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Th. 1 (1716)
Entstehung
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538
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ma»s durch ein Canal oderRinnen sachte wässern/aberdamit ist gantz bescheidentlich und gesparscun zu han-deln/ sie weder zu verwöhnen/ noch gantz zu verderben;dahingegen/ wann die Erden vor Hitze gleichsam lech-zet/und die jungen Bäumlein schmächtig aussehen/mansie durch die mittelmässige Besprützung sehr erquicken-und fortbringen kan.

DlH muß aber allein das erste und andere Jahr ge-schehen/ und ferner nicht / damit sie des Wästerns all-zusehr gewohnet/hernach an dürren Orten <wo man siezu Zeiten aus Noth hmpfiantzen muß)gar abstehen und >verdorren möchten. Im Schneiden muß man auch dieersten Jahr in chrer zarten Jugend vorsichtig seyn/nichtzuviel wegnehmen/und sie allzuhoch aufnöthigen/dann ^der Stamm wird dardurch geschwächt; wann dasStämmlein vier oder fünffSchuh hoch gezad aufsteigt/kan man ihn hernach wol lassen in die Aeste sich eintret-en / man kan dem tz^tämmlem/wann es allzu dunnwäre/ wol mit einem oder zweyen subtilen Rissen in dieRinden/ die aber nicht aufsHoltz / sondern nur biß an .die andere grüne Rinden eindringen sollen/ zurrechtenDicke/ sonderlich nahe am Stamm helffen/ damitdas Zweiglein dem Stammen bald gleich wachse; manmuß auch nichtsdestoweniger den untern Stammen/wann ihn der Zweig überwachsen wolte / auch mit einpaar Durchschnitten / auf die vorige Weise/ nachhelf-fen / damit das Fundament und das Gebäu feinüber-einstimme.

Die Zeit zum Beschneiden/ setzt Her: «!<- 8erre,,wann der Baum im Sasst ist/vom Ende des Mertzensbis Anfang desJulii/ weil der Sasst den Wunden zuHülste komme/und sie desto eher austheile; wiewol diemeisten andern ^mKorcs dasWiderspielvorgeben/ste-het es doch einemHaus-Vatter frey/auf Gutbefund ei-nes und anders zu erwehlen; im dritten oder vierdten !Jahr nach ihrer Peltzung/können sie an ihre letzte bleib,liche Stelle versetzt werden/ wann sie schier eines Armsdick sind / oder wenigst wie ein Stiel an einem Grab-scheid/ später und früher istwaglich/und nichtzu rathen:Etliche brauchen garkemeKern-Schul/kauffen dieWildlinge zusammen/ und setzen sie gerad in ihre Peltz-Schulen/ lassen sie allda stehen/ bis sie einwurtzen/undpeltzen sie hernach.

Ich habe zu Klingebrun/in Oesterreich/ einen Unter-chan/Mayer im Haag genannt/ gehabt/ der war vonObst sowol versehen/ daß er zu guten Jahren 80. 100.und mehr Eymer Biern-undApssel-Most hat pressenkönnen; der hat mir vermeldet/er nehme die Wildlin-

Des Adelichen Land- und Feld-Lebenö

ge/ die man ihm bringt im Frühling/und die ihmge-sallm/ undpeltze gleich in der Stuben darauf / sitzedarnach den Wildling und Peltzer miteinander in dieErden / und sie gedeyen ihm meistencheils. Von denWildlingen aberist gewiß / daß mit dem Obst/ dasausdiese/ und vom edlen Obst gesamte und gewachseneStammlein gepeltzt wird/ein mercklicher grosser Unter,Icheid zu finden ist/und diesem Güte und Köstlichkeitjene sehr weit übertreffen.

H.6e 5crrcs vermeynt/wan man einen Baumöff--ter als einmal / und das erstemal nahe bey der Er-den/mit einem Zweiglein in den Spalt/ das ande-re Jahr darauffvier Finger höher / abermal / und al,so zumvierdtenmalabgepeltzet/ soll das Obstviel voll-kommener und besser werden ; wer aber die Gedullnicht hat / so lang zu warten/kan ein Stämmleindas erste Jahr nur in den Spalt peltzen/das andereJahr aber äugeln oder röhrlen/ wiewol diese Art desPftopssens für Pfersich und Marillen am dienlich-sten ist ; vermeldet auchwolbesagter Herr cie 8crrcs,daß dieses öffters wiederholte Peltzen die Bäumleinam Wachsthum nicht allein nicht verhindere/ son-dern vielmehr befördere. Aufden Wildling/ darauffgepeltzt worden / muß wol Acht gegeben seyn / daßer unten keine Wasser-Zweigeauslreibe/ jasobalder beginnet an seinem Stämmlein Bäulen und Knv-den zu gewinnen/ ists ein Zeichen / daß er wolte gernausschlagen / wie er dann auch thut/ wo man ihn nichtverhindert. Diese Bäulen nun / die inwendig ganhgrün und voller Safftes sind / muß man bald mit dcnNägeln abzwicken; wann die Peltzer gar zu hoch ausschießen/ kan man die schwancke Ruthen abstutzen/ undalso wird der Baum gestärckt/ und etwas niedriger er-halten; wann man aber prüfen will / ob die vongutenKernen gesaete Bäumlein ungepeltzt gute Früchte brin,gen wollen/muß man sie das erstemal nicht zu bald um,setzen / sondern sie eines guten Daumens dick werdenlassen/ aber das istgewiß/jeöffter man sie versetzet /je bester werden sie/mit dieser Obsicht/daß es xraclatimallzeit in eine bessere Erde geschehe. Das Stein,Obst muß längst im andern Jahr dahin / woes bleiben soll/ versetzt seyn.

AWWNOAO

x.

Vom Peltzen ins gemein.

St eine von den schönesten/ nutzbarsten/ leich-testen und verwunderlichsten Künsten von dergantzen veconomiz, eine seltsame Zusammen-heurathung fremder un offt weit hergebrachter Zweige/oder ein ^cwsuion und an Kinds statt Annehmung/daßein kleines Reislein einem fremden Stammen elnge-pfrvpfft/odcrdurchAeugeln unRöhrlen einverleibt/alsoaus zwey Stucken einswerden/ und zwar das Unterstedem Obern allen Sasst und Nahrung gibt/das Obere

aber nichts desto weniger bey der Gattung desselbenBaumes verbleibt/ davon es gebrochen worden/unddie fremde ungewohnte Nahrung des Wildlings in sei-ne edle Natur/ pcf ^Ickvmizmczuancjzm nsturslcm,cli^erirtund verändert; desBaumes/ sonderlich desWildlings Artwird dadurch geadelt / verbessert/ echö,het/ daß aus einem Sommer - Obst ein Lager, Obst /aus einem sauren einsüsses / gus einem wilden ein ge,schlachtes / aus einem unschmackhajsten ein wolge,

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