcts cjcs Viznes, weil es gern in den Weinbergenwächset; hat etliche unterschiedene Geschlecht / liebenaber alle feuchtenGrund/und wiewol sie klaneWurtzen,haben/ bekleiden sie doch leichtlich/ wann »nan nur eindavon abgebrochenes Aestlein in einen ihm beliebigenGrund einlegt/ ist einer temperirten Natur/ stillet dasBluten/ heilet die Wunden/und alle Brüche; zu einemPflaster gemacht und übergelegt/ vertreibt es viriu-k«--n.Zittrach unddieheßliche Gestalt der Haut / wievurantss schreibet/in sechs Stunden; wann man/nach dem Gebrauch dieses Pflasters/ die Ort mit derSalben von Gersten-Mehl bestreicht/und beschmieret/oder an der Sonnen mit Essig reibt/ heilen auch die Fi-stulen/ lindert und legt die Geschwulsten; im Weinoder Wasser gesotten und getruncken/ dienet es zu deninnerlichen Versehrungen.

Das ausgebrannte Wasser davon getruncken / etli-che Tagnach einander / und die zerknirschte Blätteräusserlich aussgelegt/vertreibt und heiletes die Brüche;der Sasst vom Kraut mit Gersten-Mchl vermischet/und wie ein Sälblein gemacht/ undangestriHen/ lin-dert (wie l'abcrnsmontanus schreibet) die Schmer-zendes Brands/ sonderlich dessen/ der vom Schwefeloder Büchsen-Pulver herkommt.

I'cicpkium^ralluia oder Geschwulstkraut/ soll( wie kiarinus Schmuck/ Z.cterclUe NcnricnSeyfri^d in ^ectukis lViirsbil!um>1stUsT üb. z. toi.

717. «ec. schreibet) diese Eigenschasst an sich haben :

Wann jemand auSeinem Hause/der einErb desselbigenist/ es sey Vatter/ Mutter/ Sohn oder Tochter/auf ei-ner Reise begriffen / und über bestimmte Zeit ausbleibt/man auch keine Nachricht ihremhalben haben kan/obsie lebendig oder todt sey / so bricht man eü Intention«einen Stengel von diesem Kraut/und steckt ihn an ei-«, en Ort unttr des Hauses Dach/ lebt er / so fanget derStengel an einer Hand lang fortzuwachsen / bkibetauch eine Zeitlang grün/und gewinnet/von oben ausneue Blatlein/ die untersten aber beginnen allmählichzu welcken; ist er aber todt/ so welcket und dorret dasKraut gleich. VÄcturluperttitiolum else.

O. T'koms» kartkolinuz in ^Ais ttstniens. Vo-lum. i.Oblervst. sl^.cx O.Öeczrz.^olffg.V^eciclic»,meldet/ daß die frische Wurtzen dieses Krauts / einemMenschen/ derdie goldene Ader hat / zwischen beedenSchultern gehangm wird / diesoviel Knotten habe /als der Patient Geschwar>!eidet/daß es ohn allenAber-glauben und weitere Umstände/ heile/ wo der Schadenanders nicht schonfistulirtist/ und sagt/ erhabe-wun-derliche/und nie vergebliche Würckungen davvn oss-termals gesehen; halte dafür/ eswerdedie erste Species'selcpkii seyn bey^sbcrnzeMontsno.-mitweissen ge-stirnten Blümlein.

^'Meibrnnd/Vcrbzlcrim. I' apsus barbatus.Woll-

kraut/ Frantzösisch LouMon Klane, hat gern steinich-

ten und sandigten Grund; das vscoSum von demGrund-Gewachse dienet zu allen Husten/ Krampss,Zahn-Schmertzen und Gisst.

? öoroüu, (.cnt. l. OKlcrv.-7. schreibet/daß/alsein Bauer am Halm-klauben von einer Schlangen andem Magen fty verwundet worden / hat« er sich mitzerstoßenen Blättern von den WHlkraut in kurtzer Zeitwieder geheilet.

Himmelbrand-Wurtzen im Augusts / von einemsolchen Kraut/ das noch keinen Stengel hat/ aufgesetzt/ausgegraben und am Hals getragen/ soll wider denSchlag und Hpoplexia ein gutes ?l selervsti v styn.

Die zerstossene Wurtzen mit Wein qetruncken/ stel-let den Bauchfiuß ; der Sasst von der Blühe und demKraut aufdie Wärtzen gelegt/ vertreibet sie/ sonderlichwanns im abnehmenden Monden geschiehet; dasKraut im Wasser gesotten und übergelegt/heilet dieGeschwulsten.

Das Wasser von der Blühe säubert das pfinnigeund unsaubere Angesicht/ hilsst wider die aufsteigendeLunge/löschet allen Brand/ ein Tröpsslem in die Augengethan/ stillet das Messen und Brennen dn Augen /leget das Grimmen/getruncken auf z.Loth/ Tag undNacht dreymal; der aus dem Kraut gepresste Saßtin v ino tenuv k oäoro eingenommen / ist nicht alleinein k>rselcrvstiv vor die Pest/sondern er erledigtauchdavon/ wie ttoücriuz cic l>ettc p. 76. schreibtt.

Die Wurtzel wird wider die ^usnansm ge-braucht / wann man aus der Wurtzen/ ehe sienoch Stengel hat/ den Sasstauspresst/ eines hal-ben Loth schwer / gleich im Anfang des ^roxpsmi,in Malvasier einnimmt/ und solches zum drittenmalwiederholt.

Die Hände/schreibt c^isr Ourantes, so mit demSasst dieses Krauts bestrichen und ins Wassergehal-ten werden/ ziehen alle Fische zu sich.

Das Wasser aus dem gantzen Gewächs / in demes in der Blühe ist/ distillirt/ Morgens und Abends auf6. Loth getruncken/ wird zudem hitzigenPodagraallenandern Mitteln vorgezogen ; wer mehr haben will/be-sehe die Kräuter - Bücher / ist leicht an dürre trockeneOrt von dem Saamen zu pflantzen.

Rayenschn?eiff/S^haffehen/ Uquilctum, wächstgern an feuchten Orten / auch unter dem Getrayd; duSasst davon des Tages zwey-oder dreymal einen Löf-fel voll getruncken / stillet alle Flüsse / wie auch dasBlutspeyen und Blut harnen/ mit Wein gebrauch/dient es wider die rothe Ruhr / Darmwche/ einge-wurtzte Husten und Keuchen; die Blätter mit Wassergetruncken/ heilen die Wunden der Gedärmund Bla-sen/ und auch die Darmbrüche zu.

Der ausgepresste Sasst in die Nas-Locher gethan/Met das Bluten / welches auch das davon distillirteWaster thun die Blätter geflossen und zu einem Pfla-ster gemacht/heilen die frischen Wunden in wenig Ta-gen zu / und stillen die Verblutung zugleich; die rauh-

^ lichten