Funffteö Buch/ Kuchen - und Artzney - Garten. 689
dicke weiße Wurtzen / daraus vier oder fünff rundeSasst-reiche Stenge/zeiner Elen hoch/rings herum mitlänglichten Blättern/ so vornen stumpft/ an dem Stieletwas breiter/einer grünen schierHimmel-blauen Färb/hinundherweiß-fleckicht/ und ein wenig häricht sind/haken langlichte gelbe Blümlein/bisweilen auch aussen-her etwasPurpur-farbiL/wird von den Bienen sehrge-
liebt; ausdie Blumen folgt in besondern Kelchlcineinschwartzer Saame / w»e an den wilden Ochsenzungen/wachst gern in feuchten und fettem Erdreich; die Blat-ter haben einen Geschmack wie ein neues Wachs; vu -rante8 schreibet / es sey von Natur den» Borrag»gleich / habe/ auch mit demselben einerley Wlrckungund Krafft.
^XXXVIll.
Gegen Orient: L!-mne, ^cum - Fmuendistel/
Frauenhaar.
sich
Aus
, l-stine ift ein Kraut / das gern in den gebautenI-t Feldern und unter denHabem zu wachsen pflegt/^-^hat Blätter wie die kleinen Winden/ doch klei-ner und rundlichter etwas haaricht/ hat subtile Aestleineiner Spannen lang/ und derselben sünffoder sechs/al-lenchalben voller Blatter / an den Aestlein hat es kleinePurpur-farbe Blätter/ mit ein wenig gelb vermenget /nach welchen kleine runde Hülßlein folgen/ in welchender Saame ist; ist kalter und trockner Natur/u. zeucht/vermög feines herben Geschmacks/ ein wenig zusamen.Herr cie 8erres schreibt / daß die Schnitter / wannh einer ohngefehr mit der Sichel schneidet/ sich mit
uflegung dieses Krauls heilen / also sey sie zu den ge-hauenen oder geschnittenen Wunden von sonderbarerWirckung; das davon distillirte Wasser ist gut für dieKretzen/ Zittracht und Flechten/ heilet die Krebssüchti-gen Brüst der Weiber / wehret dem Bauchsiuß unddem Brechen/ vertreibt die Wassersucht/und das drey-uud viertägige Fieber/ stillet alle Blutflüsse; der Wein/darinn dis Kraut gesotten/ heilet die Mund-Geschwär/und wollen etliche er habe alleTugenden und Wirckun-gen des Ehrenpreises.
k^oenum Qrsecum bedarff/ weil es wol bekannt/ undin den meistenGärten/ja gar in dieFelder gebauet wird/keiner fernern Beschreibung / wird im Frühling in fet-tes Erdreich angebauet/ meistentheilsdarum/daß manden Saamen in Essig oder Wein aufschwellet/ und de-nen Kehlsüchtigen und hustenden Pferden / so viel mandavon mit drey Fingern fassen kan/ unter das Futtervermischt; wiewol es auch sonst zu vielen andern Sa-chen nützlich ist; ist auch hitzig im andern < und trockenim ersten Grad/reiniget/ vertheilt/verdauet und er-weichet.
Der Saame mit HZnig-Wafler getruncken/ erwei-chet die innersten Apostemen / machet subtil und düvn /hilsst/ mit ein wenig Wasser genommen/ allen bösenFeuchtigkeiten des Gedärms hinweg/ tilget aus allenSchmertzendkr innerlichen Glieder/und heilet die Ge-schwüren der Brust; das Mehl vom Saamen mit Es-sig und Salitervermischt/ macht das übergrosse Miltzklein; der Schleim vom saamen befördert den Aus-wurff / dienet zur engen Brust/ Lungensucht/ Hertzzit-
tern /Miltz/ Grimmen und Nieren - Apostemen/ zumGrieß und Stein/ auch vielen andern Dingen/ davondie Kräuter-Bücher zu lesen.
Lrauettdlsiel / Or^uus k, Uzris, 8v?nz zlbsdkarcwn nokrc l)zmc , wird in allen Garten mitleiß geziegelt/ will eine gute und fette Erden / wird IMrühling gefaet / feine iXcvZion dienet wider denahn-Schmertzen/das Magenwehe/dasBlutbrechen/; wider die Colica und den Bauchwehe / wider die Me-lancholie/die Frayß/ das geronnen Blut; das davongebrannte Wasser/ oder der gepulverte Saame/hilsstfür das Stechen / macht weit ums Hertz/ löschet denDurst/kühlet und eröffnet die Leberund das Miltz/trei-betSand/ Harn und Stein/ reiniget die Nieren undBlasen; die Wurtzen aufdie GefchwarodcrGefchwul-sten gelegt / macht sie zeitig; die gesottene Brühe vonder Wurtzen in dem Mund warmgehalten / benimmtdenZahn-Schmertzen.
Frauenhaar/ pol^trickon, Höianttium. OspillusVcnsris , Lbevcux cic Venus,das schwartze Wird ei-gentlich genannt Frauenhaar/ und dieses wird am mei-sten gebraucht ; das Weisse wird sonst Mauraten ge-nennet/ wächst an schatigten und sumssichten Orten /aufden Mauren oder an den Bronen / ist einer tempe-rirten Art / vertrocknet/ löset auf/ eröffnet und ver-dauet/zieht auch/ wann es dün worden/ emwenigzu-fammen/von dessen Gebrauch stehet paZ. 689.
Die Hirten gebrauchen die Maurauten zu allerleyKranckheiten des Viehes / weil es wieder den Gisst/das aufden Wiefen / das Vieh mit dem Graß frist /nützlich ist/ und das Geblüt reiniget/ wird absonderlichwann die Schweine sosehr erkrancken/mit Nutzengebrauchet/ ist offtermalsgut befunden worden.
Der Widertodt hat alle diese Tugenden / sonder-lich wider den Stein / wann man dasvecocium da-von dre» oder vier Wochen continuiret / treibet dieHarn-Winde.