Vtcrdten Buchö Erster Theil/ Wem-Gatten.
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tzm verkaufst wird/so bezchlt der Weinstein die Hes-sen/der Brandwein und Pot-Aschen das Feuer / undhat man die zwey ausgepreßte Eymer Wein umsonst/welche manl)ernach(wie folgen wird) zu EM machenkan.
In dem Rheinischen/ Fränckischen und Oesterrei-chischen ist so viel/ daß gerne aus einem Eymer funfftzigodermehr Pfund Weinstein kommen können; ist schondie Hessen theuer/so ist auch Essig / Brandtwein und
Weinstein nicht wolseil/also/daß man zu wol feil- undtheurer Zeit gleichen Genuß davon haben kan.
Daselbst sie von dieser grossen Nutz-Niessung nochmehr Exempel/ auch wie das saure Wasser/so vondem Weinstein überbleibt / zu Nutzen kan gebrachtwerden.
Die Weinhessm zu den Wurtzen des Wemstvcksgegossen/sollen denselben sehr fruchtbar machen/ wie^l.
/Vntonius Aimsra,ii, ^niro^laZico-^ieclico l'om. l.
ii^7. p. kli. bezeuget.
Wie CM aus den Wencheffen zu machen.
M vorigen Capitel ist vermeldt / daß / wann. ^man fünssEymer Weinheffen kaufst/ man bey-W^lausstig zwey Eymer Wem oder Most / und soviel dickes Lager zum Brandtwein davon haben mö-ge; aus diesem Most nun können sie / wie in Nieder-land und Franckreich derGebrauch ist/folgenderGesralteinen Wein-Essig machen/und das Dicke den Hutern/so sie zum Filtzkochen nehmen/ verkauften.
Den Essig aber macht man also: Die Essigmachersetzen eineNeyhe nach der andem so viel grosse und kleineFässer /(wie eii ,ub-rus meldet) aufein Gerüst/ohnge-fchr eines Schuhes hocb von der Erden/ also/ daß manein Geschirr/denEssig davon zu zapssen/wann es nöthigist/darunter setzen kan/und thun den obern Boden ausdem Faß/machen in der Mitten des Fasses einCreutz/und legen einenAoden daraufmit vielen Löchern / aufsolchen schütten sieWein-Treber/davon derWein aus-gepresst ist/bis oben auf/voll an/legen den obernBoden/den sie aus dem Faß genommen/oder einen andern/alsodaß nicht zu viel Lufst darzu komme/ wieder darauf/ undlaßens also an einem warmen Ort stehen/ so werden dieTrebe» von sich selbst warm.
Wann sie ohngefehr einen/ zwey oder drey Tage ge-standen haben/ und wann man eine Hand hinein ste-cket/ und empfindet/ daß dieselben warm genug sind/ soschüttet man den von den Wein-Hessen ausgepresstenWein oder Most darauf/ daß er über die Treber ge-hel/ und solche wohl bedecket/ und legt den Boden ge-Hebe wieder darauf/läßet es also lang stehen / bis daßeinander Faß/welches gegen über stehet/und gleicher-maßen/wie das erste/mit Trebern angefüllet seyn solle/
genugsam warm worden/ alsdann zapffct man denMost von dem ersten Faß/ ( nachdem er auf den war-men Trebern zwey oder drey Tage gestanden hat) nie-der ab / und schüttet denselben aufdas andere frischeFaß/und lässet solche auch so lang darauf stehen/ bis dieTreber im ersten Faß sich wieder erwarmen/dann gies-set man den Most wieder hinein.
Solches Auf« und Abgießen nun von einem Faßin das andere/muß so offt und viel gethan werden/ bisder Essig sauer genug worden / welches ohngefehr invierzehen Tagen / oder drey Wochen / nachdem dieLusst warm ist / geschehen kan; darnach zapfst mansolchen rein von den Trebern/ füllt ihn in ein Faß / undlegt es hin / ist ein sauer und beständiger Essig; dar,nach giesset man wieder andern solchen Most auf daseine Faß/ lasset solches so lang darauf/ bis das andereFaß mit den Trebern wieder warm worden/ dann gies-set man den Most wieder hinüber/ und proccäirt alsomit Auf-und Abgießen des Weins von einem Faß indas andere solang/ bis er zu Eßig worden ist / wel-chen man auch also ablässet / in ein Faß füllet / undhinlegt.
Also kan man/ den gantzen Sommer durch / einegrosse Quantität Eßig machen/sonderlich / wann mander mirTrebern gefüllten Fässer viel hat gegeneinanderstehen; wolte man aber im Winter Essig machen/mü-ste es in einem Zimmer/ darein man einheitzen kan / ge-schehen/so kan man Sommer und Winter gute Eßighaben/ und dis ist die Weise / wie in Franckreich undHolland der Essig gemacht wird/damit sich viel nahren und reich werden.
Achneyen von den Wein-Reben und Wein.
Swäreunbillich / weilindenkünsstigenBü-
ne Beysekuna
chern/der geringsten Kräuter/ ohne Beysetzungihrer Wirckung/ Krassc und Eigenschafft / nichtgedacht wird/ daß allein der Reben / und was davonkommt/und was sie vermögen/solte vergessen werden.
Der Sasst von den Blättern und Zweiglein getrun-cken/ dienet wider die rothe Ruhr und dasBlutfpeyen;die rothe nunmehr zum Abfallen geneigte Blätter zuPulver gemacht/und ein O.uintlein davon mit Kütten-Latwergen eingenommen/hat gleiche Wirckung.
I. Th»etl.
Von dem Wem-Laub sollen die Kühe gute Milchgeben.
Aus den zarten Blättern im Mayo wird ein Was-ser distillirt/welches den Schwangern/ die nach einerSpeise gelüstet/und solche nicht haben können / nütz-lich gegeben wird/ daß es der Frucht nicht Schadenbringe. ^ ^
Das Pulver von den Reben in die Nasen gethan/oder getruncken/ soll trefflich seyn wieder das Nasen-Bluten.
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Das