Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
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678
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678 DeöAdelichen

Auf cm Eymeriges Fäßlein »nimm man clncn haibenMetzenschonezettige Kranaweth - Beer/ die sauberge-klaubet sind / brennet sie m einem grossen Schaff mitsied - Heissem Wasser ad/ rührers mit einem Holtz woldurcheinander/ schüttets aus ein lemen Tuch / und läs-set esabseihen/ und giesset kaltes Wasser darüber/ nurso viel/daß mans kan abj'pühlen/da:nach thut mans feinwarm in das vorher saubere ausgebrannte Fäßlem/thut darzu ein Viertels Pfund geschälte Lorbeer/ zweyLoth Alant-Wurtzen/ eine Hand voll gedörue Kütten-Spaltlein/ neun Hirschzungen»Blätter/ fünffSalve-Wipffel / ein wenig gestossenen Weinstein/ und eineHand-voll Weinschäriing/ füllet das Faßlein alsdannmir kaltem Wajjer / lässet es drey Tage in der Stubenstehen / aber daß es nicht zu warm sey/ und anfange zugieren/ alsdann in den Keller gelegt/und fleissig gefüllet/und drey Wochen also stehen lassen/ hernach mag manihn anzapffen/ist gut und gesund zu trmcken; so offt mandavon lasst / muß er wieder mit frischem Bronnen-Wasser gefüllt werden / bis er anfangt wassericht zuwerden/ dann wird er gantz abgetruncken.

Eine Milch von Wachholder-Beeren wird be-reitet/ welche offt grosse Hülffe geleistet/bey Menschen/die fast aller Sinnen beraubet gewesen. Man sollKrause-Müntz und Lavendel in Kofent-Bier abkochen/solches vccottum mitWachholder-Beeren aufsiedenlassen / auch welsche Nuß-Kern die sich schalen lassen/darzu thun/ Durch einander zertreiben/daß es eine Milchabgebe/ dann durchgelassen/ durch ein Tuch/ und demKrancken des Morgens warm / des Abends kalt zuttincken geben.

Wer die rechte Weise wissen will/ wie dasWach-Holder-Wasser wol zu distilliren sey/ der besehe ConradKhunrath in ^teclullä OistlÜZtoriüAc IUeckc2?artei>l'räü-itu viz?iimo,toi. 4) 8. und von seinenTugenden

/ol. 457.

Von den Schwammen die im Mayen sich an dieseSträucher an die Aefte ansetzen / kan man folgenderGestalt ein gutes Augen-Wasser bereiten : Mannimtsie herab/ thut sie in ein Glaß/ setzt sie an die Sonne/ sozergehen diese weiche Schwämmlein leichtlich / undwerden zuWafter dis wird durch ein Tuch in ein anderGlas gestehen/ und frühe Morgens in einen Ameis-Hauffen gesetzt/ so wirds gar schön hell und lauter/unddienet zu allerhand Augen-Gebrechen.

Erstlich sind diese Schwämmlein wie eine Sultz /die von derSonen zerschmeltzen/wo sie aber imSchat-teuund Windstille stehen/werden Schwämmlein dar-aus ; dis Wasser/ so aus dem Schwämmlein wird/ istsehr gut für die contracten Glieder/ die Gleiche zwey-mal des Tages damit gesalbet/ wie l> Oo-Keims inMlccII. Lurios. snni6.6c/. tu!, 184 be-zeuget/quo6 ccrlc ( utaclilit) summum arcanum clt,ipsk li^naturZ prsebente arzumentum > quare

ctiam ab srlkriticle conlcÄos articulos eunclcm li-cjuorem corroboiarc necelle clt. Lx-

^crim-ntuincii^iztacict

Also auch / wann man diese Schwammlein in einenBrandwein legt / und wann sie zergangen/den Ruck-grad damit schmieret/ so ists gut für das viertagigeFie-ber/ das von Verstopffung'desMiltzes/ und von demMarck des Ruckgrads kommet/ man muß von der Nu.ckz des Genicks an/ bis zu Ende des Rückens/ etliche

!Nd-und Feld-Lebens

mal nach einander schmieren / und bey einer Warmewol einreihen/ so vergehet das Fieber.

Die Beer in Wem oderEssig gesotten und warm imMund gehalten / vertretbet die Zahn-Schmer-tzen.

Aus dem Wachholder - Baum/ wann der Stammin seinem ersten Safft verwundet wird / fleusst undschwitzetgemciniglich mitten im Sommer ein Lummi,welchen man in der Apothecken Lanciorzcz, und auchVcr«ix nennet/ ist harr/ dür: und durchsichtig/ gelb an-zusehen wie Mastix/ jedoch langlichter/harter und dür-rer/ wlrd auch nicht zähe oder weich zwischen den Fin-gern und Zähnen/ hat darzu einen starcken anmuthigenGeruch/aber scharffer und bitterer als Mastix/ soll feinsauber/ und ohne Steinlein/ Sand oder Rinden abge-lesen werden; ist mit dem 8 uccmo oder Agtstein fast ingleicher Tugend und Krafft/ doch muß man dieses(Zummi in doppelten Gewicht/ gegen dem Succinonehmen; trücknet die Flüsse des Haupts trefflich/wannman den Rauch davon/durch Mien Trächter / in dieNasen ziehet; item derRauch davon an die bösenZahnegelassen/ stillet ihre Schmertzen. Ein trefflicher Kra-naweth-Most wird also gemacht: auf ein halbes Ey-mer - Fäßlein nimm vier oder fünffPfund Weinbeerl/die müssen geklaubt und sauber gewaschen werden /nimm zwey Pfund Kranaweth-Beer/ oder sünff Sei-del/die vor im siedenden Wasser gebrennt sind / undanderthalb Pfund Venedischen Weinstein / klein ge-flossen / diß muß man alles in ein saubers Säckleinthun/ins Fäßlein hangen / und mit zwantzig Aechte-ring siedenden Wasser anfüllen / das Fäßlein abermuß/ wegen des Jierens / etwas grösser seyn/ alsomuß mans also warm vier und zwantzig Stunde vorden warmen Ofen stehen und arbeiten lassen/ sodannsetzt mans in den Keller/ lasst es ein paar Tage abküh-!len/ so kan mans schon trmcken. Andere nehmen aufeinem Eymer Wasser ein Viertel sauber ausgeklaubtezeitige schwartze Kranaweth - Beer / und ein AchtelWeinschärlinq/ Weichsel und simbere Zweschgen/ je-des ein halb Achtel / Weinstein anderthalb Pfund/Zimmet und gelbes Sandelholtz/ zerschnitten undzer-stossen/ jedes zwey Loth/ dasFasselmuß Wein-grünseyn/ und das Wasser heiß darauf geschüttet werden/er wird kräffng / doch muß er wol gieren/ und gantz klarwerden / eheergemmckcnwird; etliche thun aucheine Hand-vollHagenbutten darzu. Andere machenden Tranck von Kranaweth-Beeren also: Nimm ei-nen halben Metzen Beer aufeinen Eymer Waßer /schütte sie / nach dem ausgenommenen Brod / in denBack-Osen/ mach ihn alsbald zu/ laß sie über Nachtdarinnen dün werden / des andern Tages laß sie her-aus kehren / und über einen bedeckten Tisch/ der hin-ten ein wenig aufgehaben ist/ herunter in eine Multerlauften/ schütte es heraus in ein Schaff/ gieß ein wolheisses Wasser daran/ rührs mit einem Stecken um/so gehet das Unsaubere und das Bittere davon /schöpfte sie hernach mit einer Seih-Pfannen heraus/in ein saubern höltzern Wein-grün Fässel/ und geuß imSommer frisches Bronnen-Wasser daran/ im Win-ter aber laulichtes Wasser/ aber nicht gar voll / damit!es im Zieren nicht überlauffe/ wanns verjohren hat /das ist/ wann es nicht mehr siedet oder rauschet/ sotrinck davon/ istgutundgesund.

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