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Des Adelichen Landsund Feld-Lebens
cz?. xxv.
Vom Dungen und Begiessm.
ist der Kühe-Mist/wann er wol abgelegen / derbeste/ im Eingang des Winters Lebraucht /Schaf-Mlst ist hitziger/ und taugt aufdürrem HitzigenGrunde nicht; noch hitziger ist der Pferd-Mist/der nuran feuchte Ort Mist/doch taugt er besser in dem Ku-chen-Garten und an die Hülftn-Früchte / als denBäumen; der Mstvon jungen Schweinen kommt denBäumen/im hitzigen troekeneiiGrunde/wohl zu statten/der muß aber unter die Erden kommen; Tauben»Mistist derhitzigste/wanner aber von Regen undLufft eineZeitlang hat abgekühlt/ist er von wundersamer Krafft/dle Baume zu erquicken/muß den gantzenWinter offenliegen/und erst im Frühling hernach / unter die Erdenkommen/ und ob er wol sodann für allen andern Dun-gen wirckend und kräffcig ist/so vergeht doch seineKrasstviel eher als der andern/ und währet über ein Jahr oderzwey nicht. Der Sau-Mist ist der kälteste und beste zuhitzigem E d eich / und weil die Bäume gemeiniglich/wegen zugrosser Dürre/gelben/so ist er gar dienlich/ siewieder grünend zu mache»/ man muß ihn aber / so baldman ihn ausstreuet/ vergraben. Der Tauben-Mist istgar zu hitzig/ wann man ihn zu frisch gebraucht / wannaber seine Hitze vergangen / so thut er Wunder/ in-dem er die fast todten Bäume wieder leben macht/ undihnen neue Krafft mittheilet / er verliert aber solche/(wie Sieurls (Zencircwill) innerhalb zweyen Jahren;man muß ihn im Anfang des Winters ausstreuen/undwegen seiner Hitz/ vordem Frühling nicht eingraben;nichts desto weniger kan man ihn gantz frisch / so bald ervom Taubenhause kommt/zu den Stammender altenBäume ( damit er sie erneure) tragen; man muß ihnaber gerad im Anfang des Winter«Monats zulegen/undzusehen/ daß solches nur 2. Zoll dick und eines hal-benSchuhes weit vomStammengeschehe/auch daß er(damit er im Winter allen Regen und Schnee empfan-ge) vor dem Frühling nicht umgegraben werde. tclcmrctert, die an weiten Haupt« Strassen abgestocheneGras-Büsche oder Wasen/sind das beste Erdreich imgantzen Lande/weil sie gar wol geruhet / und von demdarüber osst gehenden Viehe gedunget sind; man mußaber/nachdem der Boden ist/ nicht mehr/als auf dashöchste/etwan eines halbenSchuhes tieff/wegnehmen/und vor demGebrauch denWafen wol zechacken/damitsie sich mit der natürlichen Erden desto besser vermen-gen/ und deren ihre Güte mittheilen/ weilen diese Erdenfast märbe/ohne Hitz/ und voller Nahrung ist/ dienet siesürtrefflich wol in die/zu Verfetzunq der Bäume/gegra-beneLöcher zutragen/ und umdieWurtzen der Bäumeherzulegen/weil sie sich zu derselben gar wol schickt/undalles wol ausfüllt/ sie muß aber gar rein und zu Pulvergemacht werden.
Also muß Hühner-und Tauben-Mist/ Rinder-undSchaf-Mist/alles mit Unterscheid gebraucht werden/daß er die entblösten Wnrtzen des Baums nie berühre/I sondern aussenher umlegt/und mit Erden bedeckt werde.Zum andern muß es allein im Herbst und gegen denWinter geschehen im abnehmendenMond/so gibt e: de:
NterdenMisten/diezuden Bäumen gehören/1 ursachet er/daß nur vieMngeziefe:wachsen/diedmBäll
men schädlich und zuwider sind/verbrennt auch mehz/alser nutzet/ sonderlich wann ein dürre r Sommer kommEs gibt aber Aschen und Kalch/und das/so denKürfchnern und Gräbern von Fellwerck überbleibt/ auch einegute Baum-Dung / wann mans im Herbst um dieWu' tzen von aussenher streuet; auch Schaffs-BoMund Geis-Hörner/so mans in den Stamm in die Er-den schlägt/das größere Ort oben ans lässt/ damit es dieRegens-Feuchten in sich aushalte / und den Baum da-mit erquicke; Item/ Klauen von Rindern/Kühe- undSchwein-Harn/ so das Ungeziefer vertreibt / das mußaber selten bey den jungen / össters aber bey den altenBäumen gebraucht seyn; man glaubet/daß die Bäumegern davon wachsen / und reichlich Frucht bringen sol-len - und gewiß i st / wann die Dung zu rechter Zeit ge-schiehet/daß die Bäume viel lieberund besser'tragen/als sonst; ein alter wohlabgelegener und verfaulterMist ist am besten darzu dienlich; wicwol viel derMey-nung sind/ den Mist/so viel möglich/ den Bäumen zuentziehen/und lieber abgelegenes Gassen-Koth/oderan-der gutesErdreich darzu zu schütten/wie auch schon vor-her bey den Reben gedacht worden.
Herr Dümler gibt eine gute Lehre / wie die Baumerecht zu düngen - Man gräbt (spricht er Op. 4. )nach Beschaffenheit des Baums/2/z/oder 4. Schuhbreit rings um den Baum herum / ziehet das Erdreichheraus/thut Wasen und Stein beyseits/und gibt ge-naue Achtung/daß die Wurtzel nicht entblöset/ noch diekleinen Lebens-Würtzlein/so den Safftan sich ziehen/nicht verletzt werden/sondern ein paar Finger dick mitErden bedeckt bleiben/dann es läßt sich nicht thun/ daßman dieDnngung bloß aufdieWurtzel thue/ weil siedavon schimmeln und anbrüchig werden/ auch dannen-heroWürmer wachsen/welche dieWurtzeln durchnage»und verderben. Die Dung/ spricht der ^utor clc i'in.kruÄion, pour Ics arbres truic.ticr8, muß /waNN l!Mdie Baume versetzt/ sonderlich die jungen/ nicht gespahrtwerden/ denn zu wünschen / man besserte die Erden an-fangs also/ daß sie hernach andere Hülffe nicht bedörff-tig wäre/indem wann sie erst/schonFrucht-bringend/be-mistet werden/nicht möglich ist/daß diese Einmengungden Früchten/wo nichteinen bösenGeschmack beybrin-ge/doch ihren angebohrnen/ lieblichen/viel vermindere:wann aber der Mist schon zur Erden worden/ schadet ernicht so viel/daher nie einiges Gras um den Baum zuleiden/oder sey was es wolle / um den Baum herum zuziegeln/daß die gute Nahrung allein der Frucht zufiiesse/und nichtvon Bastarden unnütz verschwemmet werde:also dauren die Bäume/und darffsie nicht düngen/ ohnewann man an Blättern und Früchten ein mercklichesAbnehmen verspühret/dann soll man im todten Hei bst/wann man den Baum wol umgegraben/Tauben-Mist2.oder z.Finger dick/aus4. Schuh herum legen/ und al-so überWinter liegen lassen/damit ihm seine überflüssigeHitze gedämpfft werde/und wann der Winter vergan-gen/gräbt mans unter / dardurch der Baum aufs neuegestärckt/und gleichsam verjünget wird Will man aber
Würben Wärme und Safft; im Frühling aber / ver-! von jungen S chweinen den Mist nehmen/ so mußn M ihn