Vierdten Bucbö Anderer Theil/ Obst-Garten.
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nes harten Holtzes sich auch sehr hart und schwer darzubequemen würde/judem er auch schier anzusehen/als seyerohneMarck.
Erwirdamfüglichsten und besten von den Neben-Zweigen gesetzt;wird er mitDungen und Umhauen wolversorgt/so bringt er desto grössere und schönere Frucht;obschon etliche meynen / er bedörffe keiner sonderbarenWartung/ so ist doch diß bloß wegen des Peitzens/ undnicht durchgehend zu verstehen; man kan ihn auch vonKernen fortbringen/muß aber vorhero inZucker-Was-eingeweicht / und zeitlich in der Fasten/ oder bald nachW")nachten/jm Vollmonden eingelegt werden! vonetlichen wird er welscher Kirsch-Baum/ wegen Gleich-heit des Steins und der Farbe / und zu Theil auch desGeschmacks/ genennet/ wiewol er an Form länglich ist/wie die Oliven.
Der Französische Loncli tor meldet / daß er die Gar,teN 'Dörnlein/oderLorno >iilc8 einmache/daß er sie vorVeronefische Oliven ausgegeben habe / auch viel Leuteüberredet/daß sie diese für solche gehalten: Ich (sagt er)lasse die allergrosten und rundesten ableesen/zu der Zeit/wann sie beginnen roth zu werden / und lasse sie erst einwenig abwelcken / fülle sie hernach (wann sie in Töpsseoder Faßlein gelegt sind) mit Saltz Wasser/ sostarckman solches haben kan / und schütte immer sovielSaltzhinein/als darinnen verschmeltzeN mag/biß man merckt/daAuchts mehr zergchen will/ sondern aufden Bodenfällt/und damit sie einen guten Geruch bekommen/ thutman Lorbeer-Blätel und Stengel von grünen Fencheldarzu/ und laßt sie also z-Monat stehen/ und rührt sieunterdessen nicht an;also kan man auch dieAriischocken-
Kern/Halb übersotten/einsaltzen/und oben ein baarFin-ger hoch frischen Butter daraufgiessen/ daß kein Lusstdarzu kamsind siezu viel gesaltzew läßt mans vorheraus-wassern , man muß sie an einem trocknen und temz>crir-ten Ort aufheben.
Er ist von zweyerley Art/ etliche werden im XuZu Ko,(und diese sind darum die werthesten / weil zur selbenZeit noch wenig Obst ist^etliche aber erst im Herbst zei-tig ; wann man sievon Steinen ziegelt/muß man ihnendie Neben-Schössefieissig abnehmen / sonst können sienicht recht wachsen; dasHoltz davon ist hartund fest/wie ein Horn/ darum ihn auch die Lateinernennen.
Sie werden auch in Zucker eingemacht/ wie dieWeichseln/und geben in hitzigen Kranckheiten und Fie-bern eine kühlende Labung/ haben auch die Tugend/daßsieden Bauch Fluß und dasReissen in den Gedärmenvertreiben; Hcrz Otto Brunnfells schreibt/ daß/ wannman dieBlätter dieses Baums anzünde/so geben sie einSässtlein/das soll man auf eine glüendeMessez-Klmgenempfangen/ undsevgut/ wann man die angehendenBlattern und Zitter-Flechten damit salbet.
Denckwürdig ist/' was O./ok. k.ipr. 8itlZNU8in luZ
ccüal 9 schreibet: Daß/wanneinMenschvon einem wüthigen Hund gebissen worden/obwol die ^tranckheic bey ihm noch verborgen ist/sobalder unter einen Cornel-Baum gehet/ oder einen Zweigdieses Baums in die Hand nimmt/ so soll die Wüthig-keit bey ihm ausschlagen; gibt auch dabey seine natürli-che Ursachen;wann diesem also ist/hatte sich ein also ver,letzter Mensch steissig dafür zu hütell,
Wie die trächtigen vollen Bäume zu beobachten.
Ann ein gutes Obst-Jahr/ durch GöttlichenSeegen verliehen wirv und dieAeste derBau-me allenthalben voll Obst hangen / muß manbeyzeiten darzu thun / damit die Aeste nicht überladenoder gebrochen werden: Erstlich ist gewiß/ wann may.nicht hilfft/ und die Aeste gar zu reich/ daß die Wurhennicht allen genügsame Nahrung einflössen mag/ also/daß sie nothwendig klein bleiben müssen/daher rathsam/daß man im )uiio die kleinen/ was überflüssig ist/ abbre-chen/wie auch hernach im^uZulio.daswmmstichigeab-schütten / und also den Baum von den übrigen Aestenentledigen lasse / so mögen sie die Winde mit so grosserGewalt nicht erschüttern: Zum andern muß man Ga?beln/ Stangen und Stützen haben/ damit man denträchtigen schweren Aesten ihre Bürde kan erleichtern/sie überheben und tragen helssen/ welches aber mit ge-bührender Bescheidenheit geschehen soll / daß sie erstlichdie rechte Stärcke und Länge haben/die Aeste fein sanfft! und gelinde daraufgelegt/und von denenWinden nichtmögen umgestossen werden; und weilen/sonderlich vondenen nicht allzu altenBäumen/dieRmde an denTrag»Aesten glatt und zart / auf den harten astigen und knor-richten Stützen durch der Winde Hin-und Gegenstoßhingefretzet / abgerieben und zerquetschet werden / sollman bey edlen und srüchtigenBaumen dieGabeln/oderOrt/w oraus der Ast ruhen muß/vl.m Stroh oder alten
Hadern / billig eine Vorsorg machen/ dieses Zerflossen(wodurch ein Baum schadhasst werden kan) zu verhü-ten / weil solche beschwerte Aeste von Wind-Braussenleichtlich zerstümmelt und abgerissen / und dadurch dieBäume verungestaltet werden; und ist nicht gut/ daßman warte/biß die Aeste sich schon gar abwärts biegen/weilen der Ast/wo er an den Stammen hasstet/ bald ei-nen Bruch bekommen mag/aber viel besser/wann man/die über die Hclffte gewachsene Frucht betrachtend/bep-z^iten/weil sie derAstnoch wol ertragen kan/obba ührterMassen zuHülste kommet;und/wie Michael Knab in sei-nem Obst-Garren-Buch sagt/ wann die Baume hoch/und weit-ausgebreitere Aeste haben / werden zu diesemEnde/ von den Zimmerleuten/ Klammern und Scheerevon guten Eychen-oder wahrbassren Holtz/ mit langen.Keulen in die Zwisel der Aeste eingelegt/ ausdaß dieBäume von den Winden/ oder Schnee-Beschwerumgen gesichert seyen.
Was hohe Baume sind / mag man die obern schwa-chen Obst-reichen Aeste wol mit langen Stroh-Bän-dernan ihren Stammen anhessten / damit er auch inVerwahrung stehe/ und man die unterlegten Stützendabey erspahren möge; zu diesem Ende muß man die .Unterstütz-Holtz / so bald die Bäume von ihrer Fruchtentledigt sind/ aufheben/ damit man solche/ wo man siekünfftig bedarss/wieder haben könne.
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