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De6 Adelichen Land-und Feld Lebens
ör^onis ni^ra, Vitis niZr«, oderfchwartze Zaun-Reben hat gantz andere Blätter / a!6 die weisse/sie sind/fast wie der Epheu-oder Holwurtz-Blätter/ allein daßsie schmäler sind; die Frucht wird/ wann sie zeitig ist/schwartz/wächst auch träublicht beyemander/die Wur-tzen ist groß / auswendig schwach / inwendig aber gelbgefärbt wie ein Buchsbaum-Holtz.
Es ist noch eine andere Gattung/ deren l.-onkar-ciu» ^uckliusgedencket/ allein kriegt diese weisse wol-riechende Blümlein/-und wann-sieHergehen/ so, folgt
j der Saame hernach/ in weisse wollichte Flocken einge-! leibet/als wie meinem grauen Bart; sem Stand ist/wie der weissen/ in Hecken / Gesträuchen und Wegen/die Beeren oder der Saamen/ werden im Herbst zeitig.Die so wol von der weissen als schwachen im erstenFruhlmg hersür-sprossenden zarten Schößlinge und
luli, werden wie Spargel gesten/m Speisen gesotten/
sie helffen dem Stuhlgang fort / und befördern denHarn / haben mit der weissen ör/onia gleiches / aberdoch geringere Vermögen.
i^xxix.
Vom Je länger je lieber/^lonpeiianZ.
/^zvizracluicis. Jelängerjelieber / oder Hintsch-kraut/wird auch von etlichen genennet Vins lxi-vLkris.oderwildeStick-Wurtz/ bekommet Re-ben wie die andern Stick-Wurtzen/ die Blätter abersind dem spitzigen Creutz-Salve etwaszu gleichen/ weildie meisten Blätter unten am Stengel zwey kleineOehrlein haben / die Blumen sind Veyel-färbig vonfünssBlätlein/ die in der Mitten ein gelbes Zäpffleinweifen; die Beerwerden bey ihrer Zeitigung länglichtund Lorallen-farb/ eines unangenehmen Geschmacks/wächst gern an Zäunen und an feuchten Orten/ isthi-tzig und trockener Natur / die Wurtzen ist zotticht / dieRinde der Aeste ist im Keuen Anfang bitter/ und nach,mals eines füssen Geschmacks/ davon e6 ämara ciuicisbenamset wird.
Wtder die eingewurtzte alte Gelbsucht macht maneinen Wein auf diese Weise: Man zerschneidet dasHoltz von diesen Reben klein und würfflicht/nimmt des-sen ein Pfund zu einer Maas weissen Weins/thuts ineinen verglasirtenHafen/deckts mit einem gehäbenDe-ckel/der oben ein Löchlein in der Mitten hat/ verlutirtdenDeckel um und um/siedet es bey einer Glut gemäh-lich/ über das dritte Theil / seihet es/ und trinckt Mor-gens nüchtern im Bett ein Gläslein voll davon warm /ruhet eine Stund darauf/und nimmt des Abends auchsoviel; dieser Wein treibt die Geibsucht/ sanfftiglich/durch den Stuhlgang und Harn/ auch die faulen Ma-gen Fieber aus; ist noch bester/ wann man frühe dar-aufschwitzen kan.
Die Reben dieses Gewächses / weil sie noch zartund jung sind / werden auch wie Spargel angemacht /und zur Speise genossen ; den aus den Beerlein ge-machten Sasst brauchen (wie Dummes schreibet) dieWeibs-Persinen zur C chmincke des Angesichts / dieHaar/Sommerflecken und Masern desAngesichts/da-mit zu vertreiben.
Unter die Spalier flechtet sich dieses Gewächs /und glbtmit ihren Blumen und Beeren ein schönesAnsehen.
Zcammonis !VIonpcII ?n!Z oder Valentins, wird vvn
c. 0,60 beschrieben/ daß sie in (ZaiiiZ Karbon ntt unim Königreich Vsien2s gefunden werde; die Wur-
tzen ist etwan eines kleinenFingers dick/welche weit umsich kreucht und sich ausbreitet; aus der Wurtzen kom-men lange dünne Reben/welche sich allenthalben/ wosie etwas ergreissen mögen / umschlingen undaufwin-den.die Blätter sind ftist dem Epheu zu gleichen/ auf-ser daß sie runder und spitziger/auch Aschen-färblichtsind/ bringen kleine weisie gestirnte Blümiein/ das gan,tze Gewächs ist voller Milch/ wurtzelt gar leichtlich ein/auch wann die Wurtzen in Stück zerschnitten und indie Erde geleget wird.
Die rechte und wahre Scammonia aber/von welcherder Safft Lcammonium zu uns gebracht wird / denman auch sonst Oi-^nckum nennet/hat eine grosse di-cke Wurtzen / hat Blätter wie die Winden/ breit undspitzig/ wie ein Pfeil formirt; dieBlum ist weiß/ rundund hohl wie ein Kelchlein und eines starcken Geruchs;wachst zwar sonst nur in heissen Landen und feistemGrunde/ als in^liT. L^nSundLretä; wirdaber ( wie 7abci-n«montanuz bezeuget ) auch inDeutschland in den Garten gepflantzet; der'SafftwirdosstmitWolffsmilch verfälfcht/als muß man probiren/ob es/wann mans mit der Zungen berührt/ einen weis-sen Safft oder Milch sehen lasie/wie der verfälschte all-zeit zu thun pfleget ; das beste ist leicht/ hell/ lucker/schwammicht/ mit reinen subtilen Aederlein gleichsamdurchwachsen/und am Geschmack nicht zu vielscharPnoch auf derZungen brennend / wie die verfälschte zuseyn pfleget.
Dieser Safft treibt den Schleim/ die Gall und dasböse Gewässer durch den Stuhlgang aus/ muß mehrnicht als anderthalb O.uintel/ und weniger nicht/als einhalbO.uintel/nach Beschaffenheit der Natur/ gebrauchtwerden; doch ist er dem Magen etwas schädlich / da-her nicht ohne eines Klcäici Rath sicher damit umzu-gehen.
Die Wurtzen in Essig gesotten / und mit Erden-Mehl zu einem Pflaster gemacht / vertreibt das Hüfft-Wehe; in Essig gesotten / und auf die Hautgestrichen/heilet den Grind; das mit H önig davon gemachte Pfla-ster vertheilet die kleinen Äpostema samt dem Llussatz;wird in Rosen-Oel und Essig ckllowirt und zu dem al-ten Hauptwehe aufgelegt.
c^k».