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Th. 1 (1716)
Entstehung
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585
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Vierdten Buchö Anderer Theil/Obst-Garten.

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Vom Pflaumen-Baum.

>Ett6e8errcs saqt gantz wohl von demPflau-^men Baum: Wann er so seltzam wäre/ alsgut. er ist/so würde er unter den edlenGarten-Früch-ten nicht der wenigste seyn / darum aber/ wett er allent-halben und ohne sonderbare Mühe wachst/ wird er un-ter die gemeinesten Baume gerechnetzsein Holtz ist röth-licht/ sonderlich nahe am Kern/ daher solcher von denTischlern und Drechslern offt gebraucht wird; sie sindunterschiedener Grösse/ Farben und Geschmack.

Die Franzosen halten die örunc-mx clc örixnc/c füreine der besten Gattungen / wir aber hierzu Land dieBrünnen-Zwetschgen; weiß nicht/ob dieser Name vondem Französischen/ oder aber von der Stadt Brünn inMahren herstammet/die sind aber gantz klein und rund-licht/etwas mehr/als doppelt so groß/als die Schlehen/aber sie haben einen subtilen länglich tenKern/und sind/vornemlichgedörzt/für Gesunde und Krancke sehr ge-rühmt. Die nächsten daran sind die gemeinen Dama-fcener-Zwetschgen/die gern vom Kern gehen/ und zumDörren im Back-Ofen die bequemlichsten sind. DieserBaum liebt mehr einen leichten und feuchten / als har-ten und dürren Grund / wiewol er überall wol fort-kommt;man peltzt ihn auf seinen eignen Stammen/ kanvon den Kern und der Brul auferzogen werden; dasPeltzen geschiehet meistens in den Kern / und dadurchwird die Frucht lieblicher.

Her: kbazoriu, vermeldet/ daß er auf einen Pflau-men-Baumsechserley andere Gattungen gepfropffet/von welchem / da erzweyjahrig worden/ er einen gutenKorb voll Früchte bekommen.

Die Pflaumen können zwar auf andere Pflaumen-Baume geäugelt werden / doch kommen sie geschwin-der/wann man sie in den Spalt peltzet.

Die Brüt an der Wurtzen muß man abnehmen / eshindert am Tragen; das gewöhnlich, daran-wachsendeGummi muß man fleiffig wegputzen / so wachst derBaum desto besser; durch das Schrepffen (welches er

sehr gerne annimmt) wird ihm auch geholffen; er be-gehret zwar keinen Mist / aber doch öffters Umhauen/und Erneurung mit guter Erden/ so wachsen sie balderauf/ und tragen eher. Dieser Baum macht vielAeste/und kaimet dick aus/ drum muß man ihn beschneiden/und die innwendigen kleinen Zweige abnehmen/ damitdie Sonne durchscheinen und ihn desto fruchtbarer ma-chenkan.

Will man sie versetzen/so muß man/je grösser sie sind/je mehr sie stümmlen; vom Dungen soll die Frucht wur-micht werden und gern abfallen;man kan auch die Kernvon den Gepeltzten im Herbst oder Frühling stecken; siesind nicht so dauerhafft/als die Aepffel-undBirnbaum;man mag sie zwar wol enger/ als andere Bäum zusam-men setzen / und gibt ihnen diß am Wachsen keine Ver-hinderung / allein die Frucht wird röther und säurer/hingegen aber an der Sonnen grösser/ süsser/ schwach-blaulichter/besser und gesünder/ wan sie schadhaft!wer-den/soll manWeinreben-Aschen um dieStame streuen/oder die schadhaffte Rinden ausschneiden/ salben undverbindender will etwas wärmere Lusst/ als der gemeineKirsch-Baum haben / und wird in kalten Orten gernmiesicht; nimmt man ihm die überflüssigen Zweige/ sotragt er desto lieber.

Der äutkor des verteutschten Bauern-Hofs i-il-ai-ti setzt/wan man sie an ein Oertlein des Gartens setzet/sosollen sie also zunehmen/ daß sie sich in kurtzer Zeit in demgantzen Garren ausbreiten; ja/ wann man sie auf einerSeiten an der Mauer pflantzet/so werden sie an der an,dern Seiten der Mauren auch aufschiessen/ damit er ih-re sonderliche Fruchtbarkeit andeuten wollen.

Ihre Frucht dienet in der Artzney zu vielen Sachen/lindert die Hitze/reiniget die Gall/erkuhletund befeuchttet den Leib/ ist den Gallsichtigen und Blut-reichen be-quem/ den Alten und kalten ungesund/ wie auch denen/so zur Colicageneigt sind;soll vor derSpeisegenommenwerden.

on Mirobalanen/Kriechen und anderndergleichen Gattungen.

Jrobalanen sind eine zierliche schöne Frucht/die^dem Garten eine sonderbare Zierlichkeit verur-sachen/wann sie mit ihrer rößlichtm unterschied-lichen Farbe/an langen subtilen Stielen/an den BaumHaussen-weise herunter hangen/ haben die Grösse/ wiedie mittlern Marillen/ und tragen überaus-gern; sindnicht so gar längst in Tmtschland/ und erstlich nur ingrosser HerrenGarten/hernach aber wegen seines leich-ten Ausbringens insgemein bekannt worden; sind vonvielfältigenFarben/roth-grüne/gelblich/blaulicht/Pur-lmr-roth und gescheckicht; Her: Dümler setzt/daß theilskeineKern haben/item/theils seyn glatt/theils runtzlicht/kommen zwar wol vom Kern/ thun aber am besten gut/wann sie auch auf Zwetschgen - Wildlinge gepsropsstwerden; sie tragen offt das erste / gewöhnlich aber dasandere Jahr/und nehmen mehr zu/als keinZwetschgen-

I.THe,!.

Geschlecht. Daß aber dieses die Mirobalanen seynsollen/ derenvier-odersünsserley Art in den Apothe-cken zu bekommen sind / wieHer: kKsZorius meynet/kommet weder an der Figur/ noch in der Würckungüberein; dieses isteine andere Art derPfiaumen/so erst-lich am Kayserl. Hof/ zweiffelsohne aus Spanien kom-men/und zu Her:n camerari Zeiten/wie er in kiattliiolivermehrten Krauter-Buch bekennet / noch nicht be-kannt oder gemein gewesen; sie müssen/weil sie sehr dickantreiben/ gleichwol geschnitten seyn/ sonst tragensienicht gern.

Sonst giebt eö noch andere unterschiedene Sortenvon den Pfiaumen/deren theils gantz grün/und die wer-den hoch gehalten/theils roth und zimlich groß zu findensind/die peltzt man. Die gelben nennt man S penling/oder Spilling/ werde n z war für ungesund und fieber-

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