5!4
5>e6 Adeltchen Land - und Feld - Lebens
con/ wilden Rosen / urck dergleichen gesunden Blül)enund Kräutern/ nach Belieben/ auf obige Weise/Essigansetzen.
Den Veyel-Essig mag man also machen/ den Essigsoll tnanvorherodistillireu/ daß erklarwird/ hernachwird derblaue Veyel abgeschnitten/ auf einen Aecht-ring/ oder fünff Seidel/nimmt man drey oder vierHand-voll/ kan man aufeiumal so viel nicht haben /behält manchn zwifhen zwey zinnernen Schüsseln/ bisman jö viel/ als genug ist / zusammen bringt/ alsdannwird der Veyel in einem steinernen oder höltzernenMörser gestoßen/ der Essig in einer grossen zinnernenSchüssel auf eine Glut geseht/ "daß erwärm wird /(muß aber nicht sieden) man nimmt ihn / wann erwarmworden wieder vonderGlut/und rühret dengestossenen Veyel darein/ und deckt eine andere Zinner-ne Schüssel darüber / lässet ihn also zween Tage undzwo Nächte stehen / hernach druckt man ihn wol aus /und wann man fris! e Veyel hc-btu kan/ macht manswieder wie vorhin / wann es gleich weniger Veyel ist/als das erstemal / und wann er wieder ausgedruckt ist/giesset man ihn in ein Essig-Glas/und legt eine guteHand -voll oder zwey ungestossenen Veyel darein/dermuß aber ein wenig zwischen zweyen Pappieren abge-dönt/ doch nicht gantz dür: seyn.
Himbeer-Erdde^r-Weichsel-und dergleichen Es-sig macbt man also / daß man sie abklaubt/frischer ineinem Est ig legt/ und also an die Sonne stellt und distil-
liren lässet: Am besten aberist / wann mau diesen Es-sig zwey oder dreymal von den alten Beeren reimztund wieder frische daran legt/ und hemach gar in üaineo^aris ausbwint/ so bleibt er lang und beständig.Also kan man auch vom Pfeffer/ Nagelein/ Ingwer/Muscatnuß und dergleichen Gewürhen/ einen wotze-schmacken gesunden Essig zurichten.
Hier ist nothwendig zu beobachten^ was der-ge-lehrte Engelländische Cantzler krsnciicuZ Ss«,n,Key-hen von Verulam, Vice-Lomes zu8. älbsn.mno-vo Orzgnc» 8cicntiarum toi« ZZs. V0N den Veyelnschreibt / daß er in der Veyel-luiulion in Essig erfah-ren habe/ daß der edelste Geruch von Veyel (als dergar subtil sey).bald anfangs komme/ und bleibeerlangdarinn/ so werde das und das indische Theil
der Blumen den MenGeruch wieder verderben; drumsolle man die Veyel über eine halbe Stund nicht imEstig lassen / stracks wieder heraus thun/ und frifchcBlumen an ihre statt / aber auch nicht langer imun.ckl-en/ bis auf die sechste Abwechslung/dardurch/ ob-man schon die Blumen wegthut/ dennoch der vor-treffliche Geruch in den Essig verbleibet/der nicht ge-ringer sey / als der Geruch der Blumen an sich selb-sten; doch ist dieses auch dabey zu wissen/daß der Ge-ruchin dem Essig seine völlige Krasst vorher nicht er-zeige/ als ein gantzes Monat lang nach der inful-on .daher sich auch dahin zu gedulten/ und verbleibet also.einLantzes Jahr gut.
Trüben und übelfärbigen Wein zu läutern.
ein Fuder Wein nimm ein Halbe warmeneugemolckene Kühe-Milch, und so viel schöneUdM- Weihen-Körner / von denen die Bälge ge-than sind / nachdem sie in frischen Master geweichtund gewaschen sind / thue alles zusammen in dasFaß/ laß den Wein eine S mnd lang mit einem bircke-nen Prügel wol rühren/ füll ihn mit gutem Wein/ undverbaile ihn/laß ihn also 14. Tage ligen/ er wird schönund krafftig/dann die Milch ihm die Färb/ der Weitzden Geschmack und Gesundheit bringt.
Item 24. Eyer ein Seidel Saltz/ eine Hand-vollSemmel-Mehl oder Ummerthum ' alles untereinandermit einer Maas Milch gemischt und eingegossen.
Item ein wenig Milchraum hineingethan ; Itemdistillirtes Baldrian-Wasser in den Wein gegossen/durch einander gerührt/und ruhen lassen.
Oder nimm Kolben - Waitz / der keine Stachelnhat/die Aehren davon/so er gleich in der Gülb ist/wiezum Bund-Wein/ mach Büschel daraus / Hangs miteinem Faden in den Wein / in 14. Tagen wird er schön/lauter und starck.
Oder nimm zwey Hand - voll Fluß-Sand sthön ge-waschen/ und soviel Salh/ thus in einePfann/rührswol untereinander/ bis das Saltz zergehet/ thus meinlanges Säcklein/ und Hangs mitten in das Faß.
Oder nimm Hagenbüchen-Scheiten von grünemHoltz/ in etlichen frischen Wassern sauber und wol ab-geweicht/au fi4 .Tage laug/ bis sie die Nöthe lassen/tro-ckene sie hernach wieder / thue sie in den Wein/besser
ists / wann man sie vorher ins Faß thut/ und den Weindarauf abziehet. Diß kan man auch auf eben dieseWeise von Eychen-oder Haseln-Scheitten thun;theilsthun solches mit Espen-Ninden.
Oder nimm Hönig / röst und schäume es wol in ei-ner Pfannen/ nimm darzu ein Halb Pfund Pfersich-kern zerstossen/ seihe sie mit Hönig und Wein durch einlauter Tuch / und gieß es ins Faß; Item hang Brom-beer-Laub an einen Faden in den Wein/ so wird er inkurker Zeit schön und klar.
Oder nimm zu einem Fuder ein Pfund Mandel-kern/ zeuch ihnen die äusiere Haut ab/stosse sie wol ineinem Mörser / alsdann gieß Wasser daran / drucksaus durch ein leinen Tuch / darnach nimm ein PsundWeinstein/ dörr ihn in einem Back-Ofen / stoß ihn imMörser/ und fahe ihn durch ein hären Siebtem/ thuedie Mandel-Milch und Weinstein untereinander /rühre den Wein mit einem Rührscheid / alsdann gießdie Milch durch einen Triechter / indem man den Weinrühret/und laß ihn also ruhen.
Oder nimm Weinstein und wolgehitztes Saltz/auchschön Bronnen-Wasser/ mit ein wenig Brandwcinvermischt / in den Wein geschüttet/ und das Faß wolverspundet/ so wird der Wein lauter.
Oder nimm reinen meisten Bach-Sand/ wasche ihnrein und trocken»/und siebe ihn/ ist des Weins ein Fu-der/ so nimm dieses Sands ein klein Viertheil/hernachnimm das Weisst von 24. Eyern/ zerklopsss wol/ undgieß sie aufden Sand/thus in ein Schaaff/undlaß ei,
nen