Also thun die Wildling am besten gut / die vonMen/dürreu und steinigten Orten herkommen/wannnur die Rinden glatt/ die Schösse lebhafft/ nnd dieWurtzel schön ist/ sv wachsen sie im bessern Grund her-nach desto lieber; die Dicke ist die beste/ daß man sie mitdem Daum und dem fördern Finger umfassen kan/ odereines Rechenstiels dick/ also daß man zween Zweige ne-ben einander aujpeltzen kan. Die meisten sind alle dereinhelligen Meynung / mau soll dergleichen Stämm-cin/wie sie gegen Aufgang gestanden/mit einem Zei-chen bemercken/ damit sie wieder also zu stehen kommenWgen/ so muß auch das Ausgraben von weiten her einZchuh oder anderthalb weit / nachdem er groß oderMi ist/vom Slamen atifangen/damit man die Wur-
Merdtttt Buchs Zwoerer Theil/ Obst^Gartm.
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tzen desto unbeleidigter aushebe. Die allerbeste Zeit zudiesem ist der Herbst/weil die Feuchtigkeit des Wintersdesto eher das Eingreissen der Wurtzen befördert; siemüßen nicht tieffer in die Erden kommen/ als sie vorhingestanden/ ohne daß man das erste Jahr die Erden anfeuchten Orten etwas anziehen/ und um den Stammanhäuften kan/ so aber im folgenden Frühling alsobaldmuß abgeräumt werden; man muß keinen Wasen her-um leiden/weilen sie dem Stamm die Krajft entziehen;an.trockenen dörren Orten aber ist bester/daß man dieGruben nichtgantz voll fülle/damit die Winter-Nasse/und die Regen desto besser einweichen mögen.Jch wer-de aber von Versetzung der, Baume an einem abson-derlichen Ort hernach handeln.
d x?. VIII.
Bon der Kern-Schul.
Ndem die Mm geschlachten Wildlinge hartzu ' Hand Peltz-Kerschen/SpanWenWeichseln und Luv.bekommen/die aus den Wäldern/was die Bey- cii,von allerley Arten verpeltzten Pflaumen/ Brünnersätz sind/von ringen Wurtzen und groben Rin- Zwetschen/ Kiiradviani, von dünn-scha!ichten grossenden/und die aus den Auen selten gut thun / wann sie Kraps-Nüssen/Mandeln/Kesten/großen Hasel- undanderwärts verpflantzet werden / hat die Norhdurssi Bart-Nüssen; die Kern müssen nicht ins Maul ge-und die Bequemlichkeit diese Kern-Schul erfunden/. nommen/ sondern sauber ausgetrocknet / und an einem
daraus man/ wann man recht umzugehen weiß/ in z.oder4.Jahren/ schon Stämme zum Peltzen habenkM welche die andern Wildlinge alle an Güte undWerth weit übertressen/ weil sie aus den edlen Obst-Kernen gesäet/ gute früchtige Wurtzen und glatte Rin-den haben/daher sich auch desto williger mit dem ausge-pfropfftenPeltz-Retslein vereinigen/auch eine desto ed-ere und schmackhasstere Frucht zu bringen pflegen.
Und ist sich waryasstig über die Göttliche Weisheitund Allmacht zu verwundern/ daß aus einer zimlich-grossen Bohnen kaum ein Stamlein einer oder andert-halb Elen lang/ das ein jedes zweyjähriges Kind tragenkan/entsprießet/ aus einem viel kleinern Birnen- oderApsjel-Kernen aoer,ein solch hoher und großer Baumerwächset/der aufis/ao.oder mehr Wagen nicht möch-teaufgeladen werden/ dessen Stamm manchesmal sodick wird/daß ihn drey oder vier Männer hart umar-men/ so hoch/daß er über zwantzig Klassier hoch aufstei-get/ so breit / daß zwantzig Mann und mehr unter sei-nem Schatten ruhen können/und so viel Früchte brin-get/daß man offt von einem Baum zwey/drey und mehrWagen beladen kan; und ist zumal dis wundersam/daß nur von einem Birnen-oder Apssel-Baum / wannmanalleKern davon anbauen wollte/man leichtlich ei-nen Forst auf mehr als 1000. Schritt lang und breit/ja noch mehr/besehen und zurichten könnte.
Wer nun gesinnet ist/ihm eine Kern-Schul zu be-reiten/musz von dem geschlachtesten besten und gröstenObst die Kern im Herbst und den Winter-durch/ zu-sammen sammlen/ als von Paradis-Aepffeln / Mor-fchanskern/ edlen Brinnerlingen / Kütten-Aepsseln/Wessprachern/ Frauen-Aepffeln/ Ungarischen Grosz-Uepsseln nnd dergleichen; wie auch von Pergamotten/Herren-Birn'e/Pfaltzgrafcn-Birnen/Saltzburgern/diemchtsteinichtsind/ aus Pultzer-Birnen / Glas-Bir-nen/ krutta buang, 8a5isncZ,Königs-Birnen/HeNgel-Birnen/und was der guten Birnen noch mehr ist; vonder schönsten und gröstenMarillen undPfersichen/ aller-
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temperirten Ort bis zur Saat/aufgehoben werden/das" Kern -Obst besonders/und dasStein-Obstauch jedwe-dere Gattung abgesondert; der Platz darzu mag dieGrösse nach Belieben haben/soll doch von den andernGarten erwao beyseits geruckt werden/ an einem Ort/wo die Mitternächtische Winde/die den zarten aufge-henden Pflantzlein sehr gefährlich / nicht anfallen/ auchwo dasHühner-Vieh nicht hinkommen kan;derGrunddarffnicht sonderlich fett oder gedüngt seyn/ aber liessund wohl umgegraben/ist besser/ daß man nur einenfrischen Wasen umgräbt/die Gras-Wurtzen herausklaubt/und die Kern also/wann sie wolzeilig und voll-kommen sind/hinein säet/und das Kern-Obst mit einemhöltzernen Kern einhackt/oder daß man ein wenigErdenl- aussasst/ und die gesäeten Kern mit leichter Erden wie-0 ' der zudeckt'; dieUNach/ ^aß.die Erden mcht fett seynsoll/ist diese/daß die Kern allzeit von einem schlechteman ein besserOrt sollen versetziwerden/also daß diePeltz-Schul(davon hernach) muß schon etwas ein beßererGrund seyn/der Platz aber/ oderdie Gruben im Gar-ten/worein er beständig soll versetzt werden/muß mit gu-temGassen-Koth und Dung am besten zugerichtet seyn/sowerden sie allweg ihrer neuen Herberg Verbesserungmit desto schnellerm und flüchtigerm Wachsthum ver-gelten; da hingegen/wann das erste Feld./ worein mandie Kerne säet/ fett und gut/und die nachfolgenden Er-den/ darein sie kommen / etwan geringer und schlechtersind/ wird das Bäumlein von ihrem ersten Grundegleichsam verleckert/ die böse Nahrung ungern anneh-men/ und nicht so bald einwurtzen wollen/ sondern ste-cken bleiben.
Wo man vsn dem geschlachten Obst Aepssel- undBirnen-Most macht/ darss man die Kernen/ nachdemder Most ausgepresst/ nur aus den Trebern ausklau-ben/und von ihrerUnjauberkeit säubern lassen. Die Zeitdes Einsäens wollen die meisten/die von diesen Schaff-ten hinterlassen haben/ soll seyn im September im altenMonde n / wann man ohne dis den Win ter-Anbau zu^ PtN) verrich-