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Th. 1 (1716)
Entstehung
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537
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VierdtenBuchöAndererTheil/Obst-Garten.

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darffman nichtpfropssen/ danndißisteingutZeichenguter fruchtbarer Baume.

Die Kernen von Aepffeln und Birnen mag mandesto dicker säen/weil die Mäus und anders Ungezieferetliches verzehren/ theils auch von der Winter-Kalteerfröret werden / und ob sie gleich dickaufgiengen/ kanman sie doch gemach überziehen/ da sie gar zu dick ste-hen/ und weiter versetzen / wo sie besser Raum haben/dann / (wie Her: von Scrres sagt) ckscun rczilante-m-nt vaul uncj-mv entcr, eine jedeVersetzung ist soviel als ein halbes Peltzen. Die Kern muß man nichtgleich saen/ so bald sie aus dem Obst genommen sind /weil sie noch zu viel inwendiger Feuchtigkeit und unver,baulicher Hitze haben/die bede ausrauchen und abküh-len müssen / davon sie leichtlich faulen. Diese Kern-Schulen soll man bey grossen Gärten niemal abkom-men lassen/ weil man so wol die Peltz-Schul mit diesenedlen geschlacbten Wildlingen / als auch die zu Zeitenausstehende Baume / aus der Peltz-Schul/ als einerunaufhörlichen immerwahrenden coloniS. nach undnach besetzen kan; andere wollen / man solle die Kernzu Ende des?el>ruarii säen/ und die Erden im Herbstvorhero zurichten/und von allen Wurtzen/Unkraut undSteinen säubern und reinigen.

Ich habe es auch selbst also für gut befunden/doch binich mit dem Beschneiden verjüngen Pflantzen nicht socurios gewesen/sondern habe sie/so bald sie einer halbenElen hoch ausgeschossen/ alle Neben-Zweige mit einemscharssen Messer abgeschnitten / und hernach wano sie

fort gewachsen / einer Elen hoch keinen Neben-Zweigstehen lassen / und dardurch ist das Stämmlein glattverwachsen / undzum Peltzen hernach desto tüchtiger /auch desto stärcker und dicker worden/weil der Sasst /der vorhin in alle Neben-Zweig>ein sich vertheilen müs-sen/Mo den einigenStamm allein seine Nahrung mit-getheilet; diß aber muß zu rechter Zeitgeschehen / wiefolgends in Beschneidung der Baume soll gedachtwerden.

Die Kern-Schul soll deswegen ungedungt seyn /weil von dem Mist große weisse Würmer wachsen/welche die zarten Wurtzen der Baumlein abnagen undverderben/so kriegen sie auch leichtlich den Brand da-von/ und wann sie hernach in die bessere Erden/ durchdas Umsetzen kommen / gedeyen sie lieber; wann mandie jungen Pfläntzlein gegen dem Winter mit Farren-kraut/etwan vier Zoll hoch / bedeckt/ soll man solcheshernach im Auswärts zwischen die Bäumlein Zeil-weise einlegen / und mit Erden bedecken/ vertreibendas Ungezifer/ und düngen die Bäumlein. Die Ker-nen/ will Her: soll man mit dem Waitzenum gleiche Zeit säen / an einem nicht nassen und windi-gen Tage/nicht gar zu dick/daß man sie ausMenmöge/und eine jede An besonders.

Her: Dümmler aber ist der Meynung / daß bee-des Kern-als Stein-Obst am besten und nützlich-sten sey/ wann es im Herbst angesäet und gestecktwird. ()ui«Huc luum lcczujtur LeMGM , lus cui.Huc voluptzz.

dz?. ix.

Bonder Peltz-Schul.

Je man in6ymnalii, und wolbestelltenSchu-len unterschiedene ci.issezhält/ darinnen dieI^cHioncn pro caplu InZ?niorum , den Gelringen die principia, den Erfahrnen aber hö-here Sachen vorgelesen und gezeiget werden; also istsauch in der Gärtnerey/ wann die edlen und glattenWildlinge in der Kern-Schul ein Jahr oder andert-halbe gestanden/nimmt man die dickesten und gewachst-en heraus/ mit samt der Wurtzen/nachdem man vor-ero gewisseBettlein mit etwas besserer Erden zugerich-tet hat/ stutzt sie subtil und setzet sie entweder im Früh-ling/oder im Herbst imSeptember/(damit sie noch vorderKälteeinwurtzen können) ohne Verzug/ sobald sieausgenommen worden/in ihrePeltz-Schul/solcherGe-stalt/ daß man die Wurtzen fein gleich austheilet / undnicht Creutz-weise übereinander schrenckt/daß sie einan-der viel anrühren / drucken und am Gewächse verhin-dern / vorher werden sie alle gestutzt/ was im Frühlingin die Erde kommt/ kürtzer/und was im Herbst/ etwaslänger/ damit wann die Gefrier eingleisten solte / mannoch genug am Stammen hätte/solchesGefroren hm-Mg zu schneiden. Man muß sie anderthalb oder zweenSchuch weit voneinander setzen/ oder so weit/daß mandazwischen gelegensam gehen/ ihnen mit dem Peltzenbeykommen/ und alle Wartungen ohne Verunruhi-mng der andern leisten kan; dann/ wann sie gutenPlatz haben / werden die Peltzer also in drey Jahrengrösser werden/als wo sie zusamm gepresstsind/ in sech-

sen/ damit auch die Sonne desto füglicher die Peltzerdurchscheinen und alles beschleunigen kan.

In diesePeltz-Schul kan man nicht allein dieWild-linge mit den Wurtzeln/ sondern auch die Aeste einsen-cken/ von denBäumen/ die leichtlich Wnrtzeln bekom-men/ als Feigen/ Granaten/Kütten/ Hasclnüß-Zwei-ge/ die man von den Spitzen der Bäume/die gerade-sten und glattesten auslesen/ zwey Schuch lang laßen /in lange Grässten einlegen / und ein paar Finger langmit der Spitz mit zwey oder drey Aeuglein heraus ge-hen lassen kan/ wann der Graben wieder angefüllet ist;doch soll man sich hüten/ die Feigen-Aeste zu beschnei-den/ dann sie Habens nicht gern/ weil sie grosses Marck/und daher Forcht für der Kälte haben/ die durch denSchnitt leichtlich eindringet; damit sie aber über zweyoder drey Finger nicht heraus ragen / kan mans destotiesser biegen und eingruben/ bis die nöthige Länge her-vor zu erscheinen überbleibe; Feigen und Granatenmüssen im Mertzen/ Kütten und Haselnüß aber imHerbst eingesencket seyn; wann sie nun also in derPelk-Schul in ihrer Ordnung stehen/müssen sie jährlich aufswenigstdreymalumgehaut/ undvon allem Unkraut er-ledigt werden; das erste Jahr muß man aufsichtig da-mit verfahren/ und nicht zu riesseinschlagen / der Wur-tzen zu verschonen / folgends mag man wol nach undnach tiesser kommen/ nachdem sie erstarcken und krässti-ger werden; Anfangs muß man sie aucb bey dürrer hei-ser Lusst begiessen/ wann man darzu Mittel hat/ kan

I. Theil.

Ayy ij

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