686
Des Adelichen Land - und Feld - Lebens
Nun bekennet zwar Her? cis Scrrcs im folgenden 25.Lap. selbst/diß Werck gehöre nur für grosse Herren/diedie nothwendigen Verlagen zu diesem ertragen mögen;nichtsdestoweniger aber / vermeynter/ könne mandißetwas mäsiigen und mucicriren/ und sich nach feinemEinkommen auch dißfalls richten / und zu einemModell(schreibt er) möge dienen der Artzncy-Garttn/ den aufBefehl des Königs / Her: Kicker cie vcie vsi, König-licher Leib-I^cäicus, und prvsessor der Anatom,»Änd Her Kräuter / zu öionxpclicr in Franckreich,
aufgerichtet hat/ den-er mit mittelmäßigen Unkosten ineinen fo guten Stand gefetzt / auch das am Lilu unter-schiedene Ort fo wol ausgetheilet hat / daß es von allen/fo wol innlandischen als ftemden Krälittrn und Ge-wachsen/ mit solchem Überfluß versehen ist / daß seinevernünfftige LuriMat und sonderbarer Fkiß/wegendeß nicht geringen Nutzens/der daher dem allgemeinenWesen zum besten entspringet / ein hohes und unsterb-liches Lob wohl verdienet hat.
I.XXXIV.
Wie ein Artzney-Garten mit wenigem Unkosten anzurichten.
Ch zweiftle nicht / wo das Vermögen mit demWillen übereinstimmet / und es der Litus undOrts Beschaffenheit leidet/ daß des Hern; 6c8errcs svwol runder als viereckichter erst beschriebenerLlrtzney-Garten/ nicht allein grossen Nutzen / sondernauch nicht geringe Zierlichkeit und schönes Aussehen ei-nem Land-Gutgebensolte; weil aber das Wasser hartso hoch hinauf zu bringen / oder fo tieffzu schöpften be-schwerlich/ oder da es gleich / vermittels derWasser-Pumpen/zu wegen gebracht seyn könnte/ würde es dochzum Gebrauch zu kalt / und daher undienlich kommen;bedunckt mich also / es hatte wenig zu bedeuten / wannman den Artzney-Garten gleich gantz eben / oder dochdas dritte Theil davon also gelind anhängicht machenwürde / daß der Theil von Mitternacht her etwas tief-fer/ und die Erhöhung ihm gleichsam einen Schattenmachte/oder wenigst derNorder-Theil mit einemSpa--lier von den übrigen Theilen abgesondert / und damitdie Mittags-Sonne davon nicht abgeschnitten / odernur mit einem Damm vermittelt ivürde / daß man aufder Nord-Seiten dahin gehörige Kräuter / Südwärtsaber die Erhöhung-mit Erdbeeren/und andern mitta-gichten Krautern lind Gewachsen besetzen könnte.
Oder wann man den Platz gleich vtereckicht in vierTheil (wie sonst im Kucken - Garten) abtheilen wolte/müssten die Bettlcm also geordnet seyn / daß sie jedes
Theils allzeit nach der Länge gegen ihrem ciimz gerich-tet/die ihnen bedürfftigen inüuc„?en desto besser undungehinderter empfangen / dann wo die Bettlem nachder O.ueer zu ihrem < iim-i sich kehren solten/ könntenur das äusserste des guten Afpects geniessen / und wür-de solchen den übrigen allen benehmen; dahingegen/wann sie alle zugleich nach der Länge sich hinstrecken/ ei-nes fowol als das andere/ der ihnen angenehmen !nt!u-erkund Sonnenschein/ mehr oder weniger/ wie es ih-nen qut ist/geniessen könnten.
Vor allen Dingen müste oder solte es hart dabey ei-ne Bronnen-Quelle oder Bächlein haben/ daß es ent-weder mit Güssen nichtschadete/ oder ihm solches ver-wehret werden könnte / oder doch ein Teich nächst an-stehen / dabey man die Wasser-Kräuter bewirthen/und die übrigen zur Nothdurfft besprühen könnte;woll-te man in dieses Platzes Mitten einen viereckichten oderrunden Hügel aufwcrffen lassen / und den Gibelmit ei,nem VitX zLerchendaum / 1'sxo oder andermfremden Baum/ der den Winter erdulten könnte/be-krönen/ würde das Aussehen desto prächtiger seyn / undkönnte man an dem Berg/ der xraäalim oder Staffel-weise abgetheilet wäre / die Kräuter und Gewächse ge-reimt/ lccunciüm pIzZag Sc obmtuz coeli beypfiantzen/und also ohne grossen Unkosten einen feinen Artzney-Garten haben.
i.xxxv.
Die Gewächse im Kräuter-Garten auszutheilen.
Leichwie es ungereimt und schändlich wäre/wann man die Kräuter / so den SonnenscheinverlaNgen/mben Schatten/nnd die kalten undSchatten - liebende Gewächse an die heisse Sonnenstellen wollte/ sowenig taugt es auch / wann die nassen ^oder trockenen Krauter an ihre widerwärtige Plätzeverrückt / und also an ihrem Gcdeyen und Aufnehmenverhindert / und zu ihrem Verderben und des GärtnersSchand und Unwissenheit befördert werden: Dem-nach wollen wir die Artzney-Krauter also nach dem Al-phabet eintheilen / damit jedes feinen gebührendenStand nnd tauglichen Aspect haben und empfinden/und also desto besser gerathen möge.
Erstlich sollen gegen Morgen und Aufgang derSonnen gesetzl werden ^mmi. so von etlichen Herren-Kümmel genenner wird/ Attich / Augentrost/ Braunel-
len / Brennwurtz oder?7smmulg/ovis, (7ar6uu8 2el-lalus, Centauer/ groß und klein / ccnntke, Llatine,foenum xrscum, Frauendistel / Frauenhaar / Ge-schwulst-Kraut oder 1 Kciepnium, Himmelbrand/Ka-
tzenschweiff oder Tquilctum>I.unari,jVj<:IlIotus,Ucr-curisiis beederkey Geschlechte / Röhrlkraut/ Sanickel/8at'/rium, Schaafgarbe / Sonnenthau/ Tefchelkraut/1'KsiiKrum, Wegricht/ groß und klein / Wegtritt oder
?oI^Zonum.
Gegen Mittage sollen stehen: Alant/ Andron/ ko.trys oder Taubenkraut/ Cordobenedict/ Eberwurtz/Ehrenpreiß beederley Art/ Eysenkraut / filipenclulz,
das ist/rother Stembrech/Gamanderle /Lnapkzimm.
Vas ist/ Ruhrkraut/ Grindwurtz/ Güldengünfel/Hertz-gespann oder Hshlwurtz/ runde und lange/
Hu ndszungen/ St. Johannskra ut/ iva ^rtkritica,
Küm-