Vlerdten Buchö Anderer Theil/Obst-Garten.
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Cz?. XXXIU.
Was Monatlich bey den Bäumen zu thun.
Iewol dieser Arbeit/oben im Andern Buch/in dem Monat-Register/gedacht worden /will ich doch kürtzlich allhier eine wenige An-regung rhun. Und zwar im /anuario istdas vornehmste/wo man Winter-Häuser hat/ undgrosse Kalte ohne Schnee ist/ daß man Wasser inGeschirren hinein setzt/ und sobald sie gefrieren wol-len/ und eine Haut bekommen / gleich Morgens undAbends ein wenig einheitzen lasse; Item soll man derBäume Wurtzen mit Dung belegen/ dieRauppen-Nester fleissig / samt allem verdorrten Laub/abraumen/und Peltzwachs machen lassen.
Im kebruario soll man den Schnee/ wann er sichgar zu hart an die Aeste le^/und zu besorgen/ daß er sol-che abdrucken möchte / sacht abschütteln; Peltz-Zweigezum^5>tein<Obstam Ende des Monats brechen/welcheBäume in diesem Monat gepsropsst werden / dererFrüchte / wie auch die Bäume selbsten/ sollen keineWürme bekommen. Diese Zeit ist es am besten Bäu-me zu versetzen.
Im Harris was mit den jungen Peltz-Bäumen in>iesem Monat fürzunehmen / und wie sie zu warten/ist üb. 2. cap. z /. zu besehen. Der Baume Blatter,Wg abzunehmen/daß kein Ungeziefer sich darunterverhalten können. Man kan die alte Bäume beHauenund saubern.
Am äprii die Peltzer vor Ameissen und Ungeziefer> »erwahren/die besten Obstbaume mit Stroh-Bän-)ern/die hinab in ein Wasser hangen/verbinden/so er-rieret die Blühe nicht; Citroni undLnnoni Zweigleineinlegen und gruben/ allerley edles Kern Obstpeltzen/!und dieZweige drey oder vier Tage vor dem Neumon-den brechen/ die Welschen und zarten Früchte gemachan die Lusst stellen/die Bäume im Frühling/ wegen descher wachsenden Ungeziefers/ nicht düngen/ wann derMertz dürr gewesen/die neuen Pclher fleissig bemessenmit Mist» Wasser; den schwachen Peltzern die Blüheabnehmen lassen.
Im soll man mit allemFleiß die iungenBäum-einverwahren wegen allerley ihnen begegnendenUnsal-m/ dann wann das Wetter dün/schadet solches denPfropff- Stammen / ist es gar naß / verderben sieauch gerne/ darum der Baum, Gärtner solche auf das>este pflegen foll/daß sie empor kommen können. An-deres mehr lehret >ib. 2.c. 4).
Jm)umo, Pomeranzen/Lemoni/ wie auch andereBaume äugeln und röhrlen; in diesem Monat ist derSonnen - Feuer denBäumen fast unerträglich/ welchewts mitihrer Hitz sie abschwächet und krafftloß ma-chet/wann man die kleine Peltzer in den Schatten aufetliche Stunden versetzet / erheben sie sich / was aberim Feld stehet/denen muß man mit BegiessendieKräss-len anfrifchen.
Jm/uiio den schwachen blöden Bäumen/mit Um-Hacken und Wässerung zu warten/itzt werden die Ro»
sen-Stöcke geäugelt/ auch muß man das wurmstichigeObst abklauben/und Brandwem daraus brennen/denPomerantzen-und Limoni - Bäumen/ die übrige Blühezeitlich abnehmen/ sonst verderben sie gerne.
Im äuZuko die fchadhafften Balnnemit BaumSalben schmieren und einbinden/ Gruben/darein manim Herbst Wildlinge setze/ zunchten; Es wird demFrucht-Baum noch eine kurtze Zeit sein voller Ast gelassen / welchen die Begürden zu berauben das Urtheilgesprochen haben.
Im Ssptembcr das nach und nach zeitigende Obstin Acht nehmen und einsammle»/Baume versetzen imwachsenden Monden/ Quitten zu brechen/ eheste nochgantz geel werden/ sind besser zum Einmachen/und wirddas Confect schöner und weisserdavon / Maulbeek-Feigen/ 8 rmZa und Haselzweige zu stecken/und beydürrem Wetter zu begiessen/ Bartnüß und andereWildling und Baume versetzen; Item die Wildlingin den Wäldern und Feldern suchen lassen / so bald dieBlätter beginnen abzufallen/ die Kern von Pfersichenund andermObst aufzuheben/ die Baum-Wurtzenentblösen/ etlicher Massen von aussen herum bedungen /doch vor der Kälte wieder decken/ die Zweiglein vomRibesel und Rauchbeern stecken lassen.
Im OÄoKer. in diesem Monat wird das Obstvollends gar eingebracht/ die Feigenbäume muß manvor der Kalte einlegen und verwahren/ Kütten-Stau-den in die Weinberge und Gärten setzen / die zartenWe'schen Bäume unter das Dach bringen / vorhermeiner (^aieria eine Weil stehen lassen/ oamit sie al-gemach v».n der Lussrsich entwöhnen/ und die Win-ter-Einsperrung desto williger gedulten; Jtztkan mandie Ameis-Hauften bey feuchtem Wetter allenthalbenim Garten mit Stösseln und Schlägeln zerknirschen /auch die Stützen/ so unter den Obstbäumen gestanden/wegräumen / und an einem trockenen Ort verwahrenlassen.
Im November mag man lebendige Zauns undSpalier setzen/ Gruben machen/ dahin man im Früh-ling Baume versetzen kan; Obstbaume von Mteß räu-men/ Peltzer vor dem Frost/ und der Hüsen wegen /mit Stroh verbinden/ Wildling graben / die beschä-digten Bäum ausschneiden/ curiren und wol verwah-ren lassen.
Im December ist das grüne Feld mit Schnee be-decket / und hat das weiss: Kleyd angezogen / einVorbild der Kält. Der Gärtner soll bedacht seyn/daß alle Baume wol versorget seyn möchten / biskünfftigen Frühling. Er wird der Winter - Arbeitengenug finden/ welche alle bey künsstiger Garten-Arbeiteinen grossen Beytrag thun müssen.
Cecc iij