Vterdten Buchs Anderer Theil/ Obst -Garten. 547
^WUIel schreiben von artlichen unnatürlichen Pel-NMtzungen/auf Minen/Erlen/ Eschen/ undderqlei-^v^echen/ so aber/'meines Bedunckens/ mchr schäd-lich als nutzbar ist/ da es schon geriethe/ würde doch dasOdstunschmackhafflundunljeblichsevn;anellichenOr-ten M^>LM0lU.(lautHxttN cic Scrrc« Zeugnus)dohrensi: mit einem subtilen Hohi-Nabingersder Bohrer/ineinen Wildling/der starckvon Rinden/doch ^iner Gat-tung initden Peltz-Aweigtst/e!nLöchleiN/2.oder z.Fimger tief/ gerad von obenhembwärts / darein steckt manoasjugerichteteReislein / so dem Ächtem nach/ groß»der klein/geschnitten seyn muß/vermacht ev mit Wax/und schneidet das Propft-Nelsiein ab/biß aufdie^.un-terstenAeuglein/und verbindet es/und stcckt/wMN es zuwachsen beginnet/ ein Stänglein darm / der Wildlingabermuß/wiezum Kern-Peitzen/vorhin wol-zugerich-ttt scyn/jo soll es meiste»^ wol bekleiben.
Man tan auch die gepeltzlenBaumlein alsofottpflcm-tzm/ wann in der Peltz Schul die Peltzer z. oder 4.Slämmlein frech ausgetrieben/oder aneinemPeltzer 2.oder^.Peltz-Zweige alle frisch und,frech aufschieben/und also offt eimr dem andern im Wachsthumhinder-lich ist/ kan man eines oder mehr/ sacht biegen oder gru-ben/daß die Spche z. oder ^..Finger hoch ausgehe/oderman kan/ wie an den Negel-Stöcken/ von 2. Sruckenjusaminen-gefügteHäfelein daran binden/ und mit ei-nem Gtänglein wol verwahren/daßeö derWindnichrbewehenmag / aufkünfftigesAahrim Frühling magmans abschneiden und weiter-setzen.
Aufdiese Weise kanm«n(anstatt/daß man sonst dieallzuftühenTriebe abschneiden mü^teSe zuNutzen brin-gen/sonderlich/wanns ein rWes/gurund delicates Obstist / und werden die gegvubts BciumleinW besser undedler/gls die Peltzer selbst.
Das ^blaZiren geschiehet aufdiese Weise: Wannman einen guten Obst-Baum bat / davon man gernmchr habenwollte/setzt man im Herbst 2. oder Z.geradeund geschlachte Wildling / gleicher Art/ so nahe hinzu/daß des VaumsZweiglein in derHöhe undNahe/solcheleicht erreichen mögen ; wann nun solche Bäume denWimer-über gestanden/(istaber besser/ sie bleiben nochbißübersJahr also stehen)so schneidet man imFrühlingdiese Wildling inrechter Höhe oben nach der Zwerchein wenig abhängicht / mit einem scharssen Messer ab/machtsie glar,ftaltelfie/wiegebräuchig/undprobirt dieReislein vorher/ diemansbia^irenwill/ wegetsiezudem Baumlein/und versucht/wie sich dieseVereinigungrechtzusammen schicken wolle; ziehet hernach die taugli-chen an ihremBaumhangendePeltz-Reislein/die vor-hero/so breit/als das Stämmlein ist/ von ihrer Rindenbiß aufdenKern entledigt sind/doch/daß esohneVruchin den gespalrnen Wildling komme/und zugleich an ih-rer MutterBrüsteunabgelöset hangen bleibe/davon eserstlich/ biß es mir seinem Saamen sich vereinbaret/ dieNahrung haben muß/ also/ daß es die Rinden aussen-tvärts gleich schliessenchernach verschmieret und verbin-det man alles wol/wie beydem andern Peltzen/und setzt
XVII.
einen Pfahl darzu/daran mansbinden kanzwann sie al-so noch ein Jahr gestanden/ und nunmehr zu wachsenanheben / kan man das Zweiglein sanfstiglich von demBaumabledigen/undden Peltzer/wohin man will/ anein gelegenes Ortversetzm. Aufdiese Weise kan manAepffel aufKütten / Kutten aufAepffel und Birnen/item/Pfersich/Mandeln/Manllen aufgemeine Pflau-men/ item/diedoppel-blühende Pfersich auf anderege-meineadisÄiren
Amfüglichsten kan diß mit fremden Gewachsen ge-schehen/da man voy Pomeranzen leicht auf die gesaetenWildlinge bringen kan/weil dieGeschin mitguter Ge-legenheit/wie es sich am besten schickr/ nwgen zusammengenahet werden. Von den Bäumen/welche sich gernbeyder Wurtzel mchren/alo Kutten/Haselnuß/ Pflau-men/ Pfersich/ Kerschen / wami man deren wenig hat/und gern mehr hatte/mag man das ausschlagendeBrutmir guterErden beschütten/amBoden dteSchelffen da,von abledigen/überWintet also stehen lasten/und daimübers Jahr folgenden Herbst weiter versetzen ; wo manaber ohne d>ß genug Bäume hat / soll man diese Brütvertilgen und nicht aufkommen lassen / weil sie demBaum seinen Sasst stehlen.
DerKönigl. Frantzosis. Gärtner verwundert sich/daß man das ^diaQiren und Absaugen nicht mehr ge-braucht/ welches sonderlich dienlichäst zu den Pferschenund Marillen/ wann man sie aufallerhand GaltungenPflaumen -Bäumezweigen will/da sie sonst nicht allzeitwol gedeyen/und garselten gerathen/wannman sie aufandere Weise peltzen will;sotchesMN(wie6^ ieQen^clre, Lun: ci' ttcnoviiie, jn seiner vonGerodEdelbachvertmtschtenVaumgärtnereyioi.;2.berichtet)verrich-tetman folgenderGestalnWann der Pflaumstock/dar-auf mc.n zweigen will/und der Pfersich-oderMarillen^Baum / von dem man zweigen will / in rechter Weitevonein« nder/das ist/so nahe beysan?ensiehen/daß sie ein-ander er reichen mögen/so muß man denAweig deePfer-sichbauk ns gegen dem Pflaumstamm/ uin das Qtt/oderdie Geg end zu finden/ da man es schneiden und einlegenmuß/damit man es sein geschicklich einlegen könne/ her-nach schj leidet man denAweig im 2jährigenHoltz(dann/wann m an es in das jährige Holtz schneidet/gerathet esnicht so t ool/weil es ein zu grossesMarck hat)also/damitdasMar ck nicht entdeckt werde,°wandißgeschehen/spal-tet man ? «enZweigstock nicht in/sonderneln wenig nebendem Mmck/und füget dasgeschnitteneZweig .'welchesnoch allzieit an seinemStainmen hallen/und nicht abge-nMen nmden soll) recht ordentlich darein/und/damitderZweig von demStam nichtwiederabweiche/sonicktman Bü st von Ulmen-Baum/so am besten/ oder weicheKüefferbänder/welchenicht so dienlich alsderBast sind/verbindet den Zweig und machet einen Bund/ wie mansonsten in dem Zweig spaltet;wan nun beedeSäffte/desZweigs und des Stämleins einander begegnen/nimmtes den Zweig gar gern/ja fast unfehlbarlich an; endlich/wann der Zweig beklieben oder angenommen/ schneidetma n den Zweig von seinem Mutter-Stamm a b.
ZU i>j c^?.