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Des Adelichen Land-und Feld-Lebens
dieses eine faule Hand scheuen; so fallen sie / wann siezeitig/ von sich selbst herab/und gleichsam denMenschenin den Mund; sie geben auch nicht allein Speise / (wiedaü viel von den alten Völckern vondenBaunl-Früch-ten ihre Nahrung genommen haben) sondern auch zumÜberfluß Tranckan Most und Brandwein; ja keinerovintz keine Stadt / schloß oder Haus kan den„Hum der Schönheit davon tragen/ wofern es derallerschönsten Zierde des Obstes entsetzet ist; daher einMrHaus-Battersich bemühen solle/daß durch seinen
j Fleiß dieser Ehren-Titul seinem Gut verbleibe / undk vor allen Dingen sich hüten/ daß durch eigne Rachläs-sigkeit dieser Schmuck/ zu seinem und der SeimgenSchaden/nicht entzogen werden.,
Heu Speidel in ftinemSpeculo/uriciico-politicomeldet/daß an etlichenOrten des Hertzogthums Würt-temberg diese löblicheGewohnheit sey/daß ein jeder/derzu einem Unterthan ist angenommen worden / einenneuen fruchtbaren Baum/ an einen gemeinen Platzzu setzen/gehalten wird.
Cä?. !!!.
Je Erde hat eine sonderliche Eindruckung insich voil der Lufft und dem Gestirne / daß sieauch an eitlem Ort unterschiedlichere Kräuterhervor bringt/ als an dem andern/ derhalben der Her:von Vcrulöm in seiner kill. >iat. KxpLr. s74, erzehler/daß/als die Retour-^chiffaus Indien/ da sie in Ita-lien ankommen / und die in Indien zu Belastung derSchiff/ aufgeladen/Erden auf das Land geworffen/seyen davon gantz fremde und unbekannte Krauter ge-wachsen; also gibt es nun einem Haus-Vatter die ge-wisseste Nachricht / ob und wie der Grund zu seinemBaum-Garten dienlich sey / wan er die wilden Bäum/alsEychen/ Weiden/ Tannen und anders Feld-Holtzbetrachtet/ ob es wolgewachsig/ von vielen Aesten/ ge-radund hoch aufschiesset/ gern trägt und Frucht brin-get/diß kan chm eine unbetriegliche Hoffnung bringen/sein Baum-Garten könne auch nicht übel gerathen.
Daher freylich ein überaus grosser Vortheil ist /wann das ErdreiH an ihm selbsten geschieht / und dieWurtzen solches fein durchkriechen/und denNahrungs-Safft unverhindert an sich ziehen können; da sie hin-gegen in einem harten lcimichten starcken Grund ste-igen bleiben/und/ aus Ermanglung des Saffts/ ent-weder gar verderben / oder doch klein / ungewächsig^und unfruchtbar bleiben müssen; so ist auch ein sandich-i ter Grund darum mcht gut/ weil so wol die H itz als diesKält/ die Trockene als die Nässe/ gar zu leicht eindrin-gen/ und den Wurtzen leichtlich schaden mögen. ^
Johann Royer/ Fürstl. Hessischer Gärtner sagt im4.Capitel seiner Garten-Beschreibung/ daß er in sei-nem Garten ein Theil rohe und harte spissige Erdenfolgender Gestalt verbessert habe:Er habe Aschen über-all/ auch von der Wäsche und Seissensiedern zusamm-men geklaubt / und dick darüber gestreuet/ und in diez. Wochen also ligen lassen/ daß es Lufft und Sonnedurch temperirt/ und den Salpeter von erst daraus ge-zogen / alsdann hab er umgegraben/ und zimlichenSand darüber gestreuet / gelb und weiß / wie er ihnhaben können/ und dann wieder einmal umgegraben /und guten kleinen Mist darüber gethan / und wiederumgegraben einmal oder zwey / bis alles recht unter-einander kommen/und sey daraus ein mild / märbes /gutes und fruchtbares Erdreich worden.
Her: Peter Gabriel sagt/ ein fettes/ sandichtes undmit Kiselsteinen vermischtes Erdreich/dem Grund ebengleich / sey gut für die Aepffel-und Kirscbbaum/ dann/sey es lettich unten her/so werden die Bäume miessig /wann man aber eineGrube z.^chuh ties und S.Schuh
Vom Grunde.
breit mache/und solchemit andern mit Dung vermisch,ten Boden erfüllt/so gewinnen dieBäume bald Wur-tzen/ und wachsen wol.
Der Grund ist vorher/ eine halbe Klaffter tiefaufzu,graben, damit man seine Beschaffenheit eigentlich aus-nehmen könne/ indem offt ein Grund aüssenher guteAnzeigung gibt/ währt aberkaum einer Spannen ticff/und folgt hernach untenher ein steinichter/ oderleimich-ter/ oder feuchter Grund. Die Erd ist bisweilen be-schaffen/ wie ein Zwiesel- Gewächs/ wie sich Vieleric?(obwoleinerley Natur) Falten und Röcke in diesenzeigen: also hat die Erden manchmal etliche ?>ic-,s undruniczs,aber von unterschiedener und offt widerwärti-ger Gattung aufeinander; durch diese Gruben aber kanman eigentlich/wie die Erden inwendig sich ändert/oderwas Gutes oder Böses daher zu hoffen/ ersehen.
Ist nun/ wie öffters geschiehet/ der Boden nicht nachVerlangen / kan ihm dennoch durch Fleiß und Arbeitaufsolche Weise geholffen werden: Laß die Gruben/worein die Wildling oder Pelher stehen sollen/ destoweiter und tiefer, aus halben Mann hoch/ und wol soweit ausgraben / vermisch ihn mit guter trächtiger Er-den und mit guter Dung ; einen lettichten/leimichtenBoden/ muß man durch Sand / und einen sandichtcndurch Leim verbessern und also temperiren; sonst ist einleimichter Grund / den Bäumen allzeit bequemer/ alsein sandichter/wann er nur nicht gar zu hart/zähe undletticht ist / der bey dürrem Wetter fest wie ein Stcinwerde; ein Leim mitgroben Sand vermengt / fügt sichsehr wol. Besser ists aber/ wann die P^antz-Gru-ben ein halb Jahr vorher» aufgegraben und offen ge-lassen werden / so wird nicht allein die Grub an ihrselbst/ sondern auch das daraus erhebte Koth / durchRegen/ Hitze/ Kälte und Sonnenschein abgemärbet /bester und tauglicher gemacht / dem Baum hernachdesto mehr zu dienen / sonderlich wann auch/ welchesdann nicht zu vergessen / die gebührliche Vermischungbesserer Erden darzu kommt ; ein gar zu steinicbterGrund muß davon entledigt und mit besserer Erdenerfüllet werden/ daher die Gruben so weit seynsolle/daß die Wurtzen leicht und so weit durcharbeiten kön-nen/bis sie erstarcken/ dann hernach machen sie ihnenschon selbsten Platz.
Marastigen Grund / der gantz den Bäumen gehäs-sig und verderblich/ kan man mit einem herum geführ-ten liessen Graben in ettvas helffen/ daß das Wasserablausten möge/ wie davon noch ferner im?. Buchsoll gehandelt werden.
Es