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Des Adelichen Land - und Feld - Lebens
lang liegen/ sondern wol zugedeckt verbleiben/ damit die, darum wohnenden Geister nicht unnützlich verrauchen.Man muß das in den Brenn-Keßel gegossene Läger/in-dem man die Hitz zu geben anfängt/ immerzu mit einemhöltzernenRühr-Holtz aufregen/daß es nicht anbrene/bis die eou ilitivn angehet/dann setzt man den Hutdar-i auf/ und thut seine Röhren in die jenige Rohren/ die indas mit Wasser gefüllte Faß gehet / daß sie beede wolbeysammen vermacht seyn / und setzet so dann destkcci-picnten in dieRöhren gefügt/die unten aus demFaß ab-wärts sich neiget/und vermachts wieder wol und genau/so wird der Brandwein nach und nach abtropften/bisdie Sp r tus Vini alle herüber gegangen: der erste Vor-schußist derbeste/den muß man sonderbar aufheben/mit dem letzten gehet das ?t,!eZm^,daö kan man wissen/wann man in ein Geschinlein ein wenig geust/ und mit!einemPapier oder Wachs-Licht anzündet / wann esnimmer recht blau aufbrennet/ sondern nur zischet/ sohebt man den Hut ab. Der gute Brandwein wird in ^grosse Glaser oder Fässel eingefasset/ und sehr wol ver-!bunden/ daß es nicht verrauchet.
^anara in seiner Ot cynomia clel Littaciino in Villasagettoi. 69. dafern man wissen will / daß der Brand-wein rechtwolrcäikcirlsey/ soll man ein TropffleinOel hinein giessen / wann es bald zu Boden sinckt/sosey er recht gut.
Die Uberbleibungen vondemGelager / thut manbeyseits vor die Schweine/ und legt frisches Geläger indenBrenn-Zeug/und das thue so lang etwas da ist/her-nach laß alles sauber ausputzen ; also fülle den Brenn-Zeug nur halb voll/gib ein gelindesZeuer/un laß es alsowie vorher distilliren/nur daß dieHitze nicht übertriebensey/und man mit keinem Liecht dem kiccipicntenzuna->hekomme/ dann/weil die cv^vrircndenGeister DesiBrandweins/ p-rconiinuacionem^tomorum, voneinem annähenden Liecht oder Feuer bald angestecktwerden / könnte alles darüber zu Stücken gehen ;zum Lautern braucht man nur schlechte Kohlen/ unddarffdie Hitze kaum dieHelffte sogroß seyn/ als wieman den ersten Brandwein/mit seinem ?l,ieZmstc ab-ziehet.
Etliche legen/ wann man den Brandwein zum an-dernmal abzieht und läutert zerschnittenes oder gestos-senes Gewürtz/ nach Belieben/ hinein/ als Nagelein /Pfeffer/Ingwer/ Pariskörner/ Cubeben/gesamt odersonders/ so kriegt er einen guten Geschmack und mehr, Starcke; man kan auch gleichmässig Anis / Fenchel /oder andere Species beyfügen/ den Brandwein destolieblicher zu machen.
Wann der Brandwein von guten Wein gebrenmwird/ist er ohne Zweiffel/ so wol zur Gesundheit alsArtzney tauglicher; vom guten Weinläger aber wirder stärcker / und weil solches sonst zu nichts zu gebrau-chen/ ist es auch der Haus-Wirchschafft fürtraglicher/weil der gute Wein ohne dieses seinen großen Nutzenhat/ weilwir auch hier nicht von einem Apothecker/fon-dern von einem gutem Haus - Wirth reden/ der dahintrachtet/ wie er sein Gut recht gemessen könne/ daßnichts umkomme.
Was aber die köstlichen Schlag-Zimmet-undstarckenKrafft, Wasser antrifft/muß eine sorgfälti-ge Haus-Mutter allein guten vierdigen edlen Weinzu Einbeissung der 8pcc>c» nehmen / welcher dannallein oder gemischt / alle von Feuchtigkeit und Käl-te herrührende Gebrechen mit seiner austrocknendenund erwärmenden Krafft verbessert / tomenürl dasGehirn / vermehrt und wiederbringt die blöde Ge-dächtnus / bekrässtet die Nerven und Senn-Adern /macht gutes reines Geblüt/ verhindert die Schlag-Flüsse/ fallende Suchten/Zittern der Glieder/ er-leuchte« die niedergedrückten Lebens-Geister undnatürliche Wärme / dienet den schleimichten Mä-gen. Von den compoiuis und trefflichen Krafft-Wassern will ich hier nichts gedencken/ weil davondroben im dritten Buch Meldung geschehen.
Wie aber ein Haus - Vatter aus dem Aspikemoltuo, nach gebranntem Brandwein / erstlichguten Essig machen/hernach aber aus den rci.czuiis?-ecics den Weinstein häufflg ziehen/ auch sonst an-dere Vortheil davon haben kan / besiehein seinem Bericht/ wie man aus den Wein-Häfen'guten Weinstein in grosser Menge extrakiren soll/,so seiner pkarmacopw« , Hnno I6s8-
zu Franckfurt am Mayn beygedruckt worden / wel-ches einen nicht geringen Nutzen von einer Sachen/die ohne dis wenig geachtet wird / schaffen kan / da,von besiehe in diesem Buch das 60. Capitel. DerBrandwein wird zu vielen Sachen nützlich gebraucht/davon allenthalben bey den Klcckci» zu finden, l'm-ta erzehlt / er habe zu Rom einen Fisch / den manin Brandwein gelegt hat / gesehen / daß er fünffund zw antzig Jahr so frisch geblieben ist / als ob erlebendig wäre.
Der wol-lcüitirte Brandwein wird einem zer-stoßenen und geschlagenen Glied mit einem genetz-ten Tuch überlegt / bald die Geschwulst ausziehen/ dasGeblüt zertheilen/die Entzündung vertreiben/ und d enSchmertzen lindern.
Vom
Ae nothwendig der Essig in einemHause sey /' wissen alle Haushalter/Haus-Mütter/Koch /und Köchinnen/ nicht allein zu Salaten/ Fischsieden/ Fleisch einmachen/ und dergleichen / son-dern auch zu allerhand Artzneyen/ zu Hitz-Kühlungen /bevoraus wan dielnleKic,» regiert/denUnlust zumEssenzu benehmen/und guten Appetit zu erwecken. Der Essigist gut wider alle Gisst/nach violcoriäisBericht/warmgetruncken und wieder von sich gebrochen / auch wider
NI.
Essig.
der Schlangen und gifftiger Thier Biß/ so mit einerErkältung beschädigen / warm gemacht und damit ge-bähet; und meldet pimiusiib. 2z. cap >. daß einer / derin einem Geschir: Essig getragen / von einer Natter seygestochen worden/ der habe / so lang er das Gefäß inHanden gehabt / keinen Schmertzen empfunden / alsers aber von sich ohngefehr legte/ fühlte erdenNatter-Stich/so bald er das Gefäß wieder nahm/vergieng derSchmertzen/daraus er/ des Essigs-Tugend vermer-
. Acnd/