Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
520
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52O V eöAdellchenLa;

len/ und jolchendaraufrcÄiKciren und lautern/ und/obschon so gar viel nicht von den trockenen Hessenkommt / so gibt es gleichwol so viel / daß alle Unko-sten bezahlen kan; wann dann aller Brandtwein Über-gängen/ und nur ungeschmackeS Wasser folget/so zie-he das Feuer unter dem Kessel Herfür / und mache denKränen/ welcher an dem Kessel ist/ und für dem Ofenausgehet/ auf/ laß (wie oben gesagt) die Hessen mitdem Wasser durch eine Rinne in emen grossen Sack/der in der Presse liegt/ laussen/ strick den Sack obenmit einem starcken Band wol zu. Die Presse aber mußgut seyn/ welche mir einem langen Balcken/ daran Ge-wicht hanget / getrieben wird / und aufs wenigste s.oder 6. Eymer zugleich in Säcken eingelegt werdenkönnen. Presse nun also warm das Nasseaus dem Di-cken/dasNasse gieß also warin in ein besonderFaß/undlaß es dann erkalten/so coaZulirt sich der Wein-Stein/und hängt sich rings-herum an das Faß/ und ein Theildavon fällt zu Boden/ in Gestalt eines Landes/ dasübrige/ was in dem Sack geblieben ist/ lege auf denHaus-Boden in die warmeLusst unter dasDach/ bißes trocken worden/lind verbrenne es hernach unter demKessel/ neben dem Holtz/ es brennet zugleich mit demHoltz/ und gibt eine sehr scharsse Aschen / welche manPot-Aschen nennet / und von den Tuch-Farbern ge-braucht wird.

Wann du nun einen Kessel voll ausgebrannt hast/kanst du alsdann den leeren Kessel wieder mit Wasserund dick Hessen füllen/ den Brandtwein wieder davondistilliren/ und also/wie mit den ersten/verfahren. Essoll aber das warme Weinstein -Wasser / welches ausder Presse laussr/ nicht zu demersten / sondern in ein be-sonders Faß gethan weröen/also/daß man zu einem jed-wedem Kessel voll Weinstein-Wasser / ein besonderFaß haben soll.

Den folgenden Tag kan man das Wasser von demersten Faß/ welches allbereit kalt worden/ und seinenWein-Stein fallen lassen/abzapssewund/an statt einesandern Wassers / welches man sonst nehmen müste/wann diesesnicht wäre/ mit den trockenen Hefen in denKessel thun/und also damit p> occcA-en/wie mit dem er-sten den vorigen Tag geschehen/ und zu dein andernBrand das Wasser nehmen / aus dem andern Faß/ dader andere Brand den vorigen Tag ist eingegossen wor-den / und zu dem dritten Brand das Wasser aus demdritten Faß/und also forjan/sowird kein Wein Steinverlohren/ sondern allzeit derjenige / welcher in demWasser geblieben / und sich nicht coaZuiirt/ zu andernkommen/und also zu Nutz gebracht werden.

Siheaberwolzu/ daß du erstlich unter dem Kesseldas Feuer nicht zu groß machest/ damit die Hessen nichtanbrennen/ den Brandtwein stinckend machen / undden Kessel verderben / derentwegen man den Kessel un-ten an den Hoden mit einerSpeck Schwarten schmie-ren soll / ehe man die Hessen mit dem Wasser hineinthue/ und den Brandtwein davon distillire/ so brennetes so leichtlich nicht an.Willt du aber den Wein-Steinlautern/ und grosse und klare Stücke daraus machen/dieweil er dergestalt theuer kan verkcmfft werden / sonimm deinen Brenn-Kessel/ oder einen grössern/ wanndu ihn haben kanst/ fülle ihn/ biß auf eine Spannenahend / voll mit reinem Wasser an/ und mache ihnkochend.

d?und Feld-Lebens

Wann ernun wol gekocht/ so thue von dem klemmWein-Stein / welcher aus dem ausgepreßten saurenWasser gefallen ist/immer einen The,l nach dem andernin das siedendeWasser/und laß solchen darinn auflösen/loi viren oder schmeltzen; so er darinnen zergangen ist/welches man / wann man mit einem Holtz den Bodenaufrühret/ leichtlich gewahr wird/ thue mehr hinein/ solang und viel/ biß das Wasser nicht mehr davon anneh-men oder schmeltzen kan / welches also wahrzunehmen/schöpsse einekupsserne oder zinnerne Schaale voll ausdem Kessel/ und setze es hin/ wachset alsobald ein Häut-lein oder crc m o -- von Wein - Stein darauf/ so hat dasWasser Wein-Stein genug / wo nicht / so thuenoch-mehr hinein/ und laß es darinnen loiviren/ so lang/ bißes in einem Schalelein die vorige Probe von sich gjbr;denSchaum davon kan man allzeit abschöpffen/und un-ter die5-cc».der verbrennt/und darausdlePot-Aschengemacht wird/mengen.

Wann nun der Sud die rechteProb halt/so laß den-selben durch den Gran/aufeiner kupssernen Rinnen/ inein rein Faß laussen/ und darinnen erkalten/ sobeMsich der Wein-Stein / im kalt werden/ aus dem Was-ser/und hanget-sich/ als grosse Crystallen rings-heruman das Faß/ wann nun das Wasser ganh kalt worden/so zapfte es ab / und gebrauche es wieder zu dergleichenArbeit.

Lässest du aber den Wein-Stein darinnen hangen/so thue wieder kleinen Wein-Stein hinein/den du lau-tern/willr/und laß solchen im Sud auch darein lausten/und zu dem ersten Wein-Stein anwachsen/ so wird erdesto dicker / grösser/ ansehnlicher und verkaufflicher.Diese Alben kanst du so osst wiederholen/ und denWein-Stein so dick machen/als du selber willr.

Wann er dann groß genug worden ist/ so gieß dieübrigen Sude/ die du noch thun willt/ in ein anderFaß / und laß dieses Faß / darinnen der Wein-Steinangewachsen ist / von sich selbertrocken werden / undschlage mit einen höltzernen Hammer auswendig hartdaran/ so fallt der Wein-Stein in grossen Stückendavon / welchen du ausnehmen und verkaussen kanst/magst hernach in dasselbe Faß wieder die Sude giessen/und darinnen anwachsen lassen/ünd also immerein Faßnach dem andern zu dieser Arbeit gebrauchen/so lang dukanst.

Und die Probe dieser Nutzung beweißt (Zisuberu»,also sagend: Ich kausse 5. Eymer Hessen / jeden für ei-nen halben Thalergerechnet/machendie 5 Eymer dritt-halbe Thaler / und presse 2. Eymer Most daraus/ undbleiben z.Eymer dicke Hessen in den Säcken/ und gehetein Eymer mit Verschütten und Anhangen an denenGeschirren verlohren/ welches doch nicht seyn kan/ daßein Fünsstheil davon sollte verschwinden / die 2. Ep-mer Wein mache ich zu Essig/ (davon im folgendenCapitul Meldung geschehen wird) und die 2. Eymermit dickenHessen koche ich nntWasser/ziehe denBrand-wein davon / und presse den Wein-Stein heraus/ undgeben die2. Eymerohngefehr WN40. biß ioo. PfundWein-^tein/ nachdem die Hessen von sauren oder Aus-sen Wein kommt/dann allzeit saureWeinemehrWein-Stein geben/ als dic-zeitigen und süssen; und wann diezwey Eymer dicke Hessen nur 45. Psund Wein-Steingeben sollten/ und das Pfund Weinstein um einen Ba«

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