Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
511
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Vierdtm Bllchs Erster TheU/WeluGarten.

5li

ckend /emen Trunck davon gethan/und also geheilt wor-den. . .

Die Constabelbey der , wann ein Stuck

von vielem Schiessen sehr erhitzt wird / haben kein be-währter Mittel/ es geschwind wieder abzukühlen/ alswann sie es mitEss-g waschen/ sein lem pe^msrit istkalt und trocken. Das Schluchsen oder Hötschetschenvertreibt ein Trunck Essig/ auch sein Geruch das siarckeNiesen.

Den Essig aber zu machen/nimmt man -.neue Essig-Fassel von einem halben Eymer/ oder wie man will/ dieaus altenWem Taufeln zusammen gebunden worden/die müssen vorher wol gesaubett/ und aller undienlicherGeschmack weggenommen werden; in dieser Faßlein einjedes / gießt man des besten Wein-Essigs also heiß-sie-dender 4. Maas hinein/verbailts alsobald/ und läßt dieFasset über und über waltzen / daß sich die Sauren wolin das Holtz ziehet/ das thut man 6. Stunden lang/ bißder Essig kalt worden / alsdann wird er bey^ dem Bailwieder heraus gelassen / und werden die Fasset an ihreStelle gebracht/ an einen warmen Ort/ da sie still blei-ben/da gießt man dann in jedes 8. Maas guten Essig/8.Tage hernach füllt man ein Maas Wein nach / und diefolgende 8. Tage wieder so viel/ doch/daß man vorherokoste, ob er seine rechte Sauren habe/sonst möchte manihn abstehen machen/ ist er aber sauer genug / so fährt;man also fort/ biß das Fasset halb voll sey/ wann er so-dann gut ist/ füllt man allzeit über den vierdten Tag soviel nach / nachdem man den Geschmack seiner Saurenvorher geprüft hat; wann er nun schier gefüllt ist/ magmanzurHaus-Nothdurfft davon herablassen/ ja/mankan wohl die zwey Drittel davon ablassen/ entwederein ander Fässel zum Vorrat!) wieder zu bereiten/ oderaber ihn zu verkauften / und kan ihn / wie vorgedacht/allgemählich wieder anfüllen; wann man das Essig-Faßlein gleich anfangs halb mit gutem Essig anfüllet/so wird er desto schneller zu seiner Vollkommenheit ge-langen.

Essig soll man in neuen Gesten nicht ansetzen/am be- jsten ist ein Faßlein/darinnenHaring gewesen;muß manaber neue Geschir: nehmen/ soll man vorhero HaringS-Lack etliche Tage darinnen halten / osst umrühren/ undwann sie sich wol eingezogen/wieder ausspülen.

Einen Wein/wann er anzick wird/absteht/oder ver--!derben will / kan man zu gutem Wein-Essig machen/!wann man ihn biß auf das Drittel/oder/welches besser/biß ausdie Helffte einsiedet/ und fieissg abschäumet/ einbaar Hand voll ^»altz/und etwas von gestoßenem Pfef- jser darzuthut, hernach in gute Fäßlein einfüllet/ undsie also 10. oder iz.TageanderSonnemit halb-eröff-neten Bail stehen lässet.

Wann der Wein gantz abgestanden/ gleichsam faul/und ohne Krafft wird/ so taugt er zu nichts/ alswegzu-giesien/wann er aber anzick/bitter/ oder sonst von einembösen Geschmack wird/ daß man ihnnicht trincken kan/mag wot ein guter Essig/ auch folgender Gestalt darauswerden: Nehmt 2. Faß von einer Grösse/füllet davonz.vierdteTheilmitsrischenWein-Trebernan/ ausdienie kein Wasser kommen/laßt die Trebern 4.oder s -Ta-ge also in den Fassen übereinander erhitzen/(wie sie dannvon sich selbst thun werden) gießt darnach in deren Faßeines den verdorbenenWein/biß er einen halben Tchuhhoch die Treber überschwemme/darinn nun wird er 24.

I.THetl.

^ oder z c>. Stunden gieren / wann dieses fürüber / laßtI man den Wem unten bey denZapffen wieder ab / undgiesset ihn aufdas andere noch ungebrauchte von Tre-bern/ besagtermassen gefüllte Faß/ und lasset ihn auchso lang/ wie vorhin/ verzieren / ist diß fürüber, wird erwieder abgezapfft / und aufdas erstegegossen/ und alsowechselt man so lang um/ von emem Faß zum andern/so lang / biß er aus der laimichten und dicken Färb/ eine! schöne helle und klare überkommt/hernach ziehtman ihnins rechte Essg-Faß ab/ und lässet ihn vollends zu Essigwerden. Das thut auch das Wein-Lager / wann esausgepreßt/ und also auf vorbesagte Weiß umgegossenwird wie bey Qiaukcro. in seinem Tractätlem von Be-schreibung des Wein-Hefens, zu sehen ist; auch in die-sem Buch das 61. Capitel davon meldet; darzu beför-dert glüendes Eisen/Stahl/ oder Ziegel, etlichmal hin-eingewogen/ oder, wann man brennende Nuß-Kernhinein wirfft.

I'anzrz lehretauch lol 68-wie man aus Feigen kanEssig ansetzen/wann mans in ein Faßlein thut/ Wasserdarauf schüttet und isrmenn^en lassei;bey uns aber wer-den die zeitigen Feigen in höl)ern Ehren gehalten / undalsobald auf die Tafel gebracht / oder mit bessermNutzen verkaufft. Das jedoch ist denckwürdig / was/ok.RajZt äu tiamsl cie kotlilibus lilz.z.cap. z. toi. 141.

meldet: Man soll nehmen 1. PfundZucker oder Honig/lo.PfundWassers darauf rühren/und etlicheWochenin warmer Lufft stehen lassen/ so werde ein guter Essig inkurtzer Zeit daraus werden: Vci(ajr)quoä caior aen»

psrticulasLaiiz, czui inmcllc6c läcckaroinek , cumaczuZ pcrmisceal, vel, «zuocimiki msZi; probatur, seripic aduncjct spiritu8c mtiolo , <zui rcrum ortusprvmovet. Lttquippe in dlitro Zjiiritus univciii.prse-cipuuin ngtursinltrumcntum, cun6ta ioscunclans Lc^itZ implcns.

Diß ist auch ein leichte Weise Essig zu machemNeh,met ein gutes Wein grünes Faß/und/wann der Weinnach und nach auf die Neige kommt / so siedet dieselbenvorher in einem Kessel auf einem hellen Feuer/giesset ihnhinein/und haltet das Bail eine Zeitlang offen/ so wirder desto eher sauer; wollte er aber nicht so bald zu Essigwerden/so nehmt dürre Treber/ auf die nie kein Wasierkommen / Kicher Erbsen/ Sauertaig/ unzeitige grüneFeigen/so bald sie abgebrochen/gebrannt Saltz/unzeiti,ge grüne Vrombeer/und dergleichen/ und wann ihr ein,mal einen guten sauren Essig habt/ so müßt ihr den da-bey erhalten/und dasFaß me lassen leer werden/sondernnach und nach wieder anfüllen / an einem gewissen war-men Ort still liegen lassen/und nie riegeln oder bewegenlassen / dann durch die Bewegung wird die kermcnta-tion verhindert; wann er gar zu scharffist/ kan man zu,zeiten ein wenig Regen-Wasser eingiessen: Das besteist/man brauche immerdar davon/so wird dieScharffeam besten t-m^erirt / und fülle immerzu ein wenig wie,der nach.

Diß ist auch ein Vortheil Essig anzumachemNimmGersten/mit samtdenHülsen/eineHand voll/dons/undso viel Weinstein/ item langen Pfeffer/ is. Striche!/alles gepulvert / mir gutem Brandtwein zu einem Taiggemacht / wieder so viel rocknenTaig darunter geknet-ten / und Zeltel davon gebacken / dieselben wieder in gu-ten scharssen Essig geweicht/ und abermals zum Taig/

Ttt

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