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Th. 1 (1716)
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Des Adelichen Land - und Feld - Lebens

dem wilden Rosenstock/ von den zartesten / als man ha-ben kan/ nach ?rvponion der andern Materialien/kackt sie gar klein / dann nimmt man Rauten / Salveund von den wilden Maßlieben/ so auföen Feldern undAengern wachsen / Blatter und Blumen/ (wann manshaben kan) jedes eine halbe Hand voll oder mehr/wannmehr Wunden/ oder mehr Personen zu curiren wären/item 8cor?oma, hacktoder schneidet alles klein/ thut zudiesen allen sünff oder sechs Zähen von Knoblauch/je-den ein Haselnuß groß / stoßt alles untereinander mitweissen Saltz/ so viel man mit dreyen Fingern fassenkan/ mischt alles untereinander/macht ein CatapiasN)^.undlegts aufdie Wunden.

Wäre aber die Wunden tief/ mag man etwas vomSafft von diesen lngreäicntien vorher hinein träuffen/das Pflaster auflegen/verbinden /Wd also biß auf fol-genden Tage lassen; alsdann schüttet auf das / wasvom Pflaster überblieben/welches wol wie ein gutHüh-ner-Ey groß seyn wird/ein halb Glas voll weissen/oder/wann man den nicht haben kan/ andern Wein/ treibt esin einen Mörsel durcheinander/seihet den Safft ab/druckt ihn wohl aus/und gebt ihn dem Patienten nüch-

tern zu trincken/ lasst ihm das Maul mit Wein ode^Wasser answaschcn/ er muß drey Stunden darausfasten; folgende Täge darffman die Wunden mit demeisernen Instrument ferner nicht abschaben oder aus-putzen / aber zum wenigsten neun Täge nacheinandermuß man dieses Pflaster widerholen aufzulegen/undallzeit den obvermeldten Tranck daraufgebrauchen.

Wäre die Wunden in neun Tagen nicht gar ge-heilt/ so mag man sie durch Lkirur^o» > biß siegantzausheilet/ curiren lassen / und darff man/ nach voll-brachten diesen neun Tagen / in welchen man die Lufftmeiden solle / wol wieder ungcfcheuet mit andern Leu-ten umgehen. Den Thieren muß man diß ebenfals alfobrauchen/ allein muß man / anstatt des Weins / Milchnehmen.

Doch setzt Her: v!Zby dieses dabey / daß die 8cor.,wie auch die Wurtzen von wilden Rosen/ nichtallerdings nöthig sey/und seyen die andern inZreäicn.tien allein (ohne diese) kräfftig und starck genug / diesenFeind zu bestreuen und zu dämpffen. Diß sey auch eintreffliches?rslcrvativ wider die Pest»

l.XXIV.

Von den Schlehen / Heidelbeeren und Brombeeren.

Chlehen ist auch ein Gewächs / das um seinerharten / dicken / stachlichten Aeste willen/auchin die Gehägemag versetzt und gebraucht wer-den/ wächst allenthalben / und lieber in kalten als war,men Gegenden/ an den Wegen und neben andern He-cken / hat Blätter wie die Pflaumen-Bäume / alleindaß sie kleiner und rauher sind / daher er auch t'mnu,hivclins genannt wird/ ist allenthalben so wohl be-kannt/daß es unnöthig/ viel davon zu schreiben. DieFrucht kan niemand / sie sey dann von den Reiften wohlabgemürbet/geniessen; die gemeinen Leut aber brechensie zeitig ab / giessen ein heisses Wasser darüber/ brühenes also ab/ so wirds zum essen tauglicher; ist einer zu-sammziehenden Eigenschafft/darum wo innen oder aus-ser des Leibes Stopffung vonnöthen / dienen so wol dieBlätter als Beer sehr wohl darzu; im süssen Wein ge-sotten und gegessen / sind sie zumDurchlauffund rothenRuhr tauglich.

DasSch lehenblühe-Wasser ist ein sonderliches^

Alaun und Honig darzu thut / den Mund damit aus-wäschet und gurgelt/ist zu allen Mund,GeschwärendesZahnfleisches / des Halses und des Zäpffels bewährt/und wehret Flüssen.

Ehe dann die Schlehen anfangen blau zu werden/soll man sie brechen / in einem Mörser klein zerflossen/und wann ein Wein zähe wird / soll mans hinein werf-sen/und wohl untereinander rühren/es bringt ihn ge-wißlich in acht oder zehen Tagen wieder zurecht.

Man dönr die gestoßene Schlehen in der Lufft / undhebt sie aus /das gantze Jahr über zu dieser Kunst zu ge-brauchen. Wie man den köstlichen / und / widerGrieß und Stein / gesunden Schlehen-Wein anse-tzen und machen soll / kan man im vierdten Buch im

ser des Leibes Stopffung vonnöthen / dienen so wol die ersten Theil deffelbigen sehen / ist hier unnöthig zu wie-Blätter als Beer sehr wohl darzu; im süssen Wein ge- derholen.

Heidelbeer/Vitizldca, oder Klvrtillus, von etlichenauch Vsccinis nißra, wachsen allenthalben in denWäldern / haben kleine runde zerkerbte Blätter / sindperimcnt (wie i ^bernTmonianus bezeuget) und eine! grösserer und kleinerer Art/theils roth / die meisten aberbewährte Artzney wider das Stechen und Drucken um schwach. Sind kalt im andern Grad / trocken/und zie-

das Hertz und Magen; etliche machen die Blühe zuPulver/und gebens in warmen wcissen Wein ein/hilfstauch wider den Stein. Die Blumen in Wein gelegt/und davon getruncken / macht gar gelinde Leibs-Oeff-nung/ welches noch besser der darausgemachte Syrupthut. Der Safft von den Schlehen aufgestrichen/ woder Rothlauffist/hilfft darwider/und kühlet wohl;Iteman die Ort gestrichen / wo man keine Haar haben will/macht die Stelle kahl und glatt.

Die Beer werden in Zucker und Hönia einge-macht / und dienen zu allerhand Bauchflüssen undRühren.

So man die Beer / oder die Rinden von den Wur-' hen/ im Wasser oder fauren Wein siedet/und ein wenig

hen ein wenig zusammen / sind den hitzigen und Gall-süchtigen Naturen nicht ungesund / löschen den Durst/und stillen das Erbrechen; diejenigen aber/ die kalteMägen haben / sollen sich davon enthalten; sind sonstengut wider die Bauchflüsse und rothe Ruhr/sonderlichdie/ welche rothe Beerlein haben/die Wurtzel davon ge-pulvert/ und in die Wunden gestreuet/ benimmt dasfaule Fleisch / und heilet sehr.

Die rothen Heidelbeer gedönt / gepulvert und ein-genommen/sind gut wider den Stein / und sollen dieRuhr und Baucbflüsse kräfftig stellen; diß Pulver inWasser gethan / färbt es wie rothen Wein / ist auch fürden Durst lieblich zu trincken / wie der neu-eciirtc r-.tzcrnzemontimuz bezeuget.

Nrom-