Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
588
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Des Adclichen Land- und Feld- Mens.

c»?. l.il.

Wie das Obst abzuleeftn.

Ann die Herbst-Zeit/derSeptember undOcto-der nahe/so konlmt auch die gebührliche Zeit/ei-nes und das andre Obst/theils früher/theile spä-ter/nachjedwederGattungeingepflantztenEigenschafft/von den Bäumen herab zu bringen;da muß ihm dan einGärtner um gehörige Lailern / die die rechte Höhe undStärcke haben/und von zähen guten Holtz/mit wolver-keulten u.versichertenSprisseln versehen sind/umsehen;müssen doch nicht zu schwer oder zu plump seyn / damitsie desto leichter zu regieren/und vor dem Fall verwahret ^seyen; dieselben nun/müssen mit sonderbaren Vortheilan den Baum angelehnet seyn/daß sie beedes fest stehen/und dennoch die Aeste nicht zerbrechen / oder das ObstabwMen,nnan muß sie nicht ohngefehr in die Aeste hin,einwerffen/ da sie offt auf der einen Seiten wol/auf derandern aber übel angelegt werden/ und wann dann derGärtner hinauf steigen will/weicht das eine Theil/ dre-het sich dieLaiter um/daß einer wol inLebens-Gefahr da-durch gerathen mag; daher die Laiter vor allen Dingenanfangs mit Vernunfft anzulegen/ wo sie befestet ist/und ein Gärtner den Vortheil hat / das Obst mit derHand zu langen.

Theils nehmen zwarTücher um sich/wie dieSäe Leu-te/und brocken also das Obst hinein;weil aber dieses denMenschen sehr beschwert/ist es besser/daß man vonWei-den-Rinden oderStroh zimlich grosse geflochteneKör-be mit hinauf nehme / die haben einen Spann-langenStrick / und langen höltzernen Hacken daran / die hen-cken sie neben sich aufmiemAst/biß sie ihn vollfüllen/her-nach lassen sie den gefüllten Korb mit einem Seil herab/

das löset man ab/und bindet ihnen wieder ein leeres dar,an; und weil nicht möglich/alles Obst mit den Händenzu erreichen / haben sie höltzerne Instrumenten bey sich/die man in Oesterreich Leeser nennet/ sindvornenrund/in der Grössen und Dicken eines höltzernen Tellers/ umund um mit Finger-dicken / vornen etwas subtilemSpann- langen Sprisseln / die mit felbernen Ruthen/einer stehenden Hand hoch/eingeflochten werden/verse,hen/in derHöhe machen dieSprissel einen etwas engemUmkreiß/ und am Boden einen weitern/ stehen so weitvoneinander / daß man zwischen einen jeden mit einemFinger durch mag/ damit man das Obst bey dem Stielfassen/ablediHen/und in das geflochtene Körblein einfal-len machen könne. Viel besser aber ist es noch/waiimaneiserne Ring mit solchen stumpssen Zahnen besetzt/an ei-Stengel(wie erst gedacht) anmache/ und um den Ringherum ein leines anderthalb-spanniges Säcklein ange-macht sey/ darein die Frücht fallen mögen/ indem manmit den flachen Leesern aufvorigeWeisc dasObstleicht«lich fallen lasset;dieses wird an einem Stengel fest ange-macht/damit kan man/ so weit man langen kan/ allesObst leicht bekommen und einbringen; wird nur zu demvornehmen Obst gebraucht.

Von Beschaffenheit des Monds sind unterschiedeneMeynungen/theils erwählen den wachsenden/theils denabnehmenden Monden.

DieMen haben dieseKnittel-Verse davongemacht:

I-una crclccnle, tu car^crepoma mcmcntc,

ti 6ccrcscit,quoc1 carplcris, omne putrclcit.

Aber dem Vernunfft massigen Urtheil nach/ wollte ich

lieber