Mcrdlen Buchs Anderer Theil/Obst^Garlcn.
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ziemlich frisch sind/drey Wochen / alsdann nimm dieAepffel/uiid schütt den Brandtlvein-Kesselgar voll an/und brenn ihn fem/wie den andere Brandtwein/ allge-mach/ er rinnet Anfangs gar schiecht / nur daß er einwenig nach Brandtwein schmecket/wann nun des erst-
lich herab geronnenen viel beysammen/so geuß es wie-der in einem Kejj el besonders und allem/brenn ihn semgemach und nicht zu heiß/man kan ihn M Cranawech-beereit/Lorbeeren odersonst mit wohlriechenden Krau-tern lautern/wie man will.
Allerley Baum-Künste.
Chwill nicht/dem günstigen Leserzu Gefallen/solche Baum-Künste andeuten / die meines^Bedunckens unmöglich oder unnatürlich / unddaher unglaublich sind; als auf einen Kohl- und Ca-buskraut-Stengel ein Apffel-Zweiglein / oder aufWeidenund Erlen peltzen/dunckt mich/wann es auchangieng/sey nicht der Mühe wehrt/seinem Obst/mitgesuchtem Fleiß / wollen einen unangenehmen Ge-schmack beybringen/den man doch aufalle Weife ver,bessern/und lieblicher zumachen suchen folte; dis aberhab ich denfürwitzigenGärtnern wollen andeuten/wask. Laurenberg im 2z. Cap. feiner ^orticuilur-e bezeu-get/ daß diefe Art bey ihren Gärtnern sehr gebrauchigsey/sie pfiantzen einen Kerschenbaum neben einenWein-swck/wann er nun genügsame Wurtzen gefasset/und zuwachfen anfanget/bohren sie ein Loch durch denStam/ziehen eine Rebe vom Weinstock/ohne Verletzung! derAugen/ hindurch/ alfo/daß sie sich wol einfchliesse / undverstreichen es beyderseits mit Peltzwachs/ daraufver-wächfet die Reben in dem Kerfchbaum / das andereJahr schneiden sie die Reben ab von ihren Stöcken/und fetzen den Kerfchbaum/wohin sie wollen.
Von Vergrößerung der Frucht jagt erst-gemeldterI.surcnbcrziu» Nb. lve. 17. Nehmet vier Mandeln ode!Pfersichen/legt sie in einenTopffmitErden/alfo daß dieSpitzen zusammen sich kehren/darnach kehret denTopffum/bohret ein Loch in den Boden/und vergrabt ihn alfoumgekehrt ins Erdreich / am Auswachsen müssen diejungen Schösse allezu diesem Loch heraus dringen/ undwachsen zu einemStammen/derenFrucht nachgehendezwey oder dreymal grössere Früchte zu bringen pfleget.
Wann das Obst von einem Baum gern abfällt / follman Tort (i-oiium ) mit samt der Wurtzen ausreissen/und wie einen Crantz um den Baum binden, oder denBaum mit einem bleyernen Blech umgeben.
?.l7llcovv8ky sagt/ein jeder Baum verderbe unddorre/wann man Bohnen zu feiner Wurtzen legt/ oderwann einer nüchtern Linsen-Körner käuet / und in dieAeste beifet/ oder wann man den Baum durchbohret/und einen Nagel von Myrten-Holtz einschlagt. ^clamPrixiu8in?rscf<it.1'rzät. cie/^rl. Ääemor. Ulilit. erzeh-let/daßdesBifchosss zu Trident Gärtnerin dieObst-Aaume/einLoch mit einem Bohrer bis mitten aufdemKern gebohret/und eine ? von Aniß / Zimmet/Nagelein und Ambra hinein gethan/ und das Loch wie-A mit einem Zapffen/aus eben desselbigenBaums fri-tchemHoltz verschlagen und vermacht habe/daß ein sehrwolgeschmackes und gewürtztes delicates Obst davonkommen sey/ das Loch in den Baum muß aber ein we-nig abwärts gebohrt/und wann es wieder verschlagenist/ mit Peltzwachs der Nagel auswendig verstrichenwerden/es soll im kisrtio seyn/ wann der Safft ansän-
get übersich zu steigen/wie auch /od. ^lüte.in OKi-net ot Invenlion«, s6. bezeugt.
Daß die Früchte wolriechend 'werden: Man foll denZweig/gleich alfobald zuvor/ ehe man ihn peltzet/ mit ei-nem wolriechenden Safft bestreichen/oder im wohlrie-chenden edlen Wasser ein wenig beisscn; die LimomZweige foll man im Aimmet-Oel einweichen: die Bi-fem-Trauben machet/wann man die Reben/ ehe mansieeinpeltzet/ mit Bifem bestreicht / oder im Rosen-Wasser/ darinn Bifem loivirt ist/einweichet; dioranman auch mit den Melonen-Kern thun / und ihrerFrucht dardurch einen guten Geschmack geben; undLolt-eus bey dem Omcrsrio in ?Zortc> UcäiLo fagt/wann manjwill/daß die Pflaumen nach Bifemriechensollen/müssen ihrePeltz-Zweige/ el^e man sie auffetzet/in Bisem getunckt / und also emgepfropfft werden; al-les Obst/was auf Kuttengepeltzt ist/ wird lieblicher undwolgefchmacker.
DieIrüchte/als fönst gewöhnlich/grösser zu machen/geschiehet 1. Wann man zum Exempel einen Mespel-Zweig auf feinem eigenen Stammen pfropffet/ und jeöffter diefe Peltzung wiederholt wird / je grösser wirddie Frucht/2. dmch gute Bedungung/ Umgraben undWässerung/ z. wann man die am Baum zu viel sie-hende Früchte abnimmt / und allein die grösten undfchönesten stehen lasset/ so werden sie ohne Gleichheitgrösser und schöner.
Ein geschälter Borstorsser-Apssel gegen der Blühezugeschabt und gesien/>^x!ret/wird er aber gegen demStiel zugeschabt und gessen/so stopftet er/ wie die ke-lationes LuriosT »smkurZenIcs bezeugen
Daß ein Baum Frucht bringe zehen Jahr lang/wann er nur in einem Becher oder TrinckZeschirr ge-!setzt ist/darinnen ein wenigmitBlutvon einemViehe(ausser von einem Bock) vermischter Erden gefülltwird/ darunter muß auch Aschen von der Pfiantzen / sodarein gesetzt werden solle/vermengt seyn; noch be ^'ergedeyetes/wann man davon die (Guinea kll-ntis mitReben-Wasser exirskirt/ und die Erden / nicht dieWurtzen/davon befeuchtet/ wie ^acci- ^ilcowsk^
kc 5ol. s6c>^ bezeuget.
Wann ein Baum verdorren will/fo bohre unter denOrt/da er aepeltzt worden/ mit einem Näbinger in dergrösten Winters-Kaite ein Loch bis auf den Kern / laßdas Loch drey oder vier Wochen offen stehen / alsdannthue Zimmet/Nägele und Zucker darein/ und verschlagdas Loch mit einemHagedornen-Zweck/ fo ist ihm wie-der ( fagtHerrDümler)aufvielJahrgeholffcn; Ersagt auch/wann man aufeinen jungen Feiqen-Knopff(oculo 5icus) einen Namen oder Wort schreibet miteinem Griffel / so wächst die Schrifft mit der Fetgenfort/ und werden die Buchstaben groß.
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