Vierdten Buchs Erster Tdetj/Wetn Garten.
auch im abnehmenden Monden die siarcken Wein ab.lassen.
Im April/und nach Georgi/soll man alleWein visi-ren /und die stärckesten von den schwachen und geringendurch die Numero» ausscheiden/damit diese in dieLeut-gebhauser und zu Speise-Wein / jene aber zu spätern,Gebrauch/für Gaste und gute Freunde/oder zum Ver-kauften behalten werden;auch soll man/wann derWeinblühet/ absonderlich auf die Wein Acht haben / und ih-nen mit Wischen und Füllen fleisslg warten.
Am ^jv,/unio und suiio,wann die gröste Hitz ist/soll man sonderlich aus die Wein ein wachendes Augehaben; die in diesen z. Monaten die Färb nicht ändern/finddauerhafftig.
Jmjnmo soll man die Keller-Thüren zuhalten/ unddieFenster vor der grossenHitz mirfrifchenWaasen/dieman bißweilen benetzet/verwahren; man kan auch woldie gegenNorden liegendeFenster manchmal zuNachlsoffen lassen/ aber nicht lang.
Zu Anfang des )u>i, iwann der Waitz in der Gülbist / kan man Bischel Waitzen-Aehren aufheben la ssenzum Bund-Wein / auch soll man jetzt die Keller-Oeff-nungwohl bewahren/damit der Blitz mit seinemWet-tcr-Leuchten nicht eindringen und dem Wein schadenmöge.
Am ä uZutto soll man den Preß Zeuge/was abgehtoder tadelhafftig ist/schaffen und ausbessern; in diesemMonat / wann die Weinbeer anfangen weich zu wer-den/ bestellt man auch Wein-Hüter; Jcem/kanmanjetzund an schattichten Orten/oder auch Hecken/ die we-nig Sonne haben / die Adres-Beer sammlen und ein-machen.
Im September soll man die Keller aussaubern/ dtöGanler/tmd alles was zum Leesen gehörig ist'vorberei-ten/ Wein-Pressen zurichten/ Fässer abbinden und zu-richten;jetztzu Endedieses Monats kan man Wembeeraufhangen/ die man aufbehslten will/ faulen nicht sobald/ als wann sie überzeitig sind. Die Wein/ die imHerbst / wann der Ost-Wind wehet/ im Vollmondabgezogen sind / bleiben nicht gern / daher sich davorzu hüten.
JmOctober ist die rechteZeit zu leesen/die Möste woleinzubringen / Krauter-Wein und allerley süsse Weinzu machen/ man kan auch die Körnlein aus den Wein,Trebern vor das Mayer Geflügel ausr<äutern lassen/und die Treber vor das Vieh und zum Brandtwein-Brennen aufheben/und Glauren ansetzen: dieWeM-Möste/wan sie in denenBodingen muß man nicht offenstehen lassen/sie verlieren sonst die beste Krafft; die Faß/die gefüllt sind/ soll man bald in die Keller bringen.
Im November kan man die neuen Wein ablassenimabnehmenden Monden / auch die alten mag man umMartini überlassen/ und mit einem Rühr Scheid um-rühren im wachsenden Monden / so werden sie nichtleicht zähe. Jetzt kan man die Keller-Bücher nach denNumeri aufsetzen lassen.
Im December soll man Taufeln und Reiffe zu denFassen in Vorralh machen; die Keller verwahret manvor Kälte; auch mag man jetzt die schwachen Wein imabnehmenden Monden ablassen/ tläme Lorca. Dasübrige / was zu thun / ist in diesem 5i^üat zur Gnügenvermeldet/ und sonderlich im andern Buch in dem Mo-nat-Register/was in dety Hause zu thun/ hm-und wie-der zu finden.
Wie man aus den Vein-Hessen einen guten Wein Stein in grosser
Menge cxtrakiren solle.
ß ist eine Invsnti on des berühmten (Hymlcioh. Rudolph Glaubers / in seiner Beschrei-bung vonWeMhessen/so seinerkkarmocopossSpaK^rics- beygefügt/und än. l 658-zuFranck-fmt amMayn gedruckt worden/darinnen er lehret/daßman aus den Weinheffens ?ccib»z nachdem derBrandtwein herab gedistillirl ist/ einen guten Wein-Stein ziehen/und also solchen zu Nutzen bringen könne/das/ sonderlich in denWein-Ländern / keine geringeWirthschafft zu achten/welches ich aufdas kürtzeste hiervorstellen will.
DerTrauben-Safft/ spricht er/ führet vor allenandern VeZclatziiien / das allerweiffeste Saltz bey sich/so aber nicht gesehen noch gespühret wird / es seydann/daß es sich selber erwarme und f--rmentire/in wel-chem äQu die Natur eine Scheidung machet/ und be-halt das reinere nasse Theil allein soviel Saltz bey sich/als es ein lieblicher Wein zu werden/ vonnothen hat;das übrige gröbere Saltz wirfft er von sich / das sichdann/so wol ringst-herum um das Faß/als in das trübeGeläger/ anhänget/ und damit zu Bodensincket/ soWeinheffen genannt wird/ d>ß ist nun nicht lauter un-nützes Wesen / sondern steckt viel gutes Wein- Steins
darinnen verborgen / welcher / wann er herausgezogenwird/ mehr gelten kan / als das Hessen zuvor gekostethat.
Erstlich / wann der Wein vom Lager abgezogen ist/thut man desselben Lägers oder Hessen / so viel in einenBrenn-Kessel/ mir so viel Wassers/ als zu Auflösungund Soivirungdes Wein-StemS/ der darinnen liegt/ snöthig ist/ macht Feuer darunter/ und rühret allzeit mit seinem Rühr-Holtz die Hessen ausden Boden des Kes-sels um/daß es nicht anbrenne/so lange/biß der Zeug imKessel so warm worden/daß du die Hand nicht wohl andem Nühr'Scheld halten kanst / und derspinlus an-! fängt mitzugehen/dann ist es Zeit/das Rühr-Holtz her-! aus zu thun / und den Helm oder Hut auf den Kessel zu! setzen / und also das Distillirenanzufangen/ gleichwiebräuchig/ solang/ biß kein 8piritu» oder Brandtweinmehr übergehet. ^
Vorhero aber accommoclire ein kekri^cratoriumoder Schlange in ein Faß mit kaltem Wasser daran/und fange an zu distilliren / wie man sonst den Brandt-wein ausbrennet / so geht ein guter 5pi l! i us über / wel-chen man in einem Faß versammlen soll/ biß man des-selben so viel hat / daß man den Kessel damit kan anfül-
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