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Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
569
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Vierdten Buchs Änderer Theil/ Obst-Garten.

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zwischen denen in Huicunccm gesetzten jungenBäumlein/die habe ich erstlich im November bey feuch-tem Wetter im Neumonden/ durch zween Tagwerckermit grossen höitzernen Schlägeln und Stämpffeln/ sohart sie gekonnt/ niederstoßen lassen/ und wann mandes anders Tages mit einer Schausselhat aufgegra-ben/ ist die Erden gantz schwach von todten zerflossenenAmeissen gewesen; folgenden Frühling habe ich überallnachspührenlassen/wo sie die Erden übersich geworf-sen/ und das Stössen und Schlagen wiederholet/aberallzeit bey kalten / feuchten und frostigen Wetter/ dafindet man sie alle in ihrem Ameiß-Hauffen/ und dißdrey oder vier Jahr nacheinander thun lassen/ fo sindsie meistentheils caputirt worden / und haben hernachmeine Baumlein ziemlichen Fried vor ihnen gekabt;die zerstoßenen Ameiß-Hauffen im Frühling habe ichmitHeu-Saamen besprengen lassen/so ist auch schönesGras allda gewachsen.

Es ist auch nicht böse/ wann sie unter den Ribeselund andern Sträuchern einnisten/allwo sie hart zu ver-treiben / daß man drey oder vier Glaser mit engenHäl-sen und weiten Bäuchen (darinn ein wenig Hönig sey)des Abends hinein lege/so kriechen sie alle darein / diekan man ertrancken / und also nach und nach ihrer loßwerden.

Ikeopkrskez?arscellu8 in I.ik. 6c Lonlervat. re>mm nstursi sagt: Wann man Rocken -- Brod / nurein wenig / in ein Hönig hinein wirsst/ so verdirbt dasHönig/ und wird alles in Ameissen verwandelt. Lon-»cZu, Kunrath erzehlet in seiner ivicciuliZ vikilistorig,daß ihm vor einem Abendtheuer/ der viel seltzame Dingexpcrimenlirt gehabt/ für gewiß zu seyn/ sey betheuretworden / daß eine bewährte Kunst / wann einer et-was gerne verkauften wolle/daß es ihm stracks willigabgekauffetwerde; sosucheman einenAmeiß-Haus-sen/ der bey einem Hartzbaum/von Tannen oder Föh-ren sey/ diesen Haussen soll er zerstören/ so werde ermitten drinnen eine Kugel oder Klumpen von Hartz-Pech finden/ den die Ameissen zusammen getragen/ dieM er heraus nehmen und oehalten ; will er nun Viehe

verkaufen/ so berauchere er solches mit diesem Pech al-lenthalben / so wird er auf dem Marck bald Kauff-leute finden; hast du auch (sagter ferner) sonst andereWahren und Güter/ nichts ausgenommen/so nimmdas Geschin/darinnen du feil haben will / berauchereund bereibe es mit diesem Pech/so wird man dir vor an-dern abkauften. Lecj viclclur superKitionem iövcrc

Sonst ist zwar die Ameisse ein verächtliches Thier-lein / doch haben sie wunderliche Kräfften und wirckli-ehe grosse Tugenden in sich/sonderlich in der Arhney/so wol ihre Eyerlein/als sie selbsten/ wer davon wissenwill/ beseheohenernennten ^utkorcm in dem a»cZir-ten O^zcre, im andern Theil ?rs^stu ciecimcz oü->vo,da wird er viel denckwürdige Sachen finden. DieAmeiß-Eyer dienen zum schweren Gehör/ und vertrei-ben die Haar; der Ameiß - Haussen trocknet / stärcketund erwärmet die Nerven.

Ameissen zu vertreiben von den Bäumen/ soll man/wanns regnet/eychene Säge-Späne in die aufgehauteErde mischen/ dann das daraus kommende Wassertödtetsie; Oder man soll den Sasst von den Lupinenan den Stammen schmieren / so wird keine Ameissenhinauf kriechen; It. soll man aus Zwiebel mit schwernen Schmeer abgestoßen/ den Stamm herum bestrei-chen.

Den Waldrauch aber von den Ameissen/ bekommetman auf folgende Weife: Wann sich dieAmeiften nachMartini in den grossen Hartz-Wäldern in ihre Haus-sen einlegen/ so fasse das mittlere aus den Haussen in ei-nen Sack/ trags nach Hause / drähe den Sack schnellherum / so werden die Ameissen wirsslich/daß man sieleicht tödten kan/klaub hernach das grobe Holtz davon/nachmals nimm das übeMebene in ein Sieb/ und fülleein Potting oder grosses Schaff mit Wasser / sitze dasgantze Sieb mit dem Waldrauch und Holtz hinein indas Wast er/ so fallet der Waldrauch bald gen Boden/und schwimmet das übrige Holtzwerck und Mist/ wasvom Ameiß-Hauffen kommen ist/ über sich/ derWald-raucb aber bleibt unten ligen/ und wird hernach ge-trocknet.

xxxii.

Bon den Rauppen und anderm Ungeziefer-

Je Rauppen sind der andere Feind / die denBäumen / jungen und alten / sehr schädlichsind / und finden sich ein Jahr mehr und häus-ßger als das andere / da muß man ihre Nesterund Brüt mit grosser Sorgfaltigkeit im Herbst/ Win-ter/und Anfang des Frühlings überall an den Bäu-men/Sträuchern und Gewächsen/ nicht allein imGar-ten / sondern auch aussen herum auf einem geraumenWege/an allen Sträuchern/wilden Bäumen und Ge-wächsen nachspühren/ abbrechen und vertilgen/ und sie> ja bey Leib nicht nur unter den Baum ligen lasten / ausHoffnung/des Winters Kalte werde sie schon verder-ben / dann es Heisset: Unkraut verdirbt nicht; und! die Eyer werden/bey wiederkehrendem warmen Som-mer-Wetter/ zu des Gärtners Verdruß und derBäu-me Verderb/ wieder lebendig; daher muß man nicht«llein die Rauppen-Nester / sondern auch alle die

Hl. Theil.

Blätter / so im Anfang des Winters an den Bäu-menhangen bleiben/ mit Fleiß in einem alten Topss/oder anders Geschin/ zusammen thun / ausserhalbdes Gartens / mit Füssen wol zertretter// oder ver-graben/ verbrennen / oder in ein fliesten»-WasserWerften.

Il^oma I-Ujiton <5cnt.io.k5cmorsl?. 51. sagt: Mansoll für die Rauppen / unten den Baum mit weichenPech oder Leim bestreichen / und an einer Leitern einSäcklein voll Ameissen auf den Baum hencken/undsolches eröffnen/ daß sie heraus können/ so werden dieAmeissen/ weil sie nicht vom Baum/wegehdes Leims /steigen können/ aus Mangel der andern Nahrung/ dieRauppen alle auffressen; dlß(wie Nusl,3näcap. zy. p. 16z. meldet) soll auch thun eine Wasser-Sprütze/so sie wol benetzt/ muß aber eine grosse Sprü-hen seyn/ damit man Feuer zu löschen pfleget.

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