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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
688
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Des Adellchcn Landend Fcld-Lcbcnö

weicht/ purgiren den Leib/ wie auch der Safft von derBlühe/und die Kern zu Pulver gemacht/davon sonder-lich in Herm cle Löirc» '^ksalre ä" ^oricutlurc vielzu finden.

Dasdistillirte Wasser aus der Wurtzen ist tresslichwider den Schmertzen des Podagra/ins Maul genom-men/ und den schmertzhafften Ort damit geschmiert /oder ein Tüchlein dareingeweicht/ und übergelegt/wie

kiorsvanti nc'Sccrcti ralionaii lib. 5. csp 9l.bezeu--

get;seineBlätterzuPulver gemacht/ heilen alleAyßund Geschwür/ und machen wieder Fleisch wachsen.

lciem ciclla Lkirurzia. Ilb 1. csp. 64.

Augenttost/ kupkral^a, Wirdgleich so wenig/ alsderAttich/ in die Bettlein der Gärten angebauet/weiles an allen dürren Orten/Aengern und Wiesen häussigwächset; und wo es auch nicht wäre/ möchte mansStöcklein-weise/oder durch denSaamen/ausdieWie-sen und Aenger fortpflantzen; es ist ein besonderbaresAugen-Kräutlein/weil es alle Hindernussen / so desGesichtes Schärffe Schaden bringen/ wegnimmt :

man macht die auffgedörtteBlühe/neben derBaldrian-

Wurtzel/ zu Pulver/ vermischts mit Zucker/und genies-set es zu Starckung der Augen / wird auch eben umdeswillen ein Wein davon gemacht/

BravMilen. ^runells, ipeciez cxconsoliciis,etli-che setzen neunerlei) Geschlecht/ in Oesterreich aber sindmeisientheilsnurzweyerley/ eine blühet früh im Jahr,mit lischt-blauen / die von etlichen Sassey genennetwird / und eine im Herbst mit Purvursarben Blüm,lein/ sind an der Eigenschafft der gülden Günsel gleich;das Wasser davon wird zu allen innern Leibs - Gebre-chen getruncken/ rreibt das geronnen Blut aus demMagen und an andern Orten des Leibes heraus / stilletdie hitzige rothe Geschwulsten/ reiniget die Brust/ be-wahrt für der Pestilentz/ befördert den Harn/vertreibtdie drey-und viertägigen Fieber; diß Wasser reinigetund heilet auch die Wunden/ kühlet derselben hitzigeGeschwulst/ dienet vor alle Gebrechen der Zungen unddes Halses / und der ^asst ausgepresst / heilet dieBräune/ daher es auch den Namen bekommen.

i^xxxvn.

Gegen Orient:Brennwurtz / c-räun tteiismi. Kentauer

UNd Lerintke.

Rennwllry / klamm ula )ov!s , hat einenröthlichten Stengel und weisie Blümlein /formirt wle an deMi tt/pcrco, blüht im äu-Zutto, ist warm und trocken im vierdten Grad /wird zu den Zengern gebraucht/weil es aufdie Haut ge,legt/ Blasen aufziehet/ sonderlich/wann die Blätter zer-flossen werden; wer ein hartes Geschwär hat/das mchtzeitigen will / der zerstoß dis Kraut mit Oel/ und legsPflasterweise über/so zeitigt es/und atzet das Geschwärauf; sonst soll dis Kraut nicht leichtlich inwendig ge-braucht werden : Diese Gewächse werden im Herbstvor dem Winter glatt bey der Erden abgeschnitten / soerhohlet sich die Wurtzen desto besser.

Larcluus ltcllstu», U?Md»stet/ ltalis Lalcitrapa,

KCsiiie ckzull-tfZjZL, wächst anderwärts an unge-bauetenOrten/aufdenWegen/auch in denSaaten/beyuns aber wird sie bisweilen in die Gärtengebaut/ vomSaamen oder von der Wurtzen im Herbst und Früh-ling ; hat raulichte Blätter / wie weisser Senff/ alleintieffer eingeschnitten/die Knöpfflein werden mit schars-fen Stacheln rund herum/wie ein Stern/bekleidet/blü-het Purpurfarb; der Saame wird geflossen im Weingetruncken/treibt den Stein mit Gewalt / daher es mitMassigung zu gebrauchen ; eben dieses verrichtet auchdie DccoÄion dieses Saamens/ und ohn alle Ungele-genheit; darum sich Herr l.o!?c!iu5 nicht unbillichver-wundert / warum dieses Gewächses von so wenigengedacht wird.

Lmeauer ist zweyerley Sorten/ groß und klein/ dasgrosse wird auch von etlichen kkaponlicum genennet/! hat Blatter wie der Nußbaum/und die Knöpffe blühenj blau/ die Wurtzen ist dick/ schwer/dreyer Schuh lang/voller Sasst/ einer röthlichten Farbe/ und eines zusam-menziehenden süflen und scharffen Geschmacks/ willeinen guten feisten Grund/ zeucht an sich/ lindert/ er-öffnet/stärcket / heilet; die Wurtzen bleibt zwölffJahr

in ihrer Krafft; der ausgepresste Safft davon dienetwider alles Gisst der bösen Thier/ welches auch thutdie gepulverte Wurtzen / einQuintel davon im Weingetruncken / hellet die Schwind-und Lungensucht:diß Pulver auf die bösen Geschwär gestreuet/ heiletsie zu.

Ourante, schreibt:Diese Wurtzen gestossen/und mitetlichen Stücklein Fleisches in einem Topffgesotten/mache sie alle wieder zusammen wachsen/daß einStuc?aus allen werde; die Wurtzen in rothen sauren Weinoder in Wegrich-oder Tormentill-Wasser gesotten/und davon getruncken/ stopsse den Bauchfluß und rotheRuhr.

Das kleine Centauer oder Tausendgülden-Kraut/meistens mit holdseelig-leibfarben Blümlein / wächsetüberall in unserm Land/ hat bisweilen auch geele undweisse Blümlein / hat eine sonderliche Eigenschafft /die verstopffte Leber zu eröffnen ; daher von etlichenim Herbst mit Wermuth und Centauer ein herzlichergesunder Wein gemacht wird / der zu vielen innerli-chen Gebrechen dienet / und sonderlich den Magenstärcket.

Der Sasst dieses Krauts mit Honig vermischt/ undausserhalb gebraucht/ ist den Augen gesund/ und nimmtderselben Nebel hinweg ; unten am Leibe mit Wolleaufgelegt/hilfft er neben der monathlichenBlumen/auchder Geburt und Büttel heraus; auf den Nabel gestrichen/ tödtet er die Würm/reiniget die altenGeschwar;grün geflossen und übergelegt / heilet er die frischenWunden; die davon gesottene Brühe/ die Haut damitgewaschen/ nimmt alle Flecken hinweg;der Wein hilfftder Gedächtnus/ d ienet wider die fallende Sucht/ denSchlag/das Blut-Speyen/ wider die Gelbsucht unddas verflopsste Miltz / auch wider die »<-6iics.

cerinlke behält seinen Namen fast in allen Spra-chen/ ist nicht allenthalben bekannt/hat eine lange grosse

dicke