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Th. 1 (1716)
Entstehung
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574
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Dc6 Adeltcyen Landend Fe!d-Lebcn6

Der Birnbaum wächst ^n kalt und warmer/ trocke-ner und feuchter Lufft/ist gern in den Feldern oder infetten Thälern /-da er hoch und groß wird; dochwirddie Frucht /der auf Gebürgen und Anhöhen wachsen-den Bäumen wohlgefchmacker. Die Pargamotte heistauf Türckifch Herrenbirn / oder ein Her: über alleBirne / wie planem - ildet. Die Bienen follen ausder Birn-Blühe das ^^ste Honig saugen.Jn schlechten/magem und gesaltzenen Boden gibt er kleine Frucht/bat lieber gute leimichte als fandichte Erden / die/ wel-che Waitz zutragen pflegt / ist am dienlichsten.; bedarffgleiche Wartung wie der?tpffelbaum / wachsen aberetwas längsamer/ sonderlich wann ihnen der Grundnicht schmücket; je Wer man sie umhauet/ mit guterDung belegt/ und das Gras wegräumt/ je lieber tra-fen sie. Sie tragen auch gern in Traid-Feldern / undist ihr Schatten dem darunter stehenden Kornviel we-niger schädlich / als des Aepffelbaums / der mercklichmit seiner Wurtzen und Schatten ausbrennet. Dar-um schreibt auch , daß er von den Weinbergennicht bannisirtwerde/ weil er seine Wurtzen tieffin dasErdreich senckend/ den Safft also an sich ziehe / daß erandern Gewachsen / die nicht so tieffen Grund bedörf-fen /unschädlich sey. Sagt ferner/ daß die beste Dungfür dem Birnbaum die Haar von gebrüheten Schwei-nen sey.

Etliche wollen/in den Thälern sollen bessere Birnewachsen/als in der Ebene/andere aber halten dafür/daßdiese Birne zwar grösser/ doch ungeschmacker seyen/hingegen die an magern Orten kommen / seyen kleiner/aber besser am Geschmack. Die aufBirnbaum-Wild-ling gepflantzteBirn-Zweige wollen ein gutes Erdreichhaben / von einem tieften Grunde/dann ihre Wurtzensuchen allzeit den Grund / und sihet man/so bald sie Kißoder Tuffstein antreffen / werden sie gelb nnd dörrer amGipffel. Es kan auch nicht schaden / wann mm diejenige Birnbäume / welche cieiicai And gut rohe zu essensind / von denen spaten / welche nur zum kochen dienen/und also allezeit das Sommer-Obst von dem Winter-Obst absondere /und jedes besonders pflantze.

Die jungen Baumlein bedörffen fleissiger Nachsicht/die Ameissen sind ihnen sehr gefährlich / daher sie wvhlvor ihnen zu bewahren; sie dörssen in erster Jugend ^nicht so osst und starck beschnitten seyn / biß sie grösser!werden; so bald die Rinden weichen will / muß manden Ort bald öffnen / das Faule ausschneiden und ver- jbinden. Er kan über ioo. Jahr dauren/gibt eine von denbesten/ edlesten und gesundesten Früchten/wann er gu-ten Grund und linde Lufft hat / soll gesünder seyn / nachals vor derSpeise genossen; wan man will/daß sie nichtsollen steinicht seyn / sollen die Stein fleiflig aus demOrt weggeräumt/ und bessere Erden hingebracht seyn.

XXXVI.

Von den Kütten.

Er Küttenbaum hat lieber leichte als harte/feuchte als dürre Erden / lieber mittelmäßigeKälte als Heisse Lufft/er wächset gern an feuch-ten Orten / oder wann es feuchte Sommer-Witterungen gibt / fönst follen sie bey dürrem Wetterbegossen / doch der Stamm nicht benetzt werden; mitder Wurtzen gepflantzet/tragen sie osst im andern/ mei-stens aber im dritten Jahr / wann ihnen der Grund an-nehmlich ist / legt man aber die Zweige ein / bedörffensie länger Zeit/ man kan sie fo wol von den Neben-Schossen/ als von den Zweigen/ mit Einlegen fortbrin-gen; mankans aufAepffel/Bwn und Dörnel peltzen/doch an den letzten werden sie kleiner; sie blühen mei-stenteils spat/ wann die Mayen-Fröste sich enden;dieDung / mit rechter Bescheidenheitgebraucht/ ist ih-nen sehr beförderlich; wann sie im Grase stehen / mußman sie osst umhauen / sonst tragen sie nicht gern;wann sie zu viel Beyschoß treiben / soll ihnen im Herbstnicht mehr als eines/ zum höchsten zwey zugelassen/das andere aber ausgereutetwerden / man muß sie baldmit Erden beschütten und versetzen. Es ist ihrer zweyer-ley Art/ Aepffel-und Birnkütten/ diese sind zarter undbesser zum Einmachen; die aus Tyrol von Botzcn kom-men/werden den andern / wegen ihrer Milde / Gröss"und Güte/vorgezogen.

Hm Dümler lehret von Kütten-Zweiget eineSpalier oder GeHäge folgender Gestalt im ersier Theilfeines Obst-und Baum- Gartens Cap.i?. Man sollim October etliche Gruben machen / vhngefehrlich an-derthalben Schuh tief/ und einen Schuh weit/und follvon einem Küttenstock Zweige schneiden / zwey Schuh

lang / doch junge Schößlein/ die fein zart und glattsind / dieselbe foll man unterfchneiden / wie Weinre-ben unten aufspalten / und ein Haber-Kömlein oder et-liche m die ausgefpaltene Zweige stecken/ und in gemeld-ten Gräben einlegen/wiedie Weinreben/dochallwegdrey Schößling eines Schuhes weit voneinander/sowachst ein dickes GeHäge; man soll die Zweige über'eine zwerche Hand über die Erden nicht lassen herausgehen / und den Graben nicht gar mit Erden zufüllen/sondern oben eine zwerge Hand mit kurtzem Mist derErden gleich machen/ und darnach das andere Jahr sol-che Zweige alle/einen zwerchen Finger hoch über derErden abschneiden / so wachsen sieHauffen-weis her^für / und bringen desto mehr Frucht / dann die Wmtzel,wird starck; man fi'W im Februario im Vollmond ab-!schneiden. Untern Birn-und Aepffel-Kütten-Stäni-men ist ein merklicher Unterschied/daß jene / daraufzu peltzen/ Ziefe weit vorzuziehen / weil die Birn-Küt,ten einen istärckerern Stammen / grössere und zartereFruch/Haben; Der Apffel-Kütten-Stamm aber wer-!de meisten von den daraufgepeltzten Birn-Zweigenüberwachsen/ daß der Stamm schwach/der Zweig aberrarck werde/ alfo seinen Gast nicht beherbergen/oder indie Länge bewirthen kan. Wann man die Birn - Küt-ten-Stämme in derPeltz-Schul äugeln will / schneidet ^man sie vorher einen Daumen hoch über der Erden ab/damit er wieder neue austreibe / weil das Aeuglen aufeinen neuen Schoß verrichtet werden muß; hingegenthun diese Birn-Kütten-Stämm nicht so gerne gut/jwann man auf sie in den Spalt oder in die Rinden ^peltzen will / fo gleichwol auch in acht zu nehmen / wan n

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