Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
507
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VierdtenBuchöErsterThetk/Wem-Garten.

Zu Heydelbetg ist ein grosses Faß im Hof-Keller gelegen/das noch ^nno «Z4j.gemacht worden/wiese,tku; csi villUZ meldet, ^-üsrus schreibt/daß zu MelckmUnter-Oesterreich im Kloster ein Faß sey/darinnensie denLolmans-Wein haben/das habe überzoo.ZahrgedauM ;And v. Sachs im ämpclotzrapkiatol.4l!5.gcdenckt/ er habe 4nno>6so. im Gasthofs-Keller zuSt?asburg/aus drey Fassen Wein gekostet/davon daserjte 1472. das andere änno 1^19. das dritteäi-no is24- cingesüllt worden.

Hnciicaz us diacurzli Italis Vinorum tli-iioliZmeldet/ daß die VillS (-rsecs cl- 8c>m->Mtt derEyerklargereinigt / und indem die wällende Dämpffedes gierenden Mostes niedergedrückt sind/ die Weinbeständiger und besser werden ; auch sagt Her: v.

^achsm ^mjzclozrapkiä 5ol. l/o,(.'orticc ovi,tsecczv ni, live mSKno Osnazzolsrum» live 8lllis vitio, invinoconzckT, c!epurantur,ii enim ovum purum pu-umins teÄum , vini (Zallici lcuk<.kcnzni(!^alkc>im.mcrzatur, poliriclis totum vsiiculiszciusis conlpcr-sumaj?parct, a6i^Trcntibu5pyü8a!i!?us cr/lt^IIisstisnullt) lapore prT^itis, gcleocjue Nc>c arlikcic» salub-rior^ evgciunt vina. ^

Wahr ist es / der Wein sey so edel und so köstlich alser immer wolle/ und wann er nicht gerne bleibt/ so gibter dem Haus-Vatter schlechten Gewinn;darum ist nö-thig/daß man wisse/ wie dem wandelbaren Wein zuhelssen / daß er beständig sey / damit er auf die Nothund fürfallende Theurung zwey/drey und noch mehrJahr daure.

Es sind zwar viel gute Wein-Gebürge/ deren Ge-wächse langwührig sind; hingegen finden sich andere/deren Wein nicht lang bleiben/sondern den Geschmack!vnd Färb in kurtzen verkehren; diesem nun muß mitj solaenden Mitteln gewartet werden.

Das erste und vornehmste ist/ allen Weinen / sieseyen schlecht oder gut/ gemein/ daß sie in guten kühlensaubern tiessen Kellern gehalten / mit Wartung/Füll-!und Wischen verpfleget / und von allem Wust und Un-geleyenheiten/ so ihnen Schaden bringen/entsetzet wer-den. Vor den Ost-Winden muß man die Keller/ sowol auch vor allzustrenget Kälte und Hihe wol ver-wahren.

Was andere Mittel anlanget/ hengen etliche/ wannder Most vergoren hat/den Saamen vonSchas-Gar-ben oder .vüii-tolio hinein/ oder giessen Oel darauff;andere nehmen ein grob leinen Tuch über den Spunddes Fasses/ legen darem schön gesiebten Linden-Bu-chen Eychen-oder auch wol von srischenTanen-Ascren/zween oder drey Finger hoch / und machen durch dieAschen mit einer Spindel drey oder vier Löcher/bis aufj das Tuch/ und legen aufden Aschen einen schonen grü-nen Wasen / und durchlöchern den Wasen gleicher-weise/den sie in drey/ vier oderfünffTagen (nachdemer lang frisch bleibet) wieder verneuern / so soll der!Wein an der Färb und Geschmackgut und unveran!dert bleiben.

! Etliche thun in den Wein / wann ^ie anfangen zugieren/ eine Schüssel voll Kmnabeth-Scbeitten/ oder,Hopffen/oder Beyfusi-Saamen/ oder Spicanard /oder gedönrte Korn-Blühe/ oder saubern Weid-oder

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Reb-Aschen/in ememSäcklein/wann cr aber aufhöret/zu gieren/ so nehmen sie es wieder heraus ; Jtcmmagman imGieren einen guten össtersabgezogencnBra«D-WeiN hinein gtesteu/ welches t>iorav-intincl

8-crcti rülionsl I. s. cap 49. für ein bewahrtes Mittelhält / ivann man in ein jedes Faß schon geläutertenWein/ einen Becher Men Brandwein gieret.

Etliche nehmen in den Most Kranabeth-HolH einerElen lang/ und lassen den Most darüber gieren.

Man sagtauch / wann man eine Reben - Wurhenaus dem Weingebürg/ darinn derWein gewachsenist/in das Faß thut/ so bleibe der Wein beständig.

Item nimm Rosen und Hopffen / einen Merding /Honig/ hitz das Honig/ stoß ein Loch Ingwer darunter/decks zu/misch auch Hop,jen nnd Rosen darunter/thusin ein Säcklein/ und hengs m den Wein.

Item nimm Benedictenwurtzen und etliche Nä-gelein/gedörretund gepulvert/und in einem SeidelBrandwein warm durch ein Säcklein in den Wemgethan.

Item nimm ein Seidel guten Brandwein / legedarein schöne auserlesene und geklaubte Weitzen-Kör-ner/ auf drey Tage/wol verdeckt/ daß kein Dampffda,von möge / und wann die Körner den Brandwein garverschluckt haben / so laß den Wein wol rühren mit ei-nem Rühr-Scheid/ darnach thue den Weihen hinein/laß ihn 14. Tag ruhen.

Item nimm Mandel-Milch/ stoß Alaun klein dar-unter / seihe es in das Faß durch einen Trachter aufeinen Tuch.'

Item daß der Wein weder Färb noch Güte verän-dere/ soll man nehmen Beyfuß-Wurtzel/ A in einemneuen Hafen mit gutem Wein sieden eineStund lang/wol zugedeckt/man giesset darzu eine halbe Maaß gutenBrandwein/ lasset alles miteinander sieden / seihet herinach alles von den Wurtzen / thuts in ein Fuder Wemoder Most/ wann er vergoren hat/fo bleibt er starck undgut zwey oder drey Jahr; man kan auch Gewürtz undandere Stücke darzu nehmen.

O^vici clc pianis Ompi schreibt/ daß nichts bessertsey/ ein Faß Wein zu erhalten / als wann man ein Loch<^chwefel-Oe! hinein giesset/das sey bester als alle Ein-schlage ; welches der Spiritus 8uipkuris gleicher Ge-stalt thut/ und den Wein wieder eine gute Farbe gibt/allermasten ich solches selbst mit nützlicher Wirckung!probirt habe.

Süsse Mandeln / sder Mehl von weissen Wicken/oder eychenen Aschen / in einem Sackte m ins Faß ge-henckt/ erhält den Wein! wann sich der Wein verkeh-ren will / soll man grob-gestostenen Pfeffer eine Hand-voll hinein werffen.

Wann ein Wein die Färb nicht gerne halt/ so nimmso viel Aechtering süsse neuaemolckeneMilch/und so vielLoth Stärcke vHerKrafft-Mehl so viel das Faß Eymerhält / rühr ihn wol unter die Milch/ laß so viel Weinaus dem Faß / so viel der Milch ist/ und gies dieses indas Faß hinein/ und rühr es mit einem langen Steckenwol/ daß es recht unter dem Wein kommet/ alsdannverbaile das Faß fest zu/ laß es acht Tage stehen/ehe dudarzu sihest.

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