Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
513
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Vterdten Buchs Erster Theil/Wem-Garten.

ab/ und verfahr mit beeden wie oben gedacht;also kaustdu so viel EM machen als du wilt. Durch fleißigesNach füllen wird er erhalten/daß er nicht verdirbt/ undstäts bey feiner Güte bleibe/dann / wird er nicht ge-füllt/ fo hat er nichts zuarbeiten/ hat er aber nichts zuarbeiten/ so arbeitet er in sich selbst/ und sieht endlichgar ab.

Nimm Gersten-oder Nocken-Brod / weils neuba-cken ist/ dör:s all einem warmen Ort / und pulvers /nimm eiu wenig gepulverten Hopsten darunter/ machsmit einem guten Essig zu einem Taig/ darnach nimmMeisterwurtz / Bibenell/ Bertram / Ingwer/ Para-dis-Körner/ langen Pfeffer ans ein halbes Loth/ alles^pulvert darunter gethan / Zeltel gemacht/und wie-der aebachen/ und in den Essig gelegt.

JtemnimlnRocken-Sauertaig/ gestoßenen Wein-stein und Pfeffer/ auch Hömg durcheinander gemischt/und in einem Ofen zu Brod gebacken / in ein Essig-Faß gethan/so wird er gut.

Item nimm vier Maas Wassers / ein Quintel Hö-mg/ und ein Maas Wein/ seudeswol/ thue es meinWein / so wirds bald zu Eßig. Gedönte Meer-Rettich - Wurtz gepulvert in den Essig gethan/ machtihn baldscharff.

Item kanman Sauertaig in einemBack-O fen/nachGedünckeu/wolbacken/undiu einen warmenWein le-

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gen/ und den Spund wvl vermachen/so Hat man gutenEssig zum Haus-Gebrauch.

Denckwürdlgjst/ was üorelllzz und panzrslus Mihren Obscrvationidus schreiben/ daß in dem EssigWürmlein gefunden werden/ undje schärfferder Essigist / je mehr solche zarte Schlangenförmige Wurmlei»siehet man.ivelchealsobald sterben/wann man Theriacunter den Essig thut.

O. Joh. Joachim Becher in semer PKyücZ Äde-I--rznessol. 42c». schreibet: ^ccti conssrvctliom nikiimao>scottäucit,^u^m utlcntö occ!u<Zstur, sccslori exponstur, prorsus non movc^tur, sutconturbetur, motus enim kcrmcntationcm Zmpe^it,Kc multis impoillbilc elt scetum facere,tuoliu8 cum co procecjunt. p. ?viicovvslcv «lc»A^riZ paZ. I I2. schreibt / der Wein-Esslggejnerenie/ wann es schon das kälteste Wetter ist.

Der Eisig muß absonderlich/ und in keinem Kellergehalten werden/worinnen Wein oder Bier liegt/dannihr Geschmack wird dardurch verderbt. 6turmius i»kcZuiK Occon. 726. lehret einen Wgaus den Kör-nern der Weinbeere alsomachen: Nimm Wemkömernachdem die Traubm gepresst worden / reibe sie mitWein - Essig/ laß sie trocken werden / und dis thue et-lichmal/darnach behaltediese pr^parirtc Kömer/ undwann du bald Essig haben wilt/ so leg diese Körner MWein oder Bier / so wird Essig daraus.

Rosen-und anderegute EW.

^An nimmt frisibe Leib - färbe Rosen-Blatter /U legt sie in grosse engl)älsichte Glaser / so viel in^ jedes/daß z. Viertel davon voll werden/ver-macht sie wol / und setzt siez, oder 4.Tag an dieheiße Sonnen/ oder so lang bis die Rosen angefangenein wenig welck zu werden/ und daß sie etwas Feuchtig-keit undAnzeigung von sich geben/als ob sie faulen woll-ten; darnach giest man den von 2. oder z.Jahren an-gesetzten Rosen-Essig darüber/ so viel daß die Blätterbedeckt sind; nach acht Tagen giest man in jedes GlasemTrinckglas edlen und guten Wein/ und also comi.nuii l man alle 8. Tag/ bis die Glaser voll werden/ diemüssen an der Sonnen stehen bleiben/auch in den war-mesten Tagen /damit der Essig desto bester arbeiten mö-ge ;wannder Sommer vergangen/kan mandieGläservon der Sonnen weg an ein mittelmassiges temperirtesOrt bringen / das weder zu kalt noch zu warm sey/ dieGläser müssen wol vermacht und verbunden bleiben/ solang sie aber an der Tonnen stehen / müssen sie etwasLufft haben / und nur halb bedeckt seyn/ nur daß keine^Fliegen/ oder sonstwas Unsaubers hinein fallen möge/man kan den Winter durch / so vffmanwas davonbraucht/wol mit guten Wein nachfüllen/ nur daß nichtzu vielaufeinmal nachgegossen seye/ hernach darff ernicht mehr an die Sonne gestellt werden.

' Man kan auch wol/ im Fall der Noth/ aus dürrenRosen-Blattern allzeit einen E>ng ansetzen / ist abernicht so angenehm / als von den irischen; so sindauchdie Leibfarben Rosen zu diesem Essig weit lieblicher/alsalle dieandern. Die Treber von den Blattern bleiben

I. Theil. ^

immerdar im Glas/ so lang man den Essig behalte»will / auf etliche Jahr / weil sie gleichsam wie einSauertaig sind/dardurch der Essig bey seiner Sclnrf-fe bleibet/ doch kau man/ wann der Estig in seiner p-r-' teLtion ist / die Treber wol heraus/ und in die grösser»Essig-Faßlein thun/das ist ihm/ zur Erhaltung in sei-ner Güre / fast dienlich« >

Andere machenden Rosen-Wg nur also : Sienehmender Sammet-Rosen-Knöpffe/schneid m un-ten das Weisse davon/ thunsin ein Glas/ giessengu-ten Wein-Eßig darüber/daß sie wol bedeckt sind/ undlassens also em paar Monat an der heissen Sonne ste-hen; will man ihn stärcker haben / kaii man über achtoder zehen Tage andere frische Rosen darzuthun.

Dergestalt kan man auch einen Estig von Nägel-Blumen machen/wann man etliche Gewürtz-Nagelemdarunter thut/ davon ihm der Geruch verbessert wird;Item von Holunder / und andern gesunden Blumenund Krautern ; Item von Muscaten-Röslein / odertveissen Rosen; Item von Pomeranzen-und Lemo-niewBlühe / von Jaßmin und dergleichen.

Man kan auch zu diesen EMen/Birnen, Aepsselund Pfersich-Most/ ja allein frisches Wasser brauchen;wann man im Majen Regemvasser auffängt/ esaufdieRosen gießet/ und ein wenig Salh darzu thut/und die-ses ist durch etlichmal wiederholte Erfahrungen gut be-ftinden worden/ allein muß im Nachfüllen entwederweniger Waßer als ein Glas voll/ oder bisweilen einwenig guter Weinnachgegossen werden. Man kanauch zur kicckcin aus Borrago/ Ochsenzungen / Ei-

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