Vierdten BuchöAudcrcr
Schuh lang stehen; dis kan ni^n so wol jungen als al-ten Bäumen mit Nutzen thun/weil sie sich davon erstar-ren und verjüngen/doch muß man/ stracks nach erfol-gendem Jahr-Gewächse und all;ufrechen Trieb / dasunnothwendige abräumen ; dis muß aufeinmal nichtan allen Bäumen/ sondern allein an etlichen vollzogen/und also jährlich sortgesetzt werden.
Man kan auch wol die abgestümmelten Baume vonneuem peltzen / damit die Frucht desto edler werde.Wann die /ungenBäume schön wachsen/und doch we-der blühen noch tragen wollen/ soll man im letzten Tagedes Monds/ im Januario/ die Aeste sämtlich abstutzen/so viel des Baumes Wolstand erleiden kan / so wird erdarauf blühen und tragen; und wo du zweifflest/so stutzenur etliche Aeste- so wirst du allein die gestutzten imFrüh-img blühen sehen/ die andern aber nicht; ist des Herrn6e5-rrcs Erfindung/und hat so wol ers/als seine guteFreunde/denen ers cvmmunicirtund vertraut hat/ mitVerwunderung erfahren.
Wann die Aeste allzusehr mit Früchten überladensind/ muß man sie unterstützen / den Überfluß abklau-ben und schütteln/ damit das schlechte und wurmstichigeabfalle, so bald die Frucht abgenommen wird/mußalles/was zerbrochen und unsauber / was zu hoch/ oderzu niedrig auf die Erden sincket/ abgeräumt/ und derBaum also wieder zu künfftiger Fruchtbarkeit vorbe-reitet werden.
Baume zu reinigen und zu säubern / daß sie desto bes-ser wachsen und tragen. Dis folgende hab ich aus ei-nem alten .Vianulcripto bekommen und abgeschrieben:Gleichwie man den Menschen/wann er gedeyen soll/von den übrigen Feuchtigkeiten / Unflat und Ungeziefermuß reinigen/die Haar und Nägel/wann sie zu langsind/wegschneiden / offtauch die Haar gar herab neh-men : Also wollen auch die Baume/wann sie sich mit zuvielem Ho!tz überwachsen/ beschnitten und entledigetwerden/nicht allein Wohlstands halber / sondern viel-mehr/daß sie wachsen und tragen/dis besteht aber in fol-genden Stücken:
1. Daß man alle dürre und faule Aeste/sie seyen großoder klein/ hinweg nehme am Stamm/und nicht lasseüberHand nehmen.
2. Daß man gleicher Weise den Bäumen alle übri-ge Aeste/und alles überflüssiges Holtz/es sey unten oderoben/benehme / sonst erstecken sie einander selbst / undverderben;offt haben dieBäume von denWurtzeln/bisinz.oder 4.Stämme/ zugleich unterschiedlich getrieben/und sich weit ausgebrettet/solches ist dem Baum schäd-lich/und müssen solche überflüssigeStämme abgehauenwerden/doch nicht alle auf einmal / sondern von Iahrenzu Jahren/zur Zeit/wann der Safft in der Wurtzen ist/damit alle die Krafst dem überbliebenen Stammenallein verbleibe/der nemlich der gesundeste/frischeste undgeradeste ist; also auch in der Höhe müssen alle überflüs-sige Aeste verhauen werden/ daß die andern Lusst/Liechtund Vermehrung haben/ auch sich ausbreiten und tra-gen können; es gehört aber Vernunfft und Beschei-denheit darzu/daß man nicht die gesunden/ fruchtbaren
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und guten Aeste hinweg räume, und die untüchtigen ste-hen tasie/zu mehrern und weitem Schaden: und kmman i>n Sommer und Herbst über diejenigen Zweige/die zwar starck und groß sind/ doch keine Frucht tragen/und w»eder die trächtigen ausmercken / damit man dieunnützen Säuglinge/die ihren fleiffigen Neben Aestenden vornehmsten und besten Safft entziehen und absteh-len/zu rechter Zeit kan abhauen / und also den übrigenguten Aesten ihren Safft verbessern; die Wunden abermüssen fleißig mit Baum-Salben verstrichen werden/damit sie desto schleuniger wachsen / und vor dem Re-gen/der kalten Lufft und dem Ungeziefer verwahret/o-der doch zum wenigsten mit Küh Hiaden und Launenverbunden seyn.
z. Sollen alle Neben-Schoß und Wasser-Zweige/sie schlagen aus der Wurtzen oder aus dem Stamm/oder aus den innern grösser» Aesten/ so dem Stammennahe/und überflüssig austreiben/ von Jahr zu Jahr ge-schnitten werden/ daß sie nicht überHand nehmen / undden tragenden Aesten dieKrafft entziehen.
4.Wann die Baume sind mit Moß beschlagen/mußman es abschaben/oder nach einem Regen/wann feuch-tes Wetter ist/mit einem wollenen odergroben leinenenHadern abziehen/dann es den Bäumen nicht allein fürsich selbst beschwerlich ist/sondern auch alles andere Un-geziefer darinnen niestet/ sich fortbringet/aufhält undverbirgt/ sonderlich aber ist der rothe Mieß schädlich.
s. Sollen auch alle alte dürre Rinden / so an denBäumen sich öffnet/weil es nur den Wurmen/ Ohr-hölen und andern Ungeziefer genüffte / dem Regen aberzu vielHerberg giebet/abgezogen und weggeräumet wei-den. Wann du einem an der Rinden beschädigten undverfaulten Baum helffen wilt/ so mach einen Anstrichvon Kälber-Blut/Leim und Kühmist/und bestreich da-mit den schadhafftenOrt des Baumes im abnehmendenMonden.
6.Sollen die NauppemNester und alles Geschmeißan Blättern und Aesten / im todten Herbst und demWinter durch/ fleissig weggethan und vergraben wer-den/ehe sie noch lebendig werden; die beste und gelegne,ste Zeit zum StÜMMleN ist im j-muano und kLkiuario, ?wann der Safft wieder übersich steiget/ wie Herr8crrcs will/ den Moß aber und die dürre gebrochene jRinden abzuschaben/ ist der Frühling am bequemsten/im Hornung und Mertzen.
Es hat^ekcmizs (ZrevvM v, und KUcmbrum ke»
ßiz? Societät!» in HnZIia, in 1>iZÜatu , den er lclcaml-jiltoriX pkvtoloZicse; cum Lontinustione Hngto-
mise Vexetabilium nennet/ gezeigt und in Kupffer für-gestellt/alle Wurtzen und l^uncos. unil cum l'kconave^ctationcscorum, bcnciicio ZUicrolcopii.UNd wieVal» laKca 8c sere!, auch I.impkTcIuÄuz Mit ihrenl'cxturen/aus der Wurtzel in die Stämme und Aestesich einfinden; weil es aber mehr -,c! l'K.iosopli^m alsOcconamism gehörig ist / wollen wir den begierigenLeser dahin angewiesen haben/ ist in calce Nilccll, Lu-riolor. anni nvni Sc ciccimi zu finden.