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Des Adelichen Lands und Feld-LebenS
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theilt
S ist kein Obst als Aepffel und Birnen in somancherley Gattungen/an Form/ Farben/Zei-tigung und Geschmack unterschiedlich abge-/ so daß es unmöglich sie alte zu erzehlen ,
Von Apffelbaum
sonders auf einer trockenen Binnen verwahre«. Mankan sie auch nach und nach wol getrocknet m Fäßel le-gen/ einen nach dem andern,/ und hernach verschlagen >die Aepffel wischt man mit einem saubern Tuch abfah-ret das Fässel drey oderviermal aus / und schauet zuvon iO. zu lo.Tagen/und werden die Aepffel allzeit wie-der getrocknet und eingelegt/ bis sie aufhören zu schn»,tzen/nachmals schlägt mans recht ein/ sie faulen hernachso leicht nicht mehr. Was zerquetscht und mailicht ist/!kan man zum Apssel-Most gebrauchen/oder Spalte!daraus machen und ausdörren.
Es gibt auch eine sonderbare Art der Aepffel/ diegar kleine Stammlein treiben / undbillich Zwergel-
angesehen sie auch vielerley Namens-AenderungenundWechsel hin und wieder in Teutschland haben; wasman in Oesterreich und Böhmen Morschansky / dieHeisset man anderswo Meißner/ und anderswo Por-storffer-Aepffel/und so fort. In Oesterreich wird ihnenunddenedlenPrinner-Aepffeln derPreiß gegeben/wei-len sie Gesunvenund Krancken dienlich/ auch den gan-tzen Winter durch/ bis wieder in den Frühling bleiben;wiewol die erste Art Somer und Winrer Aepffel gibt;
hernachWeispracher-Kütten-Aepffel/grosseUngarische Aepffel möchten genennet werden; an etlichen Lrtm
Paradieß-Aepffel/Holer-Aepffel/Passamännerunan- heistmansie Jacobs-Aspffel / darum / daßsieum
dere/ deren man wol über hunderterley Gattungen(wie Jacobi zeitigen.
etliche gethan haben ) namhaffr machen könnte. Der Noch eine absonderliche Art/ die nicht blühen/ son-
Apffelbaum treibt zu seiner Größe nicht viel Wurtzen / dem nur ihre Frucht^ aus dem Holtz und Aestlein trei-
die sich auch nicht tteff elnsencken/ sondern nach dem fla- ben/ wie die Feigenbäume. Man hat auch sonst der
chen Boden herum kriechen. Her: Dümler schreibet: Zwergel-Aepffel roth und weiß/werden in Geschirren
Wann man einen Baum mit einem Bleyring oder und in der Erden erhalten/ werden nicht gepeltzt/und
Gürtel umgibt/ oder die imKorn blühende Raden mit vermehren sich unten am Stamm / dabey sie aus-
samt der Wurtzelausraufft/ ein Band oder Krantz treiben.
macht/ und den Baum damit umgibt/ lasse er das Obst Eine lächerliche Historia / wie ein unfruchtbarer
nicht fallen; Er erzehlet in seinem Obst-Garten über Apffelbaum zu bedrohen und zu zwingen / erzehlet l.u-^
180. Gattungen Und Unterschiedliche Sorten VVNAeps- ^ovic» Oomenicki nclici^xtic, molti c burlc üb. s.!
feln/die doch in unserm Land mehrentheils andere Na- toi.) 12 daß ein Cremonesischer Edelmann/
men haben. Dieser Baum liebet mehr sandichten als c!e iVi-rclii. erzehlet habe . Er habe von einemBauren
leimichtenGrund wann er gleich etwas steinicht ist/nur gelernet/ daß er seinen unfruchtbaren Apffelbaum drey-
daßergutsey/ wie ein Acker der schön und gutes Korn mal mit einer Axt eine Stteich geben/und allzeit diese
bringt. Man soll aber in seinen Garten nur die edelsten Wort demStreich beyfügen solle: Apffelbaum/ du bist
Arten/ und die am längsten bleiben/ aussondern/und zu alt/ und thust kein gut/ das künfftige Jahr will ich dich/!
Pflantzen erwählen ist einBaum der lang dauret/und zu als ein untüchtiges Holtz aufs Feuer legen. Und als er
dieKälte wol leiden kan/haffet denStand/wo dasMist- dieses dreymal versucht / habe der Apffelbaum sehr ml
und Pfützen Wasser darzu kommen kan/welches aberdie Birnbäume lieben. Man soll in Acht haben/ wannman die Acpffel-Zweige peltzet/daß beedes dasReisleinund auch der Stammnichts schwartzes in sich haben /dann sie sollen den Wurm und Brand gern damitkriegen.
klcmorsbilc cli, rzuocl Lacon in tlikioriA nstu-rsli kxpcr 546. sit : Invenitur muku, suKmentapsranribus in ulu, c>ucm malus eclit. e^rcAiooclore,quocj etiam Hxperim. 642. cle?opuli Sc I.arici» musco
Er leidet das Schrepffen gern/sonderlich wann erjung/und imWachsen ist/darfnicht so offtalseinBkn-baum umgehauet werden/lässet sich auch gern versetzen/seineZweige sollen nicht ehergebrochen seyn/als wannsie Augen bekommen haben/wird in denSpalt gepeltzt/und auch auf andereWeisen/nimmtzivarüberall vor-lieb/ je besser aber der Ort seiner Herberg ist/ je reichli-cher bezahlt er mit der Frucht.
Die Aepffel (wie alles Läger-Obst) müßen nach ih-?er Zeitigung bey schönem/ Hellem/ warmen Wetter imletzten Viertel abgelesen werden/ mit samt dem Stan-ge!/ wasschadhafft/ mailicht ungerne bleibt/ sondert
Aepffel getragen/ und also continuiret/daß er fast derfruchtbarste aus seinem Baum-Garten worden. Dismag glauben und versuchen wer will/kan aber seyn/daßdie übrige bittere Feuchtigkeit / so in dem Apffelbaumgesteckt/und ihn am Tragen verhinderthat/ durch dieempfangene Streich aussincken/ und also dieFruchl,barkeit wieder befördern können.
Der HolländischeKonincklicheHoveniersagt/ dasAbfallen der Blühe und Frucht am Apffelbaum zu ver-hüten/ soll mandieWurtzen mitMenschen-Urin be-ziehen/ und in währender Blühe/soll man eine Handvoll Weinrauten/ so viel Wermuth/ und so viel Tabaczusammen/oder besonders jedes zweyHand-voll/in einemittern Kessel voll Wassers sieden/ etwann eine halbeStund lang / und hernach den Baum/ weil er blühet /etlichmal besprengen/ so werden alle Käfer und Uuzief-ser / so die Blühe verderben/ sterben und herab fallen.
Wann man den Stamm eines Apffelbaums/ einenSchuh hoch über der Erden mit einem bleyernen Blechumgibet/so soll er mehrFrüchte bringen/doch muß man/wann die Frucht ansänget groß zu werden/ das Bleywieder hinweg thun. Pater? yllcovvgky sxrz-,riZlol. so6. schreibt/wann man den Stammen eines
man von dem guten ab; man muß aber jede Art be-' Apffelbaums mit der Gall von den grünenEydexen be«
^ ' siretcht^