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Th. 1 (1716)
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522
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Das Wasser/so im Frühling aus den geschnittenenNeben treusst/wann man vier Untzen davon trincket/ istes gut für den Stein in den Nieren und in der Bla-sen ; wann dis Wasser ein voller Mensch trincket/schadet ihm der Wein nicht; in die Augen und Ohrengetraufft/gibt es beeden / im Sehen und Hören / eineHülff.

Wann man die Laug aus dem Reb-Aschen / mitHolunder -OeloderRosen-Oel wol abreibet und um-rühret/ bis es weiß wird/wie eine Milch/ ein Tuch dar-innen netzet/wieder austrucket und etwas trocknet/her-nach aufleget/ ist es sehr gut / die Entzündungen zu lö-schen.

Mit der Laug aus Reben-Aschen sich in der Wochenzweymal gezwagen/machen sie die Haar schön und langwachsen.

DasRebeN-Wasser hat auch die Eigenschaft zusaubern / es heilet und vertreibet die Zittermähle / dieFlechten und den Grind; doch soll man den Ort vormit Salpeter reiben/und hernach das Wasser anstrei-chen ; dis thut auch die Laug von dem aus Reb-Aschengebrannten Aschen.

I's, ,crs>Tmoiitanu5 sagt: Wann manHaselwurtz insolche Laugen thut/und das Haupt damit waschet/ be-nimmt eo die Flüsse desselbigen.

Die Gummi/so sich am Weinstock anlegt / wannmans mit Wein einnimmt/zerbricht es den Stein undtreibt ihn aus.

Die Körnlein aus den Trauben gedorrt / klein zer-stoßen/ und über den Magen mit saurem Wein oderWegricht - Wasser gelegt / sind dienlich wider dasWürgen und Brechen des Magens ; diese Wein-beer -Körnlein in Sacklein gethan/ die in den Ofenröh-ren gewärmet/ und des Nachts unter die Füsse gelegt/warmen nicht allein/sondern verhindern auch / daß denPodagramischen die gesaltzenen Flüsse nicht so streng

^ Die alten Römer haben / nach Varroms Gczexg-nuß/ ihre Schafe nach der Schur mit Wein genetzt/und geglaubt / es solle eine lindere Wolle darnachwachsen.

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Der Wein mit Theriae getruncken/ widerstehet demGisst; damit hat ein ^c6icu» zu Venedig/ L-nccj-Qus?rwism,des Hertzvgen von Roan Gesinde / als sie von

De6 Lldelichen Lands und Feld-Lcl>ens

schädlichen Schwammen gegessen/und sich sehrüöeldaraus befunden/wieder zurecht gebracht.

Der Wein dienet auch wider das vpium, Sc-iz.l?um luriolum , M-is>clraA»ram, (.'icutam, d^uccn,Vomicsm- wider der Vippern Biß/ Wider die Spa-nische Mucken/der Krotten-Gtsst/ k contr-, mvilu«^ran?Z5um k PKa!gnZiorum; auch hilfst er Wider dasHertzklopssen/wann man Theriac / starcken Wein/darinnen ein wenig Sassran zerrieben / ausss Hertz^legt. j

Frische Wunden heilen mit Wein und Zucker baldzusammen/oder mit Wein und Johannis-Oel / oder/in Ermangelung dessen/nur mit Baum-Oel.

Vin Kru«i6,wiees die Franhosen nennen / wird mitZucker/Zimmet und andern Gewürtz bey dem Feuasied-heiß gemacht / von einem Geschirr in das anderegegossen/und indem er starck dünstet/mit einemWachs,Lischt angezündet / und also brennend hin und wiedergegossen/bis er verlischet / hernach so warm getrun-cken/als mans erleiden kan; und jagt voü Sächsinseiner kmpcio^rapkiü soi .Z57. daß / als er ^NNVI649.zu Brüssel an der coiici,und die durch das starckeRci-sen auf der Post verursachte Ohnmachten/ kranckgele-gen/habe ihm dieser Vin ürusle bald eine gewünschteHülffe ertheilet.

Wer mehr vom Weinstock/ und allem/was davonkommt/ gemacht und gebraucht wird / wissen und er,fahren will/ der lese erstgemeldten Herrn v. PhilippJacobs Sachsens ,O. 1'öbcrnr-

montimi »crbarium , und andere dergleichen guteKrauter-Bücher/da wird er genug/und nach Verlan,gen finden.

Ich hatte zwar auch etwan allhier von der Loncen-tl-Ztion des Weins/deren (Zisubcruz in seinen Schrit-ten gedencket / einige Anregung thun sollen / wie mannemlichzehen Eymer Wein per Oittilianoncmauf ei,nen < onccntriren / also von hundert Eymern zehen Ey,mer Wein machen/solchen (zu Erspahrung der Maurhund Fuhrlohns/von neuntzig Eymern) über Land/wo,hin man will/ bringen / und daselbst / mir Zusatz desfrischen Wassers/ wieder hundert Eymer Wein/(diegleich so gut/als die vorigen hundert Eymer gewesen/seyn sollen ) daraus zurichten könne; weil es mich aberbedunckt/ es bestehe mehr in der ? Kooria, als in der?rsxi. habe ich solches unterlassen wollen.

Von der Trunckenheit/ wie sie zu verhüten.

iixAs Laster der Trunckenheit ist in unsern Lan-dern so durchgehend gemein / daß auch Wei-ber und Kinder davon Zeugnuß geben kön-nen/ und was bey berühmten und tapssern Nationenvor diesem schmählich gehalten worden/ jctzo vor einEhr und Lob gepriesen wird/ so aber desto höher zu be-klagen/ weil nit allein die gute Ver«unsst dardurch ver-soffen/der Berussverhindert/die Gesundheit versckertzt/sondern auch das Leben selbst verkürtzet/ und derSeelenE eeliakeit in Gefahr und ewiges Verderben muthwil-lig gestürtzet /deswegen auch denen Trunckenbolden ei-ne schwere und unmögliche Verantwortung anwach-

sen wird. Wir wollen die daraus entspringende Un,glück und Schäden allhier nicht weitläusstig berührenweil es von Geistlich-und Weltlichen überflüssig gesche-hen/ und mehr Verdruß als Nutzen daraus zu erwar,ten wäre. ^ j

Es scheinet zwar bey denen / so am Hof oder inKriegs-oder andern Aemtern leben/Mer nothwendigseyn/daß sie einen starcken Trunck imfall der Noth/er-tragen und ausdauren mögen/ daher etliche zu gewis-sen Künsten Zuflucht genommen / als Kohl / bittereMandel und dergleichen/ vorher gegessen / damit dievomdem Wein aufsteigen de Dünste niedergedrückt /

das l