Deö Aöeltchen Land^und Feld Lebens
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l seinem 2. Cap. bezeugt/ den Gatten des H)aradeyses ge-pfiantzet/(sagt er) nicht erschaffen/soEr doch nach seinerAllmacht leicht hätte thun können/aber denGarten habEr gepflantzt/als wollte Er seine AllMgenheit hier bey-seite! setzen und ruhen lassen/lieber Fleiß/Arbeit und Lustdarzu anwenden/und demMenschen damit einBeyspielgeben/ daß er ihn bauen/ das ist/ nach seinem Exempel/pflantzen und bewahren solle; daß also die Garten-Ar-beit nicht eine Würckung des Göttlichen Fluchs / son-verneine Lust-Ubung der Gesundheit/ eine Nachah-mung der Göttlichen Natur / ein Spiegel deMnssti-gen Paradises eine Erquickung der abgematteten Gei-ster/ eine Lust-Arbeit der menschlichen Begierden / einekleine desGlaubens/derLiebe/derHoffnung/
der Gedult/ und ein Vorbild sey/ so wol der zeitlichenUnbeständigkeit / als des durch die Ausserstehung ver-hofften ewigen Frühling Lebens. Wie gern hat sichunser HERR CHRISTUS in den Garten be-funden/ darinnen offtermals gebetet/ auch darinnen sei-ne BegräbnusundAuferstehung gehalten/als einGärt--ner/der heiligen Büsserin Maria Mägdalena erschie-nen ; und/was könnten nicht fürLob-Sprüch der Gär-ten allenthalben an-und ausgeführt werden / wann esmoincs Vorhabens wäre/den Leser mi: leeren Wortenzuspeisen.
Die Gärten insgemein / übertreffen alle andereGrundstücke in diesem/daß sie jährlich ihre Früchte/undwsl öffter als einmal/ geben/da doch die Felder meisten-teils nur a. Jahr nacheinander / und jedes nur einmalträchtig / das dritte Jahr aber in der Brach ausruhen/und dadurch ihre erschöpsste und abgemattete Kraffk/wieder neu erfrischen müssen; daher sind sie/ so wol beyVeralten als der jetzigen jungen Welt/ in grossen: Anse-hen/und mit sonderbarem Fleiß / ungesparterMühe/schönen Erfindungen und tresilichen ruhmwürdigenKünsten jederzeit gezieret / gewartet und beobachtetworden / welches die Autoren hin-und wieder reichlichund überflüssig bezeugen.
DieGärten sollen vornemlich nahe an derWohnungliegen/ nicht allein der Gelegenheit und LustS/ sondernauch der Mfsicht und Wartung halber/ allein müssensie wol verwahrt und gespertt seyn/ damit so wol dieDiebe/ als auch das Vieh und Haus-Gesmgel nichtmögen einschleichen. ^
Z .Soll der Grund gut und fruchtbar seyn/und leichtzu arbeiten.
?. Soll bequemesniHtallzukaltesund salitrisches/sondern laues und stehendes Wasser in der Nähe seyn/beyvorfallenderHitzedieGewächfe zu bespritzen.
4. Soll er/ wo möglich/also liegen/daß er am Hausegegen Mittag stehen / und ibme das Gebau/ wider diemitternächtischen strengen Winde gleichsam eine Vor-mauer sey; doch/ wann derOrt und das ciimadesHimmels mehr hitziges als kühles Wetter zu besorgengibt / kan der Gatten also gelegt werden / daß er halbMitternacht/und halb den Aufgang anschaue/und alsoHitz und Kälte in gleichmässiger Waag stehen möge/ sodoch in diesen Vorealischen Lättdern nicht leichtlich zubefürchten.
5. Soll der Tenn und der Stadel/ darauf und dar-innen man drischst oder windet / nicht so nahe bey demGarten seyn/ damit der Wind die Agen/ Spreuer undGräten vondemGetrayd nicht in die Garten führen/
und dadurch die Gewächse/ daran sie sich/ sonderlich,wanngefeucht sind/ gern zu henckenPflegen / nicht ver-
Es wäre zu wünschen/ daß etwas von demjenigen auTag kommen möchte/was O. Sachs in seinerroivZiKlol.2st.metdel;das vortreffliche coiiczium Lx.pcrimentale in Engelland habe seinem Lud - coliczioczuinrc, die Obsorg anbefohlen / das Garten-Wefen'.uverbessern/zu diesem Ende sie gelegensameGüter entwe-der gar zu kauffen/oder in langwürigenBestand zu neh,men / gewillet/ und also dahin arbeiten sollen/ daß derFruchc-bringendenBaumeAnzahl/an allen/der 8ocie.cör angehörten Plätzen/ vermehret/ der Früchte Ver-besserung undVeränderung beordert/die Trächtigkeitverursacht würde; auch sollen sie sich bcfieisien/daß aller-ley Früchte / Getraydmrd Hönig/ dadurch der Kaufs,Handel mag verbessert sepn, also mögen im Uberfiußkounnen/ daß iieauch mit grossem Nutzen des Vatter-lands/anderwarkig an ausländifcheOrt mögen verfüh-ret werden/ evcntum (sagt!). Sachs) sviäi cxpcÄä-m u«; iznd ist diß geschrieben worden ^nno 166 s> alsoschon über ao.Iahrnverde mich daher befieissm/so baldelwas m dieser ^lateri pubiicirt wird / den besten Lx-truü daraus zuziehen/und dem Nächsten zu communi.Liren.
'Essind viererlei) Gärten: 1, derBamn - und Obst-<8arlen/z derKuchen-Garten/z.der Artzney Garten/und4. der Bluinen-Garten/diese können wol/ (wannes die Gelegenheit leidet)in eine Ma^'r oder Verschlieffung zusammgezogen/ oder/da es die Beschaffenheit desOrts nicht zugibt/ unterschiedlich eingetheilet werden/doch müssen-sie/wo sie beysammen/mit lebendigen Zäunen/ oderanders-gemachtenGängen/ unterschiedenwerden. DerObst-und Kuchen Garten muß dengrö-sien-Einfang haben;Blumen und Artzney-Kräuter mö-gen wol beederfeits nur den fünssten Theil davon innenhaben/so doch eines jeden Belieben hcimgestellr ist. DieWeinstocke könnenHecken-weisivüberall/ wo sie ^ ou-ne haben/und andere Gewächse nicht verhindern/einge-theilt/und zu Lust und Nutzen nnlerpsiantzetwerden; soaber sonderlich an den Orten üblich / wo es sonstwcnigWein-Wachs hat/ damit man gleiä)wol einer so edlenFrucht/alsdieTrauben/nichtgantzberaubet sey. D>c! Grösse desGartens stehet jedem frey;das ist aber gewiß/daß der Vaum-Gatten nie kan zu groß seyn/ indem erseme Stelle reichlich verzinset / und das Obst / wo et-wan nahe Städce sind / oder ein Schiff-reiches Was-ser annachbart/ wel zu verkaussen; auch/ ob schon dißnicht wäre / kan man dochdas Obst zu Hause ausdör-ren/ Geträncke/ Essig und Brandtwein daraus ma-chen/ ihm gute Freunde damitverpflichten/ und die an-dereKo^l im Hause dabey erspahren ; Her! ci- 8err-5sagt/ wann man das Obst unters Brod bächt / daß da-durch der Rade-n / Tobgersten und anderer UnkräuterSchädlichkeit verbessert/ aufs wenigst das Getrayd er-sparet werde.
Also auch dieMösse desKuchen-Gartens/muß nachAnwährung der Früchte und Gewächse / und nachdemeine gwsseStadt und guterWochen-Marck nahe od«rweit ist / erweitert oder vermindert seyn; wcil einfruchtbarer Garten/ nach der alten Ausspruch /Succiöia, und das gantze Jahr über eine Quelle ist /daraus man Geld schöpffen und gemessen kan / sonder-
lich/