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Th. 1 (1716)
Entstehung
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679
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FmiffttS Buch/ Kuchc» - und Ärtzncy-Gartcn.

679

Einen Brandwein von Kranaweth-Beerenzu bren-nen: Nimm drey Metzen solcher Beer / schütte sie ineinen Stampff / und fprengs mit Heissem Wasser an /daß sie nicht aufspringen. / stoß sie fem klein / daß sierecht glatt werden wie ein Leim/ schütte sie in ein Faß/das sechs Eymer haltet/ geuß heusses Wasser darauff /das gleich anheben will zu sieden/ daß es wie ein mit-telmasslg dickes Geiager wird / rühr es durch einan-der/ und des andern Tages/wann du meynesi/ daßes genug sey/ so geuß wieder ein oder zwey Schaffvollwarmes Wasser / wie zuvor/ darauf/ rührs alle Tageinmal / und dects wol zu / daß kein Dampfs davonmag/laß es acht oder zehen Tage stehen / bis es sauerwird / wann es genug gestanden/ so bekommt es Blat-tern/ und wird oben-auf wässerig / dann magst du an-heben zu brennen/-auf diese Weise/ wie man sonst!Wein-oderBier- Gelager brennet/ setz ein Glaß dar-unter/ und scheide das Oel davon ; im Anfang rinnt! es weiß heraus/ das thue weg/ und geuß es auf die an-dern Beer / und wann du die Bcer alle hast ausge-brennt/ so geuß den Brandwein wieder in den Kessel /so voll wie zuvor/ thue daran ein Hand-voll Anis/ Co-riander und ein wenig Pfefferstupp/ sae in den Aus-

brennkessel-Hutherum an / brenn ihn hernach aus /thue das Weisse hinweg/ das andere behalt/ laß keinFrauenbild damit umgehen / welche nicht recht oderungesund ist.

Das Holtz vondenKranawethen ist überaus dauerhasst/ es schreibet , in anmüthiger WeisheitLust-Garten / daß vor alten Zeiten zu in Hi-spania/ em Heydnischer Te«npel/ O.anT gcweyiM sollgestanden seyn / darein man Balcken von Kranaweth-Holtz/ausderInsul^-i^vnlk», solle gebracht habm/derselbe Tempel soll zwey hundertJahrvorder Zer-störung ^roi-e gebauer seyn worden / der hat nochgestanden/ als ttannikal diese Stadt zerstöret hat /und soll dieser Balcken der Carthaginenser Obriste /tanquam rci lzcrT Sc l)iizcIicatX , gestl)ONet haben/da dann diese Balcken noch gantz starck und unver-letzt gewesen/ obsiewolschon überlaufend Jahr ge-standen haben.

Wassonstendie Salsen/ Latwergen/ausgebranntte Wasser/ das Oel beedes von Holtz und Beeren/fürherüiiche Wirckungen in allerley Zuständen verrichten/davon kan man alle »erdans und Artzney-Büchernach Genügen besehen.

i_xxvi.

Vom Lerchenbmim/ und?->x°oderEybenbaum.

Eil diese zween folgende Baume nicht überallbekannt sind/und am liebsten in Gebürgenu.kalten Orten wachsen/ werden sie von etlichenauch in die Gärten gebracht ; der L .erchcnba »m/l.»rix, von den Frantzosen lviciex- genannt / istein hoher gerader Baum / eines harten dauerhafftenHoltzes/und/ wie ^iatlkioius sagt/ ^tcrise Ttcrnse,einer ewig beständigen Eigenschasst/die Rinden ist dick/voller Riß/und inwendig roth/ ist von vielen zähen gelb-lichten und wolriechenden Aesten / die Blätter sindweich/schmal/dicklecht und Busch-wcise/ in gleicherLänge von den Aesten sich ausbreitend/ die Zapssen sindfast wie an den Cypreß-Bäumen/ aber linder und klei-ner/ die Blühe ist Purpur-farbig/ und eines nichtbösenGeruchs / gibt ein gutes und weisses Hartz von sich ;wächset auch an diesem Baum ein weisser/weicher undlucker Schwame/erist inOesterreich an etlichenOrten/^sonderlich wo es mitSteyermmck gräntzet/woldekannt/wächset gerne in den Gebürgen. Die Rinden trocknet/das Hartz aber erwärmet.

Sie durchbohren im Sommer diesen Baum mit ei-nem Nabinger bis zum Marck / so fließt ein zähes unddünnes Hartz heraus / an der Farbe dem Hönig nichtunähnlich / wird in den Apothecken allenthalben fürTerpentin verkausst/ hat die Krafft zu erweichen/ zuwärmen / zu säubern und zu zertheilen; zwe.y Loth da-von eingenommen/ befördert den Stuhlgang / osst ge-brauch!/ bekommtes wol den Schwindsüchtigen/ erle-diget die Brust von fauler Feuchtigkeit/ reiniget Nie-ren und Blasen / und treibt den Stein daraus/ mirCampher vermischt/ Metes (7'onorrk-e^n>.

Das Hartz für sich allein / ist gut für Grind undRäuden an Menschen und Vieh / auch wider die Hu-sten/treib-- den Harn und bewegt zum S cuhlgang;mitRosen-Wasser angestrichen/vertreibts a llerley Flecken

und Räuden am Leib; die Rinden von diesem Baummit Schuster-Schwärtze zerflossen/ heilet alle weit umsich fressende Schaden; die Blätter mit Essig gesotten /und warm in den Mund gehalten / lindert das Zahn-wehe; das distillirte Oel vomHartz heilet die Wun-den / stillet die Schmertzen der Gleiche und der Ner-ven.

Der Schwämme muß nicht schwer/hart und hol-tzig/ inwendig voller Fasern seyn/ sonst ist er untauglichson'dern weiß/ luckund mürb/ am GeschmackAnfangssüß/und bald darausetwas streng/ führet aus die bösenFeuchtigkeiten von dem Magen/Leber/Miltz und Mut-ter» Wird in den Apothecken ausvielerley Weise be-reit et; daher die T'rockilci cx Hzziicv kommen/ und?i>! uise cx ^Hgrico, die zu viel Gebrechen dienlich/undein«'sichere Artzney sind.

eLvbenbaum/ I'axus, ist an Grösse und Blätternden. Thannen fast ähnlich/ wachst gerne an kalten Or-ten/daher der Poet saget :

kiacckus anst collss, ^czuilloncm 8c inZora l'axi.

Bekommt rothe und Wein-jauerlichte Beerlein/ so dieVögelgern fressen/als Amsel/Droschel/ Kranaweths-Vögel und Zaritzer; doch glaubt man/daß diese Vögel/von den Menschen genossen/ den Durchlauft'verursa-chen/weil diese Beer einerkältenden und gifftigen Ei-genschasst seyn sollen.

Es schreibtviolcoricles , daß die Vögel/ so dieseBeerlein essen / schwach werden sollen; so aber dahingestellt wird : Er schreibetauch/ daß um^arbonne inFranckreich ihr Schatten so schädlich sey / daß diedarunter Schaffende darüber erkrancken/ und offt gardaran sterben müssen.

Das Holtz ist gelb - röthlicht/ aderlich/ starck unddauer hafft /wird zu Bögen/ Spiessen und P feile n ge-

braucht;

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