Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
606
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Des Aoellchen Land und Feld - Lebenö

In Summa / ein gnter Gärtner / den Hm cle Scr-res nicht unbillig einen Goldschmied der Erden (weilner die andern Bauleute/so viel als ein Goldschmied dieqememen Schmiede/ übertrifft) nennet / muß sich be-fleißen / seinen Grund also zuzurichten / daß er Lob und

Nutzen davon haben möge / dann ihre hauffigeFrucht-bringung oder Verfehlung -wird ihm zu Ehren oderSchanden unfehlbar gereichen/ daher in diesem Stuck/als dem allervornehmsten/und daraus alle seine Hoff- jnung qmttet / der beste Fleiß anzuwenden.

Cx?. IV.

Zon Dinthellung des Nartens.

^Je Emtheilungkan / nach Beschaffenheit und^ Form des Gartens/am süßlichsten geschehen/. - er sey nun rund / viereckicht oder langiicht / kaner in sechs oder acht Theile M ausbreiten / wann dar,von eines, zum höchsten zwey / zu dem Artzney Gartengelassen sind / dienen die übrigen zur Kuchen; die/wannsie wol bestellet ist / und mäjsig gebraucht wird / man derArtzney desto weniger bedarff/und deren Genuß vomersten Frühling an / nicht allein den Sommer - durch /sondern auch biß schier aufwieder-annahendenLentzen/durch denWmrer währet/wie die Einsetz-KellermirGewachsen / und der Confecr-Kasten init candirtenFrüchten und Kräutern dieses bezeuge«.

Die Abtheilung soll durch gewisse Gange ausgeste-llet/ und die Bettlein sollen, derLänge-nach/ von Mit-ternacht gegen Mittag/ oder vom Zlbend gegen Mor-gen reichen /damit sie den gantzen Tag derSonen-strah-len mögen erwärmen. Die Breite der Vettlein sollealso seyn / daß-man in Jetten leichtlich in die Mitte desBettes /und noch etwas drüber/mitderHand erreichenmöge; auswendig sollen sie mit allerhand guten heil-samen und zur Artzney tauglichen Kraulern / als mitSpica/Lavendel / Rauten/Jsop/Salvey/ äkrota-num , Wermuth / und was sonsten zu dem gemeinenBrauch/alsmit Schnittlauch/Pimpenellundderglei-chen / versehen-und verbrämet seyn; der innwendige

Platz aber muß lähr seyn/ die Garten Kräuter / ÄZur,tzen und Gewächse einzunehmen und zu logiren / undkönnen die grossen Creutz-Gänge mitRosen/ Ribeteln/rothen / weissen und schwachen / mit rothen / braunenund weissen Rauchbeeren / oder Klosterbeeren/ sonder-lich den grossen / auch Himbeeren zu Lust und Nutzeng» zieret; in den Ecken aber / mögen die kleinen Zwerg-Aepffel / -oder die kleinen Johannes-Pfersich / nachBelieben / gestellet werden. Die Aus - und Eintei-lung muß sich auch nach Gelegenheit des Ortes l^u->>ren ; auf ebnen Platz darffes geringe Mühe/wo esaber uneben/abhanzicht urid hügelhafftig/muß manes also machen / damit es dem Gesichte nicht unange-nehm / und vor allen der Sonnen-Blick nicht viel ent-zogen seye.

Die Gänge müssen nicht zu eng / auch nicht zu weitseyn / weil das erste die Bequemlichkeit hin - und wie-der zu gehen/das letztere aber dem trächtigen Bodennicht wenig benimmt, von dritthalb Schuhen biß ausanderthalb« ist das rechte Maß/ aber die Creutz- Gänqemüssen wöl dieHelffte weiter/drey oder vier Schuhe'eyn ; das dicke Gestaudicht muß gegen Mitternachtehen/ damit die Gewächse der übrige Schatten nicht>elästige. Im übrigen man theile den Garten aus,wir man wolle/ so ist t»' / wann er nur nutzbar/ hochzu halte»;.

c>?. v.on Mist- Wettern-

JeMist-Bettcr werden sowol zu den Blumen/!als zu den Kuchen Kräutern gehalten / dmiint,- - man desto eher mitSalat/Kreß/ReMch/csu.liiior, cauiirad, und Kohl-Wantzen / auch anderenBlumen / sie nach und nach auszusetzen / versehensey / theils / als die RabeUen / Spannische - Klee undPappeln / lässt man hernaAihren Sitz darinnen / dar-mit sie desto ehender und reWicher wachsen und blühenmögen; die Grösse und Weiten wird gemacht nach Be-lieben/so viel die Länge betrifft / die Wetten aber mußseyn / daß man von jeder Seiten / leichtlich und wohlüber die Helffte einreichen / und mir Jetten / ausneh-men / und »m Stöcken keinen Schaden thun möge;sie müssen also liegen/daß sie die Morgen und Mittags-Sonne wol haben / und auf der Seiten gegen Mitter-nacht soll eine Mauer oder Wohnung seyn / welche desNordens Unqestümme mit ihrem Schirm einhalten/und die Gewächse versichern könne / doch sollen sie ander Mauer nicht gantz anstehen / sondern also liegen/daß man um und um gehen möge.

Erstlich wird die Erde / so lang und breit das Mist-bett seyn solle/einer guten Elen-tieff aufgegraben/aus»geführt und beyseits gebracht/ in diese Gruben legt manzu Ende des Januar« (bißweilen spater/bißweilen auch ^früher/nachdem dieJahres-WitteruNg) einen frischen >Roß-Mist von langen untergesireuten Stroh / und !tritt ihn fest und wol zusammen/so lang/ biß das Lochwol ausgefüllet seye; hernach werden an den vier Ecken jund in der Mitte vier / sechs / acht / oder mehr starcke!Pflöcke / gedoppelt eingeschlagen/mit einer oder zwey!Reyhen Läden umgiben / damit die Erden in diesemwol zusamm- gefügten Bette ihre Haltnus haben kön-ne; wann dieses seriig / wird durchworssene und guteschwartze Erden / mit guten alten Mist vermenget aufdas Stroh/daß die Erden einen oderandertbalbSchu-he - dick darüber ausreiche / die kan man fein qlat undeben machen/und mit einem glatten runden Holtz/inetliche gar kleine Abtheilungen / durch Eindruckungdesseldigen / auszeichnen ; vorher» aber das ganßeHochbett ziemlich mit dem ^»rütz - Krug benetzen / so

wird