! 5^8
Deö Adelichen Land - und Feld - Lebens
XZUX.
Sauren und anzicken Wein süß zu machen.
Jmm Weihen/ scud ihn im Wasser/ bis er auf-^ börster/laß ihn kalt werden (theils thun ihnauch warm hmem/und dieBälger davon weg)und thue ihn ins Faß/ verbail es wol/ und laß ihnaä)t Tage ruhen; Itenz nimm ein schön lenien Tuch /wasch ee aus srsschemWasser/druck dasTuch aus/legsdreyfach über das Bail / nimm hernach uus einem fri-schen Bach das Erdreich/legs aufdas Tuch/ thue es ei-nen Tag drey oder viermal/ dasTuch muß aber allzeitwieder gewaschen werden ; Ztem häng Kranabetb-Scheitten dünn gei'chnitten darein; Item nimm aussein Fuder Wein zwey Psund Steinwurtzen/em PfundUquinli», laß es/im Schatten ohne Sonne / dürrewerden / schneids zu kleinen Stücklein/ thue es in dreySäcklein/ deren jedes einen Kisselstein in sich habe/ füllesie mir diesen Wurtzen/ hänge die Säcklein also an eineSchnur/ daß eines oben/ das andere in der Mitte / unddas dritte eine Spann oberhalb des Lagers sey/ ver-streich das Bail wol mit Laitw koste den Wein össters/so bald er die Säuren verliert/ so thue die Säckleinwieder heraus/sonst bekommt er von denWurtzen einenGeschmack.
schreibet lo>. 6s. Der gesaltzene Speck ver-hindere/dch der Wein nicht zu Essig werde/ man sollihn oben aufdas Bail legen / und mit angefeuchtetemGips oder Aschen verdecken/ oder nur den Speck aneinem Faden in den Wein hencken/daß er mitten imFaß schwebe.
Item nimm ein Pfund Mandeln/ mache eine Milchdaraus/ laß einen Vierding Zucker-Candi zerstossen mder Milch aufwallen/ thus in den Wein/verbail dasFaß wol/laß den Wein acht Tage rasten.
Item nimm Farren - Saamen thue ihn in ein leine-nes Säcklein / hengs in den Wein/ fs kriegt er seinerechte Krasst wieder.
Nimm einen Bad-Schwamm/netze ihn im frischenWasser/lege ihn übers Bail/das zieht die Sauren her-aus/nimm ihn weg/druck ihn wol aus/netz ihn wider imfrischen Wasser/ und leg ihn über/ bis er/ nach ossrge-fthebenerWiederholung dieses/denAnzickgantzlich ver-lieret/man mag auch Alant« Wurtzel und eine Hand-voll SalveBlatter/vier oder fünffTag mitten ins Faßhenqen/ und nachmals wieder heraus thun.
Item nimm Hirßgries oder geroltenHirsen/ seudihn meinem Hasen / laß ihn wieder trocken werden /hengs in einem Sacklein durch den Spuud in denWein/ er soll in einer Nacht gut werden; Oder hengin ein Fuder Wein einen Becher voll Lauch, Zwiebeloder Knobioch-Saamen/ oder Ummerthum/ das istKrafft-Mehl/ und ein Pfund neues Wachs.
Item nimm ein Felbern-Holtz/und bvhre vielLöcherdarein/ doch daß die Löcher nichtgegeneinander seyen /darnach nimm ein gut TheilHönig und Zucker/eines soviel als des andern/ misch es/fülle dieLöcher damit /
und verbind das Ho'.tz mit einer saubern Fäschen/und
thue ihn bis aus die Helffte des Fasses/ daß es gradstehe/ und vermach ihn wol / daß er nicht umfall« /laß ihn also vier Tag stehen/so wird der Wein gerecht^ und gut.
Oder hang in den WeinPfersichkern/oderPsersich,Laub/oder nimm Eyer/ zerschlag sie mit Küh-warmerMilch/ wärme sie ein wenig in einem neuen Hafen/ undgieß es in den Wem.
Item nimm ein Pfund Anis zu einem Fuder / thusin ein Säcklein/ Hangs mitten in das Faß/ darnach kostden Wein ostr / so bald er gut wird/ nimmt mandas Säcklein wieder heraus.
Oder nimm gutes frisches Baum-Oel/ das nicktal t elt oder schmückt, warmo in eitler Pfannen / schneideine gantze Kutten oder einen Apssel darein / laß es beydem Feuer erwallen nimm hernach die Kutten oder denApssel heraus/und gies das Oel also heiß in denWein/so wird der Wem nicht anzick oderkannich/ kriegtauchkeine Haut/ solang er an den Zapsscn gehet.
Item nimm ein jung eychen Holtz/ schäl die Rindendavon/ und brenns zu einer Kohlen/ und wirffsalsobrennend ins Faß; Oder häng Nuß-Blatter hinein/laß eine Stund darinnen / zeuchs wieder heraus.
Oder zu einem Fuder Wein nimm einPfmsd neuesWachs / das pör wol ab/ als wollest du Kertzen ma-chen hencke dasW achs breit und lang an einen saubernweissen Faden ins Faß / verwahr den Spund wol/ laßalso drey Tag und Nacht stehen/ koste den Wein her--i nach/ hat er den Essig-Geschmack verlohren/ so nimmdas Wachs heraus/ wo nicht/so kanst du es mit fri-schen Wachs/ausdie vorige Weise/wiederholen; It.nimmPastvon Linden-Rinden/eines Arms dick/ einer^ Klaffter lang / dön ihn / und stoß ihn hernach zumSpund hinein/24. Stund lang/ mach ein Band dar-an/ daß du ihn wieder heraus ziehen mögest/ so wirdder Wein gut.
Item nimm Rosen und Rauten / und so viel Saa-men aus den Tannzapffen / und leg sie in denWein.
Oder nimm Ziegen - Milch/ thue sie warm in denWein/ und rühr ihn wol untereinander.
Man glaubt / wann zur Leesens-Zeit/ eine Schlangsich m demWeinstockverschleichet/ soll der Wein da-von anzick und sauer werden. So ein Wein will sauerwerden/so nimm desWeins aus dem Faß/ und Hönig/nach deinem Gutduncken/ seud es miteinander/ undschäume es gar wol/daß es wird wie ein Meth/thue ge-brannten Leimen oder Ziegel darein / gieß es in dasFaß/ und laß den Wein mit einem Rührscheid osst undwol rühren. K1l?ulcwsin I^ccjico sagt / wannman Lauch'Saamen (Semen pnrri) in den Weinwirfst/so verhindere er/daß derWein nicht anzick werde/ja er soll einen Ef,ig wieder zu Wein machen / 5-cl ticlc-iüt psne« ^mkorcin, prselcrtm-in ulttmä ?erio6o.
czp.