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Th. 1 (1716)
Entstehung
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577
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Vierdten Buchs Änderer Thal/ Obst Garten.

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c^?. xxxix.

Vom Mandel-Baum.

j^-Er Mandelbaum hat die Art an sich/ daß er umdiese Zeit zu blühen anfängt/in welcher er ist ge-pstantzt oder gesetzt worden/und auch diese Zeitsolang er bleibt/ mit den Blühen fortsetzt/ daher sollein vernünftiger Garmer Sie Kern oder Sätzling et-was spater setzen / wann die meiste Mte und strengeNacht - Reiffe vorüber sind/ K geschiehet ihn hernachdesto weniger Schaden an der Bliche / und wannschon ein Sätzling sich sehr heraus begeben / hindertsihn doch nicht an semem Bekleiden/ wanneranfangs

nur sittig besprüht wird.

Zu semcr Grösse/Hat dieser Baum wenige und seichteingmffende Wurtzen / daher er leichtlich von derSturm-Winde Ungestümm ausgewurtzelt und umge-rissen wird; er blühet ehemals er Blatter gewinnet.

Her: Dümler gedcnckt auch einer kleinen Gattungvon Mandelbäumen/ welche ^n Scherben gesetzt/ auchwol in die Be-ttlein verpflantzt wetden / und den Min-ier (Zweiffels ohne wol-TingebunDe.l)ausdaurenkön-nen; diese tragen viel lieber ihre Frucht.

Der kleinen Mandelbäum gedenckt auch der Hol-ländische Gärtner / sagt/.sie werden in die Blumen-Felder gepstantzt/ und man pflocke die grüne Frucht ?weil sie noch keine Kerne haben/ im Iunio / Zweiffelsohn zum Condiren; sie werden gepflantzt im Februarioin gute Erde / doch wird die Grube iw spaten Herbst ^vorher gemacht/daß es durchdie Lufft erfrischet werde.'

Sonst iiebt er dürre fandichte Ort und freyen Son-nenschein gegen Morgen oder Mittag/ verachtet auchmchr dürre / magere und steinigte Ort/hasset ferner s»wol die Fettigkeit/ als auch das Dunqen/ darum er annafjen Orten nicht gedeyet. Die Kerne/die»nan ste-cken will / soll man wnden großen dünn-schalicheyer-wehlen/ sie über Nacht in Hönia oder Zucker-Waßerweichen/darnach vier Finger-tieff M Änle^en / daßder Spitz auff der Seiten zu ligen komme ; sie werdenauch von denBey -nnd Neben-<Schößling fortge-pflanzt/ man darffsie nicht peltzen/ wiewol die Fruchtdavon fusser und geschlachter wird ;weil auch der bit-tere Mandelbaum durch das Peltzen sich versüsset/ wie-wol etliche vermeynen / man solle nur bey tcr Wurtzelein Loch abwärts bohren/damit der bittere Sasst aus-fiiessen und wegsincken könne / zu dem Ende muß manden Grund aufheben. HerrElßholtz will / man sollsie auf Pfsrschen-oderPflaumenbaumcpeltzen; durchRöhrlen und Auglen wird er bester als durch anderePeltz-Arten fortgebracht.

Er stehet auch gern / wie derMaulbeerbaum/ beyden Häusern/wo er/vor dem Nordwind versichert/derSonnen Anblick genießen kan. Die geelen Schoß/ soinwendig austreiben/mußman ihm fleisslg nehmen/ sie

hindem sehr viel an der Fruchtbringung; der kalteLufft macht diesen Baum unfruchtbar /auch die über-;häuffren Aeste/fv ihnen zu benehmen sind. Die Fruchtemuß an einem schönen Tag abgeleesen / bey warmenWetter/ und drey oder vier Tage an der Sonnen ge-trockner/hernach auseinetrockene Bühne gebracht undvfft umgerührt werden / also kay man sie viel Jahr er-halten; die grossen und runden mit den dünnen Scha-len sinddiebesten. Diese Bäume sollen imAlterliebertragen / als in der Jugend / geben vor Gesunde undKrancke eine treffliche Nahrung; wann man sie inSpreuer legt/lassen sie sich gerne schalen/ sonst mußman sie im Wasser schwellen; wann man dürre Man-deln mit samt der Schalen m Wasser einweicht/wer-den sie /als wann sie frisch waren.

Fünff oder sechs bittere Mandeln sollen/nach p>u-r-ircki Meynung/ der Trunckenheit widerstehen. DieMandeln haben sonst eine temperirte Art/ werden zuallerley köstlichen Speisen und Cousecten gebraucht /sind Minder Schwindsucht/ zum Keuchen undBlut-speyen/ kühlen Lung und Brust / denen zur Leber undzum Miltz/ vermehrenden Sagenden die Milch/ da-von auch ein sehr nützliches aMMvielea Sachen be-quemes Oel gemacht tvird.

Die Mandeln mit Essig gestyssen und aufdie Schlä-fe gelegt/ vertreiben das HauptWche; gegessen/ brechensie den Stein / machen schlaffen. Das Mandel-Oellinder/die oücs, hilfft für die »cSica/macht die Kehlund Brust glatt/auswendig erfrischet es die Glieder /fo damit gesalbet werden; von den übrigen Nutzenmagman die Kräuter - Bücher besehen.

Wann der Mandelbaum mchr Blühe als Blätterhat / soll er ein fruchtbares/ im Gegentheil aber ein un-fruchtbares Zahr vorbedeuten / so er mehr Blätterals Blühe hat.

Die bittern Mandeln sind den Huhnern sehr schädlich/ und stehet in lV1ilc?II. (.uiios. anno 8. Observ.yy daß Hnnu >6/7.imJulio/alseinApokhecker-Ge-selldasOelausgeprcst/ und die Gebern in den Hofgeworffen/ davon die Hühner gesressen/sindsie alleumgestanden/ und ist nur von sieben Hühnern eines/deine man Theriac eingegeben/ davon errettet worden;ist geschehen zu Breßlau in Schlesien.

Der Mandelbaum/ wann er versetzt wird /wurtzeltnicht leichtlich wieder ein / daher tauqt er nicht in dieKlp3i>cr5 oder Mauer-Gelander. Wann man will/daß die Mandeln ein gutes reines Oel geben sollen /muß man die äussere Haut mit einem schärften Messer/abschaben / und nicht im Wasser geweicht werden/ dieHaut also nasser abzunehmen/das Oel wird davonwässerig und nicht wolgeschmack.

Ddddij