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Th. 1 (1716)
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677
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Mnfftes Buch/ Kuchen-und Artzney-Garten.

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ZSrsmbkcrcn/Mrd zu Latein.^ubus g«iannt/ist ftlstden Kindern wohlbekannt/weilsie an Gestalt säst denenMaulbeeren gleichen; blühen und tragen zugleich ihreFrucht/ den gantzen Soinmer durch/ biß inden Herbst/kühlen und ziehen zusammen; die Blätter undAestleinsind einer kühlen / trocknenden und abstreissenden Na-!m; im Wasser gesotten und getruncken / stillet es denBauch -Fluß und die klcnlirljö, stärcket dieZähnbiller;die Blätter zerkauet / heilet dieMund-Geschwar; ihrvecoÄum bricht den Stein; die neuen Schößlinge ge-käuet / starcken die wacklende Zahne; die Frucht/ wannsie unzeitig ist/ trocknet und stopffet / wann sie aber zeitigist/hat sie eine temperirte Warme/wiewol sie gleichwolzusammen zeucht/ und wider das Erbrechen und allerleyBlut-Baucb-und Saamen-Flüsse dienet; die Wurtz<nimWein gesotten oder gepulvert eingenommen/zermal-men den Lendenstein; das Wasser von den zeitigen tnk. distillirten Brombeeren / Abends und Morgens/ist gut den jungen Kindern für den Stein / jedesmal

2. Loth/ist auch gut für den Grieß in Lenden/ und m derBlasen/item zudenZäpstiein im Hals/damit gegur-gelt/ aber warm / wie auch zu allen Verjährungen undGeschworen des Halses. Brombeer-Laub in Laug«?gesotten/ macht schwache Haar; Brombnr-SajstmitSalve-Syrup vermischt / und täglich aufein Lothge-braucht/ist gut den Aussätzigen/und denen die sich desseninnerlich besorgen; derBrombeer-Safft / wann er ei-nem Räudigen im Bad auf den Leib geschnürt wird/reiniget solche / und macht sie schön; die gedönten sindbesser als die frischen; zu viel dieser Frucht gegessen/ver-ursachet Hauptwehe, mästig aber kühlet es fein in allenhitzigen Kebern; junge Brombeer-Blatterzerstossen/und auf den Fluß der golden Ader gelegt / stillet densel-ben. Für den Grind: Nimm junge Blatter und un,reiste Beer/ jedes eine Hand voll/ koch es in Wein/ undwasche damit das Haupt/und andüe messende Ge-schwar desselbigen/so heilen sie/wie kävcimZius beybezeuget.

Ox?. I.XXV.

Von Kranawethen und Wachholdern.

B wol die Kranawethen an vielen Orten vonsich selbst hauffig wachsen / findet mans dan-^— noch nicht überall / und werden ihres unzählba-ren Nutzens willen / auch bißweilen in die Gärten ge-bracht/und mit besonderer fleißiger Wartung/zu ge-raden Stammlein und Baumlein gezogen/oder in dieGeHage eingetheilt.

Merckwürdig ist/wasScaliZer^xercit. I8l. §.19.meldet/daß dasKranaweth-Holtz in ^umiclia ein weis-ses/ in ^Ltkiopi.1 ein schwaches/und in ubia ein Pur-pur-färbiges Marck habe / soll / zu Pulver gemacht/fürdie Frantzosen von den Africanischen kieäicis heilsamgebraucht werden. Er nimmt mit schlechten dürrenGrund verlieb / und wird im fetten guten Boden weni-ger wachsen / oder doch nicht Früchte bringen. Ist alsoein sonderbar balsamisches / heilsames Gewächs/dar-an alles wohl und so beständig riechet / daß es auch lan-ge Zeit gedörtt / den Geruch nicht ausdünstet / sonderngleichsam immerwährend erhalt. Die Gestalt zu be-schreiben / ist unnöthig / weil er im gantzen Teutschlandfast allenthalben wächset / oder doch dahin gebracht/sehr wohl bekannt ist; ausser daß sich ein Gärtner bil-lich bemühen soll (weil es zweyerley Art/grosse und klei-ne gibt) von der grössern Gattung in seinen Garten zubringen.

Der Rauch von Holtz undBeeren/vertreibtSchlan-gen/ Fliegen/Mucken und allerley Ungeziefer / wannman Abends ein Zimmer / worinn viel Fliegen oderGelsen sind/ berauchert/ und die Fenster zuhält / so ster-ben sie alle /lafjt man aber die Fenster offen/ so wer-den sie alle mit Haussen hinaus eilen; ich halte aber da-für/ daß dieses meistentheils der Rauch verursachet/dann ich weiß mich zu erinnern/als ich/^nnc> >6z6 zuLandsberg an der Wartha/ in der neuen Marckt/ inQuai-nilon geleqen/und die Schnacken oder Gelsen da-selbst mir bey Nachts grossen Verdruß zufügten / hatmir mein Wirth gerathen / ich jolle nur anderthalbStund vor dem Schlass-gehen / mit Wermuth /- oder

I. Theil.

nur mit frischen Gras räuchern / die Fenster eine halbeStunde zuhalten/und vor dem Bettegang wieder er-öffnen und den Rauch cvaporiren lassen / kan ich mitWahrheit bezeugen/daß ich hernach durch dieses Mittelgute Ruhe allzeit gehabt habe.

Nun sind aber die Kranawethen von vielen wunder-samen Eigenschafften / darunter diß nicht die geringsteist / daß man eine Kohlen ein gantzes Jahr unauslösch-lich erhalten kan; Nimm Aschen von Wachholder-holtz gebrannt/thue selbigen in eine blecherne Büchsen/fülls halben Theil an / und leg hernach eine frische glü-hende Kohl / aus eben diesem Holtz gemacht/ hinein/decks mit dem Aschen gehäbe zu/ schließ das Geschir: zu/daß keine Lufft hinein gehe/ so wirst du über einJahrdie Kohlen noch glühend finden; mag man auch woldieses mit einer eychenen Kohlen versuchen / der Aschenaber muß nothwendig von Kranaweth-Holtz seyn.

v. Kaimun6u5 Minderer schreibt in seinerMilitari: Es habe ein uhralter Experimentator aus-gezeichnet/daß/ welcher sein Haupt alle Wochen ein-mal mitLaugenwasche/so ausKranaweth.-Holtz-Aschengegossm worden/ dem bleibe sein Gesicht frisch undscharffbiß an sein Ende / er bekomme weder Läuse nochNisse/die Farbe seines Haars ändere sich sein Leben-lang nicht/komme ihn auch kein Hauptwehe an; so einegeringe und sichere Kunst wäre / die man ohne Gefahrprobieren mag.

Die Wacholdern sind/nach (Zaien, Meynung/warmund trocken im dritten Grad / die Beer aber haben et-was mehr Feuchtigkeit; diese treiben den Urin / reini-gen Nieren und Lebern/ zertheilen den groben zähen kal-ten Schleim / sind ein ^ntiöorum wider diePest/ sindgut wider das Gebrechen der Brust und der Husten/wider die Geschwulst und Grimmen des Bauchs.

Es wird auch ein guter Tranck von diesen Beeren/mit ein wenig Weinstein und Weinbeerlein / ange-macht/der für alle diese Gebrechen dienet / treibet den^ Sand / zerbricht den Lendenstein ; w ird a lso gemacht:

Qqqq ij Auf