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Th. 1 (1716)
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544
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Des Adelichen Lakds usb Zeid-LebenS

gleich und glattgemacht/darnach wird der Stainm mitemem hänfenen oder fiachsenen Band fejr gebunden /um die Rinden obenher/ d^.nnt solche sich nicht abschäle/lvannmansie vom Holtz will abtedigen/ dann hat manein kleines Znstrumentlein / sovonHelffenbein/ oderBuchsbaum/oder sonst hartem Holtz (ausser nicht vonEychen/weil dieses dem Wiidling schaden soll gemachtist/ das muß aber am Spitz breitlich/ klein/ subtil/dochnicht allzuscharss seyn/ inwendig etwas gebogen / undnach des Stammens Rundung eingerichtet/ doch amSpitz eingreiffig und zart damit man die Rinden vondem Holtz geinach abledigen / und dem Zweige seineStelle vorbereiten kan/ der nach dieser Form geschnit-ten/ und etwann aufa.Finger eingesteckt wird. DieEin-lassung in die Rmde soll/ wo es seyn kan / gegen Mor-gen oder Mitternacht gerichtet seyn ; unterdessen/ bisderZweig völlig zugerichter worden / muß dasPeltz-Holtz so lang darinnen bleiben/und erst ausgezogen seyn/wann man das Reislein einsenckt ; die Rinden kanman einerseits/ wo sie wieder an die Rinden kommt/wol an dem Zweiglein lassen / weil der Safft nur in-wendig vom Stammen herfleust; wiewol etliche wol-len/man soll die äusserste graueRmden also gemach undsürsichtig abschälen/ daß die inwendige grüne Rinden^nnbeleidigt b-eibe. Wann nun ein / zwey oder mehrZweige also geimpfft worden/ nimmt man hernach denStrick/damit der Stamm gebunden war wieder weg/und umleget den Ort mit zugerichteten weidenen Bän-dern / damit die Zweiglein desto fester stecken bleiben /doch nicht zu fest/ oder man kan nur gleich eine Rindenvon den abgesägten weggeworssenen Gipffel nehmen /und also aufbinden / verwahr es oben mit Peltz-Wachs Leim oder Mieß/ wie im andern Peltzen / vorRegen/ Wind und Ungewitter. Dem Zweiglein abermuß man nicht mehr als die zwey unterste Augen las-sen / sie müssen auch mit einem Stängel wol verwahrtwerden. Zu dieser Peltz - Art müssen die Stamme;vol emaewurkelt und schön angetrieben haben/ wasgroß und grad ist/wird höher. was aber klein und krum/etwas niederer abgesagt/ an einem Ort/wo es eine glat-te Rinden hat; wobey auch dieses zuthun / daß mandie Säge nie gantz durchziehet/ weil die Rinden davonleichtlich verschimpffet wird/sondern nur/bis etwann ei-nen Finger breit davon/da ihn bey währendem Durch-schnitt ein anderer fest halten solle/ hernach wird er miteinem schärften Messer / wie schon vermeldet/ völlig ab-geschnitten. Wann mehr Zweige aufeinen Stammenkommen sollen/muß man sie also einrichten/daß sie nicht

geschrenckt und Creutz-weiß überemanderhangend ein-gelassen werden/weil es bey allen Peltzen ein häßlichesAnsehen gibt/ und der Baum nicht recht gerad kan ge-wöhnet werden. Den Stammen soll man mit zu vielZweigen nie überladen/ und wann er mit dem Daumund dem Zeiger-Finger kan umspannt seyn/ nie mitmehr / als nur zweyen besetzen/ auch solle der Ort desStamms/wohin die Zweige sollen/vorher abgemercwund die Tiefen der Rinden Abtheilung/ nachlion des Zweigleins geordnet werden. Dieses Peltzenmuß man im April oder Mayen verrichten / wann derSafft einzuschieften anfängt / sonst löset sich die Rindenmcht vom Holtz/ und der Schnitt des Zweiglems mußnach der Grosse des Peltz-Holtzes gethan seyn/auch sollman allzeit sauber Wasser in einem Gefthirrlein dabeyhaben/ darein man die geschnittenen Peltz-Zweige/biszur Auljetzung/ einweichen könne.

Ob nun d ese oder die erste Weise am besten/stelletman dahin; der Stamm zwar darffdurch dasRinden,Peltzen wenig ausstehen / aber im Spalt vereinigt sichdas Holtz eher mit dem Zweiglein/weil der Kern demSafft viel näher einverleibt/ ohne daß man diese beMund sorgfältiger verbinden muß.

Von Pfropften in den Kerb/ schreibtHer: Elßholtzalso : Diß Pfropften hat am meisten statt bey dickenwilden/ oder sonst unfruchtbaren Bäumen/ wann sieschon im vismetcs einen bis2. Fuß haben. Gleich,falls müssen zu solchem Wercke keine zarte/ sondersstarcke/ undhinder demJahrknodtgebrochene Zweigterwehlet werden/ undgeschihek also: Säget den StainhalbenManns hoch herunter/raspelt mit einem Schab/mesjer die äusserste grobe Rinden hinweg / setzt als,dann ein scharffes Messer oder Mistel an den Randides Stammens/schlaget darauf/daß er durch die,Rinde bis ins Holtz hinein dringe / ziehet ihn heraus /und thut hart darneben einen Gegenschnitt/ daß derKerb nur so breit/ tieffund lang werde/ als derZweizerfordert. Es muß aber der Zweig / eben wie beydemSpaltpfrvpffen/ zugerichtet werden/nur daß dieinwendige Seiten ein wenig zugespitzt sey. Diesenausgeschnittenen Zweig schiebet in den Ausschnitt/ al-so/ daß Rinde mit Rinde/ und Holtz mit Holtz wol an,einander schliessen. Machet am Rand herum/ solcherAusschnitt z. 4. bis 6. nach Dicke des Stammens /schiebet in ieden seinen Zweige/verbindet und versim,chet die Pfropffungen/ wie bräuchig / so werdet ih?finden/ daß der Stamm starck antreibe / und die Zwei,ge bald Früchte bringe werden.

c^?. xv.

Wie man äugeln soll-

Jeses geschicht etwas später / und im Anfangdes Sommers wann die Bäum allbereit star-cke neue Schoß bekommen / dann müssen vondenselben die Aeuqlein genomen/ und auf junge Stämegeimpfft werden/die Aeu '.ein müsjen aail/ aufyeschwol-len und frisch seyn/ röthlich/nicht weißlicht/und das un-ter sich ein Blat habe; der Mond darfso genau dabeynicht beobachtet seyn/wann nur still und schönes Wet-ter/ wedsr zu heiß noch zu kalt ist/ man kans Abends

thun / damit die Nackt-Kühle desto flüchtiger zumWachsthum einhelffe/oder auch wol des Morgens frü-he / so aber darum nicht besser/ weil die Rinden undAeugleiinnn solche Zeit meistentheils feucht sind/und istsonderlich Regenwetter bey solcher Arbeit zu meyden.Dieses kan allein aus Bäumen in der nahen Nachbar,schafft geschehen/ und läst sich hier aus der Weitennichts herbringen/oder über Land herholen/ wieauidievorige zwo Arten wol und füglich geschiehet. An statt

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