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Th. 1 (1716)
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529
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Vterdten Buchö Anderer Thei!/ Obst-Garten.

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lich wamt die Erden gut / und so wol Düngen alsWässerung wol kan versehen seyn.Wo aber keine odergeringe Anwerth ist / soll der Kuchen - Garten allein sogroß seyn/ daß des Herm Haus und Wirthschaft! zurNothdurfstnnd Ehren damit versehen sey.

Des GartensForm stehet auch zu eines jeden freyenWahl undBeliebung/ wann er nur nutzbar ist/er seysonst wie er wolle/je ftltzamer er ist/ je beliebter scheineter den Augen/ er sey eben/abhängig/ oder Absatz - weiseaufeinem Hügel.

Die Blumen-Garten sollen gleich im Eingang desGarrens in die Augen fallen/ damit seine schöne künst-liche Austheilung/ und die holdselig-gefärbten/wolrie--chenden seltsamen Gewächse/der Eintrettenden Gesichtalfobald lirsoccupiren/ erlustigen und erfreuen mögen.Wiewol etliche der Meynung sind/ daß sie billicher et-was von den andern Gärten entzogen/ und als das be-ste auch zum letzten erscheinen/ ihre Gäste und 8peüa-1lores mit frischer und unvergessener Verwunderung jvon sich lassen sollen.

Der Artzney--Garten soll darum nicht groß seyn /weil man ohne diß viel edle gute und heilsame Krau-ter in Wäldern / Feldern / Wiesen/ Auen/ GebürgenundThalern findet/ die man umsonst genießen kan/auchkräftriger sind; also soll man allein die jenigen Krauterund Wnrtzen einpflantzen/ die weit herzu holen/ hattzubekommen / und sonstenmitdes GrundesBeschas,fenheit einstimmen. Und wiewol viel sind / die mey-nen/ alle seltsame fremde Gattungen/ ohne Unterscheid/in ihre Gärten zu bringen/achte ich doch/einem Haus-Vatter stehe es wol/ hierinn vernünfftig zu unterschei-den/ mehr die Güte / als die Menge oder seltsamefremde auslandische Namen anzusehen/ und mehr denNutzen als die eitle Ruhmsucht zu behaupten. Wonun bey einer nahen Stadt eines und des andern Ge-wächses grosser Abgang/ kan auch der Gatten/nachBelieben/ erweitert werden. In diesem Buch wol-len wir von dem Obst-Garten/ in folgenden zweyenaber von dem übrigen handeln.

II.

Gelegenheit des Orts zu

S ist leicht und bald zu thun / etwas auf einPappier zu fetzen/ und nach vernünfftigenUrfa-chen von einem und dem andern wahr-ähnlicheAnschlage und Fürnehmen vorzugeben / in der Thataber lässet es sich darum nicht alles prsgicu en/ weileines oder des andern Guter Lim» und Gelegenheitsolches nicht zu'ässet; wo man neuc Gebäu aufzurich-ten anfanget / da lässet sich freylich die Autheilungleichtlich machen; weil es aber tiess in den Beutel reis-fet/sind nichtviel/ die sich dessen unterstehen/ und neh-men/den schweren Unkosten zu meiden/lieber mit demGebau und her Beschaffenheit des Orts vor gut / wiesie es finden.

Es soll zwar die allerbeste Stellung aller Gärten/ indiesen unsern Landern / gegen Morgen und Mittag sichlencken/ wo allesObst schöner/gefärbter und schmack-hafter pflegt zu wachsen/ oder da hindert offt der Pro-lp-H des Gebäues / den man mit Bäumen ihm selbstnehmen würde; manchmal hindert ein Fluß/ ein See/ein Teich/ oder Morast; manchesmal ein Berg/ Thal/oder Wald/da man dann / weil mans nicht machenkan/wie man will/es anstellen muß/ wie man kan/wann sie nur vor den grossen und reissenden Nord - undSturm-Winden eine Schirmung haben/ die Mittel-mässigen Winde sind ihnen nicht allein nicht schädlich/sondern auch überaus nützlich/weil sie die dürren Blat-ter/wurmstichiges Obst und unsaubere Aeste reinigen/durch Bewegung des Stamms und Erweiterung derSetz-Gruben/auchdenBaumergrössern und wachsenmachen.

Und gewißlich / die Baume mögen allerley Lusst er-tragen/ wann sie es einmal nur gewöhnen/und fort undfort mit guter aufsichtiger Wartung betreuet werden /ausser etwan etlicher zartenGattungen/welche die Kältenicht ertragen können/ und ist besser / wann man Aepf-fel/Birnen/ Pflaumen/ Kerschen/ Weichsel / Ama-rellen/Nespeln und dergleichen habe/ ob man schon derFeigen / Marillen / Mandeln und Pfersichen darben /

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einem Baum-Garten.

als wannman aus vi<R6en?und Kleinhertzigkeit deß-wegen gar kein Obstpflantzen solle.

Die beste Bequemlichkeit / der Sonnen an allenOrten gleich zu gentessen / ist wol ein ebnes Land zu ei-nem Garten gut; ist aber die Wohnung aus einemBerge/kan man, nichts desto weniger / einem lustigernproipcÄ zu machen/ denBerg / sonderlich gegen derSonnen / mit fruchtbaren Bäumen besetzen/es wäredann ein eitler Felsen; sonst ist der Grund schon rauhund wild/wie es aufdenBergen meistens zu seyn pflegt/kan ihn, dannoch durch liesse Gruben und bessere Erdengeholssen werden.

Ist aber dasHaus in einem Grunde/zwischen zweyenHügeln und Anhöhen gelegen/ gibt es ein gantz holdse-liges Aussehen/daß aufdieselben/ sonderlich wann derSonnen-Schein und Anblick es begünstet/ Baumegepflantzet werden / weil keiner dem andern Schattenmachen kan / indem sie mit ihrer Erhöhung / nach desHügels Beschaffenheit / alle der Sonnen desto freyergenießen.

Ist es aber in einem Thal/zwischen hohen Bergen/ists zwar beschwerlich / man kan sich aber gleichwolnachdem richten/ nasseBöden/ und steinichte/ öde /Gras - und Kraut -lost Hügel sind den Bäumen gantzwiderwärtig/ daher zu meiden; wo die wildenBaumfchön und hoch wachsen / dahin kan man auch Obst-Baum zielen; und ist bester schlechtes Obst/als gar kei-nes/auch wegen der grossen Bequemlichkeit an keinemOrt/ er seye wie er wolle/ gar zu unterlassen/ allein daßman solche Arten nimmt/ die vorhin auch an kalten Or-ten gestanden / und welche die Kälte auch desto besserausdauren können. ,

! Ist auch derentwegen diß etwas sonderliches an denBaum-Früchten/ daß man sie nicht durch mühsamesDreschen / Mahlen/ Kochen oder Braten zubereitendarss/ wie andere Feld - Früchte und Speisen/ sondernman kan sie gleich vom Baumlherab ins Maul schieben/und darff nur dieHände darnach ausstrecken/ und soü e

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