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Fünffteö Buch/ Kuch e n - und Artzney-Garten.
i.xxx.
Von den Band-Weiden.
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AWUJtwol diese ungereimt schemmin den GartenNlUiö zubringen / weil sie an vielen Orten in feuch-ten Feldern und Wiesen von sich selbst wach-sen / und von dannen leichtlich zum Garten-Brauchkönnen geholet und gebraucht werden; so lst es doch dieWarheit/ daß zwar die Weiden fast allenthalben zufinden/ die rechten zehen/gefchwancten und subtilenBand-Weiden aber nicht aller Orten zu bekommen/daher/ weil sie in den Gärten / -die Geländer / Spa-lier/ Spatzier>Gange und Lust - Hauser zu binden sehrnöthig / soll man sich befieissen / solche auf seinenGründen/ etwan an den Bächen und Enden der Wie-sen/ zusetzen.
Von den gemeinen Weiden soll hernach im eilfftenBuch gedacht werden / hier meiden wir allein von derkleinen zähen Art/ deren geschwancke kleine Rüthlein/so nicht allem zum Gartenwerck/ sondern auch zu den
I Weinreben Hefften undReiff- Abbinden taugen und.! dienen; sind meistens liecht-gelber/ aber auch anderer?Farben/wachsen gern an Wassern / Seen oder Grä! ben/ wachsen nicht so gern von den eingesteckten Zwei-,! gen/wie die grossen ; daher sich zu bemühen / daß ma»jsie samt ihren Wurtzen bekomme.
Wann man z. oder 4. solcher Strauchlein hat/neh-men sie in wenig Jahren/dafern ihnen der Grund beskommlich ist/ starckzu/und breiten sich je mehr je weiteraus; daher muß man die ersten Sträuchiein wenigstvier oder fünff Schuhe weit von einander einlegen/undvorhero etwas stutzen/und solcheskan amfüglichstenimAnfang des Frühlings geschehen.
Die Vermehrung wird desto geschwinder / wannman sie ein paar Jahr nacheinander im ersten Lentzen/im wachsenden Monden/glatt bey der Erden abschmißder/ so beginnen sie desto besser zuzusetzen.
^xxxl.
Vom Artzney-Garten.
Nterdm nothwendigsten und unentbehrlichenStucken/die zurHaushaltung gehören/scheinetder Artzney-Garten / nicht der wenigste / son-dern eines von den vornehmsten zu seyn / weilen/ woBrod / Fleisch und Wasser vorhanden / man des Ku-chen-undWein-Garten wol entrathenkan/ die Blu»men aber eine blosie Augen - und Nasen-Belustigung/mitden schonen Farben und edlen Geruch verursachen/da doch/ so wol das Gesicht/ als das Gehör/ auch ohnedieses/ mit künstlichen schönen Gemählden und kostba-ren Rauchwerck mögen befriedigt und vergnüget wer,den: Hingegen / wann die Gefundheit in Gefahr oderSchiffbruch stehet/ ein einiges darzu taugliches undheilfamesKräutlein zeitlich gebraucht/ mit keinem Geldgenugsam zu bezahlen ist.
Und ob es wol wahr / daß viel Kräuter/ die manim Artzney-Garten auffziehet und ernehrt/ in denWiesen/ Feldern/ Auen und Gebürgen wachsen / da-her sie / und vielleicht in loco luo nstivo, viel gedey-licher zu suchen; so ist doch gleichwol auch wahr / daßviel Krauter nicht überall von sich selbst wachsen / offtin der höchsten Noth am schweresten zu finden / oderda sie weit hergebracht sind / verrauchen / und alsokrasstloser werden; daher ein solcher Garten/ wie kleiner auch sey/ wann er nur mit den Krautern erfüllt ist/die daselbst nicht zubekommen/ eine treffliche nutzbareSache ist.
Die wolriechende Krauter und Gewächs / alsSalvey/ Rauten/Melissen/ und andere/ will ich in dassechste Buch zu den Blumen-Gartenspahren/weil siezu den Kräutern und Büschen/ mit ihrer annehmlichenGrüne und edlen Geruch/ nichtunbillich gehören/auchin den Blumen-Garten so wol als auch in denKuchen-
I. TheU.
Garten/zu Bordirnng der Bette und Garten-Stücke,nach Belieben mögengenomen u. Untermischtwerden.
Der Jnbegriffdieses Gartens istso allgemein/understrecket sich also weit / daß es eine lautere Unmöglich-keit scheinet/ alles und jedes/was hinein gehöret/zu be,schreiben/ oder einen genügsamen grossen Platz auszu-zeichnen / worein alles und jedes/ was zur Artzney die-!net/ einzubringen wäre: Also mag ein jeder Haus-Vatter sich selbst reZuliren/ nachdem sem Grund undBoden/oder die Beschaffenheit seiner Nothdurfft es er-fordert und haben will;wahr ist es/ daß bey allen wol-bestellten Republiquen und Fürstenthümern derglei-chen zu finden seyn solle/ wie uns in Italien/ zuPadua/Genua/Pisa/Florentz/ und in unserm Teutschland die!vornehme u. weitberühmte Stadt Nürnberg/ in ihrem lAltdorffischen Garten / ein gutes und löbliches Exem-pelgeben/ welcher »ortus kieckcus darum desto be-rühmter ist/ weil er unterderObsicht des hochberühm-iten ^eclici.Herm O. kisuriltt Hofmanns/dieser Zeitsgehalten wird. ^
Und ob zwar ein privat Haus-Vatter sich in solch«hoheUnkosten nicht einlassen soll/so kan er doch pro moHcluio lu» ksmiiiX einen Raum an seinen Kuchen-Garten darzu auslesen / dahin er die nützlichsten und noch -wendigsten anderwärts wachsenden Krauter und G e-wächse zu seines Hauses Nothdurfft versetzen und pflan,tzen kan / davon die fleissige Haus-Mutter allerleyWasser ausbrennen/ Salben/ und andere dienlicheSachen prsep^riren/ imVorrach halten und in derZeit der Noth / ihr und der Ihrigen zum Trost/ in sä-hen einfallenden Zustanden/ hernehmen/und auch ein.beruffener solche zu seinem Vorhaben an deqHand haben und gebrauchen kan.
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