Vierdten Buchs Andcrer Thei!/ Obst-Garten.
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Göttlichen Fluch beschwerten Erden die Dampfte und^ bösen Dünste ausziehet/solche wieder zu ihrem Verder-ben herab schüttet/ undwiediesesalles unsere Sündenaufuns laden / also ist auch dafür kein anders Mittel /als ernsthaffte Reu und Büß/ samt einem eyferigemGebet/ so dem erzürnten GOtt die Waffen und dieRuthen / damit Er uns straffen will/ emwedergarausder Hand nehmen/ oder doch etwas lindern kan.
Diß ist mcht darum geschrieben/ daß ein Mensch nurallein beten / und die Hand ans Rad nicht auch legen /oder die Vernunftc und die Mittel/die ihmGOttveriliehen/ nicht brauchen solte.
Der kalteWinterist zwar nothwendig / weil er diebelästigte und erhitzte Erden abkühlet/und gleichsam ru-hen macht/und erquicket/ die Wärme darinnen con.ccnlriret und zusammen schleust; wann er aber ohneSchnee mit allzurauhem Frost zu tieff eingreiffet/ kaner wol den jungen Gewächsen schädlich seyn; also mußein Gärtner sich nicht verdrießen lassen / solche mitStroh und Einmachung zu verwahren / oder gar indie Gewölber und Keller unterzubringen.
Nicht weniger wann der Schnee p-r matcnam sä-r!,Kiulinolam zusammen ballet/ sich an die Aeste derBäume henckt/ und sie also beschweret/ daß/ wann auchein Wind darzu kommt/ sie offtermals brechen und ber-sten müssen/ welches sonderlich gefahrlich/ wann es zumEnde des Hornungs oder im Mertzen geschiehet / da dieAugen schon ziemlich ausgeschlagcn/ da muß ein Gärt-nn Fleiß haben/ die zarten schwachen Baume sacht undbefcheidentlich zu bewegen / nicht den gantzen Stammmit Gewalt/denn damit würde er den Augen undAe-!sien schädlich seyn/ sonderngantz gelinde kan er einenAstnachdem andern sachte bewegen / und also den Baumvon dieser Bürde entledigen; die großen starcken Bau-me bedürffens nicht; also auch ist die grosse Sommer-Hitz mit kühlenden Bespritzungen zu bemittelmässigen.i Für den Reiffsetzen etliche Waßer-Geschir: zu den!zarten Bäumen/oder machen ein Grablein herum/ undgießen Wasser drein/ der Hoffnung/ der Reiff soll sichhinein ziehen/und den blühenden Bäumen nicht scha«den/so aber/ meines Erachtens/ aufgerathwol ange-sehen/und ungewiß ist.
> Für die strengen Winde wäre wol gut/ wann sie ge-gen Mitternacht ein Gebäu und also einen Schirmhatten/aufs wenigst müssen die junge Baume/ wie öff-ters schon gedacht worden/mit Pfahlern und Stangen! versehen/ und versichert darangebunden stehen.
DenMeelthau vertreiben etliche/daß sie einenRauchvon Mist/Horn und feuchtem Stroh machen/ daß ihnder Wind durch den Garten treibe/und diß soll helsten.Was zarte Gewächse sind/ mag man so wol den Meel-thau als auch den Reiff davon mit subtiler Anstren-gung eines frischen Wassers abspühlen/ daß sie nichtso gefährlich eingreiffen können/das muß aber seyn-/ehe die Sonne aufgehet/dann / sind sie einmal von derSonnen beschienen/ ists hernach vergeblich.
Der Meelthau ist ein !Uctcorum, von der Nacht-Kalte und den Morgens-Frösten zusammengepackt /durch die aufgehende Sonne abcr zerschmvltzen/ mitweißen trockenen Tropften < wie in den Mühlen dasStaub-Mehl sich an die Wände anlegt) herab fleusset/oder gar wie in eine weiße Spinnenwebe verkehretwird/ geschiehet gern im Herbst / ist so wol den Bäu-men als auch dem Viehe schädlich/ dann die Augen anden Bäumen werden durch ihre trockene Krafftzusammgedrungen und gleichsam eingezogen/und wächset dar-innen cinsi-hädlichesWm-mlein-wie ineincmHäutlein/welches das Trag-Aeuglein abfrisset/ und das'Gras/sovon diesem zähen süßlechten Thau(welcher ko» t-rm-,-Leu» oder meiicusgcnennctwird)eingeträuffet ist/wirdvon dem Viehe desto begieriger genossen / welches her-nach ihre Feuchtigkeit also anzündet/ daß sie mit derZeit eine glffnge / schärfte und gallicbte Eigenschasst er-langen^ davon allerley gefahrliche Zufälle entspringen;daher schreibt l^cyttkcncs ?rockZiisalso:4. l ss6^
den in->zroacurbeLalilicnli ,j>cscqucnU6ie
in Oitionc kcrncnlium , non pkvculs Ounovppicio,rns cie coelo cecicZit, cui suä cjulccclinc: mcl supcrs-bat, tzuoci 6c ssepc sntes isÄum, 5ccuts snimsliumpeliisczuzeplcrunczue comicatur.
Für den Hagel haben dieAltenkryoniam lnnihreGarten aussenhergepflantzet / auch allerley Kräuterge-rühmt/ als daß man an allen vier Ecken des Gartens /St. Johannes-Kraut / Rauten/ Teuffels-Abbiß/Lor-beer / Corallen und dergleichen legen soll/ auch ausserdiesen viel andere abergläubische Dinge gethan / die ei-nem Christen zu thun nicht gebühren/ undgantz billichverworffen werden.
In Summa / alle dergleichen Mittel sind in derVermmfft und der Natur ungegründet/ daher müssensie allein der Göttlichen Fürsichtigkeit heimgestellt / unddarneben gebetten werden/ daß Er / der alles wol ge-macht hat, eines und das ander zum besten kehrenwolle.
Cx?. XXXI.
Vom Ungeziefer/ und erstlich von den Ameissen.
Nter andern Garten - Feinden und schadhass-ten Thieren/ die dem Gärtner Verdruß / unddem Garten Schaden verursachen/ sind nichtdie geringsten die Ameissen/ die zwar ihren Namenvon der Emsigkeit/oder diese / von ihrem unverdrosse-nen Fleiß/ den Namen empfangen haben/ aber wieein unruhiges Heer Landsknechte sind / die einen Ortüberfallen/und fleissiq sind alles zusamm zu suchen/ wasihnen tauglich ist/also aber / daß den Jnnwohnern dieAugen übergehen / und das Hertz dabey zerspringen
I Theil.
möchte/wie Petrarcas 6c rcmc^Io utriusquskortuNX Üb, 2. in prseiationc über die Ameissen klagt/clumbrums luse conlulit, noltram turbzt sekatem. Und/ul'iu» Cslar 8caIiZer nennet sie rislurze peccstum.Doch halten sie etliche fürPropheten/daß/wann siein der Ernde hoch über die Erden ihre Nester aufbauen/und die Eyer in die Höhe einbringen / soll ein nasierHerbst vorhanden seyn.
' Ein Gatrner hat sonderlich bey den jungenGewächftt^/ und mehr bey den gepeltzten Birn-Kersch-und
Ce cc