56O Des Adelichen La
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Wann die Baume anfangen zu gelben/ muß man sieim Winter-Monat umgraben / ihre Wurtzen aufde-cken/ und feisten / mit Erdreich vermischten Sau-Misthinzu streuen/well dieser Mist kalt ist / erfrischet und be-feuchtet erdengantzenGrund/wan er zu trocken ist/ undalso nickt er dieUrsachen derNranckheit hinweg.Wannein Baum am Wipffeldür: wird / so kommt es von derWmtzen her/ darummuß man sie aufdecken/ und wannsie noch gesund und mächtig sind / vornen alle abschnei-den/ihnen gute gedüngte Erde zulegen/und den Gipffel/biß aufdaS Leben/abstümmeln/und verbinden/ so wirder sich in kurtzer Zeit wieder erfrischen; wären aber dieWurtzelnfaul/ istsam besten heraus genommen/ undweggeworffen.Man siehet auch Baume/die den Man-gel haben/daß sie/wegen vielen Frucht-bringens/ innerwenig Jahren sich selbst hinrichten und verzehren; dieseschädliche Fruchtbarkeit zu verhüten/soll man ihnen denGipffel abstümmeln/ oder ihre Aeste um die Helffre ab-kürtzen/ und solches zwar im Mertzen/ 2. oderz.Tagenach dem Neumonden / auch soll man ihnen 2. oder z.Jahr- lang alle tragbare Knospen auvbrechen/ also er-holen und verjüngen sie sich wieder.
Wann dieBäume imJahr öffterS als einmal aufge-hackt/und der Wasen davon genommen wird/bekomrsihnen überaus wol/doch/daß man flcissigeAufsichtbrau-che/ und sich (nach Herm Dümlers Lehre) nicht vomBaum stelle/dann solcher Gestalt hauet man die kleinenWurtzeln ab/ die doch dem Baum den besten Safft ge-ben/sondern/daß man sich mit einer Selten zumStam-menkehre/ damitdieWmtzcnunversehret bleiben; soaber je eines ausgewüblt würde/soll inan dasselbe strackswieder vergraben Von Rechts wegen sollen jungeund alte Baume jährlich viermal il);e Wartung ha-ben : i. Zu Ausgang des Winters / muß man sie tiefumgraben. 2. Im May/wcmns einen kleinen Regengethan / das darffnur eine halbe Schauffei tief seyn,z. Im /uüo auf eben diese Weise. 4. Im October/das muß so tief seyn / als man m die Erde kommen kan/und müssen allzeit die <5 keine und Gras - Wurtzen her-ausgelesen werden/ damit die Fettigkeil der Erden nichtdem Unkraut / sondern allein den Bäumen zu gutenkomme.
Wann nun dieses/ weil der Garten zu groß ist/ nichtalle Jahr durchaus geschehen kan/kan man denselben in2.oder z.gewisseAbsätze eintheilen/und jährlich emen da-von wol verpflegen/damit es in 2. oder wenigst z. Jah-, ren/gar herum gehe /nemiich/daß man ihn zur Wurtzenraume/mir guter setter neuer Erde zu hülffe komme/undetwas 5aug-Asche darunter nehme / das Ungeziefer zuvertreiben.
Will man Anfangs zwischen der Baume Reyhen/weil sie noch jung sind/ackern und anbauen lassen/ thueman lieber mit Hülsen-Früchren / ausser der Kichern/Gersten und Hirs/wie auch Lein-Saamen und Hanff/die gar eine austrocknende An an sich haben; aberHabern und Waitz kan man anbauen / wiewol es auchschlechten Vortheil gibt; ^affran mag man am aller-besten darzwischen haben / weil er nicht achtet/ od erschon niedergetretten wird; oder allerhand Rüden /weil die Umgrabung des Gartens den Bäumen nütz-lich/ und sonderlich die Rüben bald ausgenommenwerden/ und den Winrer-über nicht im Felde blei-ben.
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Wo das Feld darzwischen geackert und gesäetwird/muß man denPflug sacht cinsencken/damit dieWurtzei,!
nicht beleidigt/noch auch sonst weder von denPflug-Rä-dern/ Aschen/ oder sonst an der Rmdenim Umkehrenund Aus-und Abfahren/noch von derPferdmKumme- Zlen/wann sie niedrig sind/ oder durch das Nagen chrer!Zahne beleidigt werden.
Mir der Dung und Wasserung muß gewisse Mittel,maß und Bescheidenheit gehalten werden/ (wie ich her-nach mit mehrern will erwehnen) weil so wol der Über-fluß und unzeirig-ungebührllcher Gebrauch/ als gäntzlischer Abgang/schädlich ist/da dan so wol die E«genschafftdieser / als auch des Grundes zu betrachten; die Dungschickt sich am besten im Winter / wie auch dasGiGn jim Sommer.
Es haben dieBaume/so in den GraS-Gärten stehen/!sonderlich vonnöthen/ daß man im Herbst / die Wasenund den Stamm herum aushebe / die Erden rigle/ und(doch ohne Verletzung der Wurtzen) etwas aufhaue/die Steine herausklaube/und siemitdergereinigunEr-denwieder beschütte/ den abgestochenen Wasen kan^man auflegen/ und ein baar Jahr faulen lassen/ so wirdguterGrund daraus/also können dieWuryen dieWin-ter-Feuchten besseranziehen/und werden mchr bald m>e-sicht.
Die grossen/ dicken/ astigen Vaume bringen niegut/oder grosses Obst/weil der Stamm mit feinemSastr soviel unnütze Gäste Nicht bewirthen kan / daher sie aucheher auszehren und verderben;alfo ist höchst-nölhig/denÜberfluß der Wasser-Zweige auszuhauen, und nur soviel von den Haupt-Aesten zu lassen / was der Baumwol ernähren/und zu Aufdringung der Frucht besafftenkan; das Schneiden muß mit scharffen und wolschnei-denden Messern und Schnitzern geschehen / damit dieR nden vom 'Ast nie zerstochen/ oder abgeschunden wer-de; der Schnitt soll allweg abwärts und schlemmsge-!hen/ daß der Rcgen ablauffen möge/ und soll meisten-theils der höhere Theil der Rinden gegen der Wetter,Lücken stehen/dafür er das Marck etwas beschützen kön-ne; die beste Zeit ist nach dem Winter/wann der Baumim Saffl ist/ weil er die Rinden desto eher verwimmernmacht/da hingegen/wo sie im Winter gestümmelr wer-den/ von dem Flost erschwartzen und faulen/ drum kanman das Schneiden im kebruariv anfangen/oder nachdes Hermcic 8-rrcs Meynung/im X4arlio,undbiß En-de des Majen oder halben .sunii, ohne Ansehung desMondes-Wechsel/contmmren.
Muß man aber im October und November auspu-tzen/soll man desto längere Zacken daran lassen/und sol-che foHends im Frühling gar abschneiden; und also sollman jährlich alles Gedörue/ so wohl als die Wasscr-Aweige ablhun/als auch/was die andern Aesteüberstei-gen/ oder Seiten-warts ausschweißen/ und den Panmungestalt machen will. Offt wachsen inwendig ein baarZweige/ deren die Bäume (wie tue Eltern offt unter ih-ren Kindern mit besserer Verpflegung einen unbilligen ,Unterscheid haben) allen Safft mitzutheilen / und dcnandern zu entziehen pflegen/die soll man gleich abschnei- >den/damit der Baum nicht verderbt werde. WelcherBaum aber gar zu frech auffchiesset/ und einen dmncnStammen hat/ daß ihn die Winde leicht umreißenmögen / dem ist am besten/ man stümmle ihm gantz alleAeste/ und laß ihm solche nicht mehr/ als einen halben ^
' Schuh !