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Th. 1 (1716)
Entstehung
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559
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Vlerdten Buchs Anderer Theil/ Obst Garten.

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Die Franzosen neüen diese Art der Bäume Lhiziier,die darum an die Mauren gelegtwerden/ solche zu ver-decken/ und mit grüner Färb und Fruchten den Gartenzu zieren. 2. Daß der Wind und Reiffe nicht also darzu

die ncu-auMeibende Sprossen abzwicken / weil dieseszur FruchtVollkommenheir viel beyträgt/und dieBäu-me einer Mutter gleichen/ die den jüngsten Kindern amliebsten die Nahrung mittheilen/ dadurch denen nutzba'

mögen, z. Und daß vom Wiederschein der Sonne die - renTrag-ZweigenderSasst/ wo nicht gar entzogen/Früchtedesto besser werden, contr.kspölü-rz sind/die in doch verringert wird.

freyerLufft also geziegelt werden/haben denNamen vonden Pfählen und Stöcken/ an welche sie gebunden wer-den/haben sonst gleiche Wartung/ausser/daß die an derMauer sicherer sind / als die in freyer Lusst/ und diese si-cherer/ alsdiehohen Bäume; also bekommt in denenSpalierendas rare edle Obst am allerbesten/u. werdensagt Peter Gabriel / unvergleichlich schöner/ so wo! ander Grösse/als an dem Geschmack/als die/ so aushohenBäumen wachftn/ überdas/ so tragen sie vielmehr/ in-demes gantz gewiß ist / daß ein solcherZaun / so wol ge-bauet ist/alle Jahr Früchte hat und geschiehet offt/ daßman mehrals öen halben Theil der Früchte abbrechenmuß; alle diese Vortheil kommen von der Sonnen-Wärme her/welche viel starcker ist/ wegen der Wieder-kehrung der Sonnen-Slrähleu auf der Mauren.

Ein verständigerGärtner muß alleZweige dahin ein-richten/nachdem er ihm fürgenomen/denBäumen oderder Spalier eine Gestalt zugeben; was sich nicht darzuschicken will/muß weggethan werden; das Schneidensoll man biß in kcbrusno und klartio, im abnehmen-den Monden sparen / wann der gröste Frost vorbey/schadet auch nichts/ wann sie schon blühen/ sonderlichmuß man alle Aeste wegbringen/die erst im ä uzulw ge-trieben haben/weil sie niemals Frucht bringen/und nurden andern Aesten hinderlich sind; die Frucht- bringen-de Zweiglein muß man vor allen Dingen erhalten. Diegrosse Früchte verlangen/ sollen die kleinen/ kurtzenZweiglein/ die völlig smd/ und vielBlüh-Knospen ha-ben/wol inAcht nehmen/die demStam und denHaupt-Zweigen am nächsten sind/ denen soll er nicht mehr/alseinen oder zween Blüh - Knöpffe lassen / allzeit an einenOrt/wo etliche Blätlein darüber hängende verbleiben/sowol die Blühe vor der Sonnen -Hitz zu beschatten/euch damit dasAestlein nicht ausdörre/daraus erfolget/daß derSafft/der sich in vielBlüh Knospen hätte aus-giessen müssen / sich allein in die wenige überbliebene/zu deren Vortheil und Wachsthum einlogire; und/ob-wol das Aueschneiden allein in diesem Monat / biß zu

Die Pfersich-und Marillen-Bäum muß man öffterbeschneiden/ fast alle abnehmende Monden/ so lang derSommer währet/dann/so bald imHerbst derSafft ab-wärts gewichen / können sie nicht mehr überwimmeru/und der folgende Winters-Frost beschädigt sie offt sohart/ daß ein gantzer Ast/ wo nicht ein gantzer Vaum/

darüber verdirbt.DenSpalier- Bäumen muß man die

überflüssigen Trag-Potzen beyzeiten abraumeu/ wannman will schönes Obst haben / und ihnen nur so viel las-sen/als sie wol und reichlich ernähren können/so werdensie viel länger dauren/und grösserObst rragcn;»nd dieseRegel dienet am meisten für dieVaume/die grossesObstbringen/nur/daß man zwischen dem Obst/ das man at>-bricht/unddas man amBaum last/einen vernünfftigenUnterschied mache; die Blüh-Potzen/die vcrnen an derSpitzen des Astes sind/soll man allzeit abnehmen/ undnur die lassen/dienahe an grossen Aesten hangeti. Mitdem Abnehmen der Blüh oder des Obsts (so allzeit garfrüh ehe sie vielNahrung wegnehmen/seyn solle)muß ei-negrosseVescheidenheit gebraucht ftyn/daß mans nichtgrob Herabreisse / und damit den gantzen Ast verderbe/und diß geht sonderbar aufdie Birnen Sonst sind dieSpalier,deren vorher gedacht/auch nicht zu ve:werffen/ausser/daß nicht allesObst/sonderlich diePergamotteu/nicht daselbst/ sondern lieber an den Mauren gut thun.

An denen Bäumen aber / die zur Mauren kommen/muß man alle unütze und überfiüssigeZweige weghauen:der fürnehmste Schoß aber (sagt Her: Peter Gabriel)aus welchem der Leib des Baums soll sormirt werden/mußgeradgehalten/ und so hoch / als das Gehageseynsoll/ aufgebunden werden / die andern Neben-Schoßauf beyden Seiten/ soll man in Ordnung halten/ manmuß solche anheben zu binden/einen halben^,chuh hochvon derErden/und wud solches einer offenenHand odereinem ausgebreiteten Lusst-Wedel gleich; man muß dieZweig nicht verdrehen oder zwingen/ sonst wird derSafft aufgehalten/und das Wachsen verhindert; manmuß sie auch nicht Creutz-weis übereinander / oder ihr

Ende des jum i geschehen muß / soll man doch auch die zween aus einmalzusammenbinden/ wiewol man diesesübriM Monaten / allezeit im abnehmenden Monden/ /nicht allzeit kan entübrigt seyn.

' xxiv.

Wartung der fruchtbaren Bäume insgemein.

nen ordentlich - und schön - ausgetheilten^jaum Garten in rechter Maas zu erhalten/muß man fleissig Acht haben/ wo etwan durchUnfall oderAlter/ein-oder der anderBaum ver-dorben und ausgestanden wäre/alsobaid einen neuen anseine Stelle zu setzen / welches aber geschehen muß/ weildie Baume noch jung und mittelmässtger Grösse sind;sonst ist ein junger Baum sehr schwerlich unter altengrossen Bäumen/ die ihm oben an der Sonne/ und un-ten an der Wurtzen verhinderlich sind / aufzubringen;werden die Bäume wol gewartet/ so bringen siemehr/auch besser und schmackhafftigers Obst.

I. Th-tl. ^

Bäume / die in den Thälern und an den Bergen ste-hen/haben guten Zufluß der Fruchtbarkeit/item/an denUfern des Wassers ; wann ein junger Baum anfängtschwach zu werden / muß man die alte Erde von derWurlzen wol abraumen und bessere darzu schütten/auch mit Dung-Wasser begiessen/doch denStam nichtbenetzen; wann die Bäume/sonderlich die alten/wenigFrüchte bringen/ und zu viel Holtz haben/ muß man ih-,nen die überflüssigen Zweige sittsamlich abhauen / oder iabsägen/ die Wunden mit einem scharffen Messer glattbeschneiden / und darnach der Baum edel oder gemeinist/mit Peltz-Wax/oderLaim und Kühkoth bestreichen.

Bb bb

Wann