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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
586
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Des Adclichen Lanwuiw Feld LcbcnS

basstig geschätzet/ ihreKernabcr wenden in der Artzneyfür die Ruhr und andere Sachen gebraucht; tuese wer-den nicht gepeltzt/ kommen vom Kern / wie auch alle dieandernKriechöN-Geschjecht/welchehin-und wieder vonsich selbst wachsen/ sind meistentheils rund / grösser undkleiner/theils sind so groß/ als schier eine mittlere Faust/sind aber wässericht und ungesund/ doch töschensiedenDurst/sie sindgrün/gelb/roth/schwartz u»^d blau; theilslassen sich / ivann man Anfangs eine gelinde Warnte'gibt/wo! aufdörren/ und brauchenö die armen Leute imWinter zur Speise. Sie sind meistens von einerfruchtbaren Art/ und tragen gerne/ bedörffen auch kei-ner sonderlichen Wartung/ die man ibnen darum nichtanthur/weilman sie nicht großachtet/ist aberwol glaub-lich/wann sie solches hatten/ würden sie sich auch mit ih-rer Trachtreichllch einstellen.

U/xa jst eine fremde Art von Pflaumen/doch ist dirBaum etwas kleiner/dieRmde amStamm ist wechasdenAesimabergrünlicht/hatttarckerundechteBlätter/die Frucht ist kleiner als ane Pflaume / hat emen dreye-ckichtenKern/dieFrucht/wannsie zeitig ist/wirddunckel-

grün,'Lsr6anuz6<:keruln vsriccstclid ^ cap. 20.sagt/

daß sie jetzt auch in ltsiis zeitig werden/ wachsen in Sy-rien und l>a>zekina,kat einen süssen-aber jähen/ leimich-ten Gesck)mack/ und sagt man / daß in Orient der besteLeim daraus gemacht werde; sie werden auch ?runamaurs geuannl/und sind in der Apotheckrn wolbekant/theils nennen sie auchLcbeScn ot^cinsrum. Scraplizsagt: Das vcco<üum davon getruncken/sey gut widerdie hitzige Husten/reinigt die Brust/lindert die scharffenCalhar/und Hitzen des Urins in der Blasen/dienet wi-der die gallichte OeKuxwnen/undössnetdm Leib.

X^lX,

Von dem Nchel-Baum.

Es Nespel-Baums macht ^ünkioius zweyer-lcy Geschlechte: Die erste Art sey dornicht/ mitBlättern/fast wie eine Eychen/ die Blühe weiß/!Trauben weis beysammen / die Frucht sey fast wie dieEscheritzen/röthlicht/und den gemeinen Nespeln gleich/allew der Putzen sey enger/habe z.Steinlein inwendig/werde zu Neapoli in den Wein-Garten häuffig gefun-den. Die andere aber sey unsere gemeine Gattung/diehabe Blatter/ M wie ein Apssel-Baum/ aber kleiner/will mittelmässigenGrund/achtetö nicht/ob er schon san- jdicht oder stemicht ist; man kan sie auch von den Kernen-oder Steinen fortpflanzn / wann man sie in Zucker»Oder Hönig-Wasser einweicht/und also einlegt ; wannsie nun so dick worden/ als ein Daum/ kan man auf siepeltzen/ wann sie össter versetzt oder verpfropfft werden/-sollen sie keine/ oder doch wenigere Steine haben/ undauch viel grösser werden. Dieser Baum kan die Kältewol tragen/ doch ist ihm lieber mitteimässiges Wetter/wird gepeitzl meistentheilsaufwildeDörnel-oderMeel-beer- Stämme/bleibt aber klein/ und überwächst gemei-niglich der Zweig den Stammen / giebt auch kleinereFru6)t/aufBirnen/AepffelundKüttenaber/wiewslernicht so gerne darauf bekleidet / bringt er doch grössereund bessere Frucht;man peltzt sie allein in den Spalt/imHekbst/im halben Oetober/versetzt man ihn; er will wolumgehackt und die Erden aufgerigelt seyn/ gedeyet wolin fetten süssemGrunde/und halt dieNachbarschafft desWassers gar angenehm. 1 anara schreibet / wann erschwach wird und verderben will/werde er mit dem vccocto von den Luvinen wieder erfrischet. Der Holländische König!. Gärtner will/ dieser Baum werde sehr

sruchtbar/wann man Mist mit Aschen vernMiget/Mdinsonderheit von Weinreben Abschnittlinge an seineWurtzen legt; hat hartes Holtz und starcke Rmden ; dieBlüh ist weiß-grünlicht/ wie auch Anfangs die Frucht/biß sie endlich gelb-braun wird/ Hai z/ 4/ meistens aber/was vollkommen wird/s. Steine/ wird erst abgelesen/

wann sie 2. oder dreymal ist bereifft worden.

Die Peltz-Zweigedavon/ sollen in der Mitten desBaums gegen Orient genommen seyn; in seinem Allerist dieser Baum dem Wurm oder Zirey sehr untenvcrj-fen/sobald man etwas davon verspührt/muß er bißMSLeben ausgeschneittet / und der Schaden mit Baum-Salbe verstrichen/ auch darneben mit Schrepffen fiell'sig vorgebauet werden. .

Dieses Baums Wm-tzel fladdert weit um sich/ Mdgreifst tief ein; die Steine oder Kerne von der gruchl/sind eine gute Artzney wider den Stein; die ^ruchtiltkühl und trocken im ersten Grad / sie solle die Truncken-heit verhindern / den Bauch Fluß und das Erbrechenstillen / den Schwangern wider die unnaturliche Gelu-

sten/so die ^cclici picsm nennen /dienen/und denHam

befördern; man soll sie vor Essens brauchen /doch sind !>ehart zu verdäuen/ darum sie massig zu nehmen. .

Ein Nespel wird wachsen / wann man einen Zweigvon einem Holtzapffel-Baum in einem Meel-Dorn-Stamm/Lpirise slbse, czucici^nAlics clici lolct^s«-tliorne,einpfropffm wird/l.uptonLent I o.csp.y.er ha-be gesehen/ daß es sey probirt worden/ und gibts für eingewisses kxpcrimcntuin aus. Wann die ^)?e>pelausKüttengepeltzt sind/ so werden sie grösser / und nochmehr/wann man die Peltzung wiederholt!.

Dörnlein / oder Kornel-Baum.

Hr gewöhnlicher Stand ist zwar sonst in de»^^Wäldern/doch bringt man sie/ wegen ihrer an-"Li^qenekmen Fürb und guten Geschmack/ nicht un-billig in die Gärten / haben gern einen guten Grund/

und bekommen an dürren magern Orten nicht so wol/wie dessen die Frucht bald Anzeigung gibt;dieser Baumliebet auch freyen Sonnenschein / wird nicht gepeltzr/oder a uch dadurch nicht gebe ssert / wiewol er wegen sei-