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Th. 1 (1716)
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582
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Dc6 Adeiichcn Land-und Fcio-tkbens

nicht zu starck angebunden seyn/ weil man sie wegen ih-res starckenGewachses leichtlich beschädigen kanzdieun--teOenAugen an denPfropff-Reisern sind meisten theilsnur Blüh-Augen/ die sind grösser und runder/ alo dieandern/ sind aber nichls/dieLaub-Angen aber sind klei-«er/spitziger und langlichter/die sind die besten/ und ge-ben den ^>tamm; das Schrepffen ist ihnen sehr gesundund wol anstandig/und geben sich gern in dieDickenda-von; man muß sie nahe bey dem Boden abpeltzen/ so be-kommt der Zweig desto stärckern ^afft/man mag wohletliche gegenNorden pfiantzch/sohat man/wann die an-dern schon vergangen/desto später ihre Frucht zu gemes-sen; sie werden gewöhnlich im Herbst umgesetzt, siewer-den auch vonden Kernen fort geziegelt, gedcyen abernicht so wohl/als die gepelhten; wann man besorgt/ erwolle wassersichtig werden/bohrt man einLoch oberhalbder Wurtzen abwärts / daß die Feuchtigkeit auslauffe/und verschlagts hernach mit einem Nagel von frischemHagdorn.

Wann man die Wurtzen mit ihren eignenZweigleinbelegt/ so erfrischen sie sich davon/ müssen aber mit Er-den wieder zugedeckt seyn.

Ioh. Rover sagt in seinem Garten -Buch im iz.

Cap. wann man Kirsch-Reiser aufCornel-oder Dvr-nel-Baum setzet/tragen sieKerschen/biß ausMichaelis/werden sie aber auf Quitten gepfropfft / so behalten siedie Fruchte wol/biß Allerheiligen. 8eä<ls evcnw non.nibilclubito.

Das Gummi von diesem Baum in Wein zerlassenund genossen/zerbricht denNieren-und Blasen Stein;man macht aus den schwachen / wilden Kerschen einenköstlichen Spintum; Item/brennt man Wasser davonaus / das ist gut wider die fallende Sucht/ einer halbenUnzen schwer eingenommen,

DasröthlichteKirschen-Holtz ist gut zu Stühlen/Tischen und Bäncken/Truhen und Kasten/ man machtauch Nöthen und Orgel-Pfeiffen daraus/ wie rsnsrzschreibet.

Der Kersch-Baum wird ehe Frucht bringen/ wannman ihn osst mit warmen Wasser besprenget / oderwann man lebendigen Kalch bey die Wurtzen bringet/die Kerschen bleiben lang/ wann man sie mit Zuckerbe«säet/in einen Topss/oder in ein höltzern aus Erlen- Holtzgemachtes Geschin legt/ solches wol allerseits verwah-ret / daß keine Lufft hinein mag / und hängts in einenBronnen.

cx?. xi.iv.

Von Weichseln/Amarellen und Sunden.

Leichwie die Spanischen Weichsel die beste undedelste Art unter den Weichsel» sind / also sindauch die sogenannten Gundi die vornehmstenunter den Amarellen; die gemeinen wachsen beede vomKern/und werden hernach durch Beyschößlinge/ die siebey den Wurtzen austreiden/ fortgepflantzt/ sind zumKochen/ Dörren/ Einmachen und aller Artzney/ weitedler und nützlicher/ als die gemeinen Kerschen/ sonder-lich die Weichsel».

Ein gewisses und von mir selbst probirtes ^xper,-ment ists/ daß / wann man im Frühling die jungenSchößlinge von dem zarten auskaimenden Laub derWeichftl-Bäum nimmt/etwan eineHand voll/und et-was Zucker/ rothen Wein/ ohngefehr ein baar Maas/Harüber giesset/ und über Nacht also stehen lasset/ einwolgeschmackerund perf-Qc-rWeichsel-Wein darauswird. I'snara sagt/ toi. 2 z. daß dieses auch die Weich-sel-Kern/wann sie ausgewaschen und gestossen werden/leisten können. ^ ^ ^

DieSpanischen Weichseln werden fast um dieHelss-te grösser/haben eine überaus-liebliche Ansäurung/undgeben / in Zucker conciirt / eine treffliche Labnus in hitzi-gen Kranckheiten; alle beede Sorten aber werden ambesten un nützlichsten aufKirschen-Wildling gepfropfft/weil sie darauf lieblicher/grösser und süsser werden;mankan sie zwar aufihren eignen Stammen peltzen/ bleibenaber dieBaume klein;hingegen aufdenKerschen-Wild-lingen werden sie grosse ansehnliche Baume / die gerntragen/ unddarzu lanadauren; darum soll man zudiesem Ende im Herbst überall in den Feldern geradeschone K'irsch-Baumlein ausgraben/ und in die Gar-ten setzen lassen; die^Spanischen Weichsel» haben denVorzug vor allen / haben aber an dem Spatzen einen

absonderlichen Feind/ der ihnen sehr nachstrebt/ undsiebiß aus den Kern abfrißt; da muß man nur ein altes sub-tiles Netzlein oben am Baum aufmachen / so trauen sienicht gerne/ oder (welches besser ist) hängt man einenoder mehr todte Spatzen an einen Faden / richtet einenStecken obelpam Baum, und hänget sie daran auf/ sotrauen die andern nicht leichtlich.

Die Gunden (woher sie diesen Namen haben / istmehr aus Mißbrauch / als aus rechtmassiger Ursach/weile» die Spanier alle Kerschen Quin^s nennen/ l»ßaber eine abgesondert?/ und mehr den Amarellen ähnli-che Art ist) kan man beedes auf Amarellen undKirschenpeltzen/ auf diesen aber werden sie süsser und angeneh-mer/ wahren auch die Bäume länger / aufdenAma«rellen werden sie säurer; sonst wachsen die Amarellenund Weichseln gern eine jede Gattung bey ihres glei-chen/werden nichtgepeltzt/und nur von denKernen odervon der Brüt fortgebracht / die muß man auögrabenund weiter fortsetzen.

Die Amarellen wachsen gern/ wo sie einmal hinkom»men/ vermehren sich selbst vom Stammen/ werdengroß und dauren langer/als dieWeichsel-Bäume/wer-den nicht leichtlich wurmig / und sind gesünder/als dieandern anverwandten Früchte;ihreBeysatzeundBrut,die unten gern austreibet/ kan man mit Erden Span-nen-hoch beschütten/ die Rinden unten schälen / und ineinem Jahr weiter versetzen.

Die Weichseln / wann sie recht zeitigen / undsanffl im Back-Ofen gedörtt werden / (man soll sieaber mit samt den Stielen dörren/so bleiben sie viel saff-tigerund wolgeschmacker) mag man viel Jahr brau-chen/ die eingemachten/ sonderlich die Spanischen /lö-

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