Werdren Buchs L
Jcem nimm auf cinsünffViertcl-Eymeriges Faßein Loth und ein Quintel guten Einschlag/ verbrenn ihnin dem Fäßlein/ und verbat! es wo! / damit keiti Dunstdavonkomme/ hemach fülle das Faßlein mit gutemMost/ der erst von der Presse kommt/ den Trächter un-ten/ dadurch der Most rinnt/ muß man wol mit Ha-dern verstopssen/damic well der Most ins Faßlein fliest/kein Dampftmcht heraus möge; wann dasFaßleinvoll ist/ so verbaue es alsobald/legs auf den Gancer /und Ipreitze es mit einer starcken Stangen obxn an /sonst möchte das Bail heraus gestossen werden/ ver-wahr auch beede Böden wol mir starckei! Spaten/unddas Faßlein muß auch vorher starck und fest abgebun-den seyn/ also muß man den Most 12. Wochen stehenlassen/hernach nimmt man ein anders Ey meng es Faß-lein/ das auch so starck ist/gibt ihm ein halbes LothEin-schlag / lastet den Most ausvorige Art und Weise hin-ein/ verwahret und verbailt es wol/daß kein Dunst her-aus mag; diesen Wem kan man an statt eines Zuckersbrauchen.
Der Most wird süß erhalten / wann man einenHäringan einen Faden bmdet/ und also m das Faßhcngt/ oder geröstet Brod / odereinen Schaf-Kas /oder etliche Stück Bley / oder mit Wein gestoßenenSenff hinein wirfft. Der Most soll im Gieren nicht> übergehen/ wann man Poley oder Lslammrkam, inBüschel gebunden/ aufdenSpund legt/oder inwen-^ dig an dem Spund ein wenig mit Küh-Käse beschmie-ret. Damit der Donner dem Wein nicht schade/ kan^ man Eisen auf den Spund legen. In den grossenSchiffen die über Meer fahren/wird der Wem alsv ge,kühlt/ daß sie die Flaschen und Geschir:/ darinn derWein ist/zu Nachts andemMastbaumhencken / und/so bald es zu tagen anfängt/ herabnehmen/ und in vielRöck und Mantel wickeln/ und also an einem dunckelnschattichten Ort/ bis zur Nacht hinsetzen.
Wolgeschmacken Wein zu inachen: Nimm ein halb-fuderiges Faß mit Wein/weissen Ingwer und langenPfeffer/ jedes 2. Loth/Muscatnuß/Nagelein/ Calmus/jedes i. Loth/ schneids klein/ und stoß es in einem Mör,sel/ machein saubers Säcklein/ thuedieseMateri dar-ein/ bind es mit einer Schnur fest zu/ leg dis Sackleinin ein reines Glas/ gieß guten Brandwein darein/ daßer über das Sacklein gehe/verbind das Glaswol/ daßes nicht möge ausrauchen/ laß es es also drey Tag undNacht stehen/ darnach bind das Sacklein an eine langeSchnur/ hengs in das Faß/ daß es eine zwerche Handi von dem Boden sey/ heffte die Schnur oben an/daß du! sie wieder mögest heraus ziehen/ spünde das Faß fest zu/! zwey Tag und Nacht/ so gewinnet der Wein einen gu-ten Geschmack/ziehe darnach das Säcklein wieder her-aus/und trucks/daß es wol auskaufte; man kan denWein kosten/ und wann er genug riecht / mag mandas Säcklein wieder in Brandwein/ wie vorhin/legen/Kundin ein anders Faß thun/ oder wanns nicht genug /! wieder in das vorige Faß hencken.
lheil/ Wein-Garten. 505
Muscatell-Wem zu machen / nimmt man Hvlun-der-Blühe/ so viel man will/ thut die Blühe von denStangeln auf ein saubers Tuch / dörret sie in derLufft / daß sie nicht faulen oder schimmlicht werden /und beHalts bis zum Leesen ; wann nun der Mosivergorrcnhat/ so hengt man die in ein Sacklein ge-thane Blühe in ein Eymeriges oder zwey EymerigesFaßlein.
Oder man nimmt Petersilgen-Kraut oder Blätter /hcngt sie aus em oder zwey Stunden ins Faß/ undnimmt ihn wieder heraus.
Item wann der Most gut ist/ so gieß einen EymersüssenMost mein FuderWein/ sobeginneter zujie-ren/ wann sich der Most setzet/ so gieß abcrma! so vielhinein/ thue das drey oder viermal / so wird der Weingut und starck.
Zn des Herrn Heinrichen vonRanzau geschriebe-nem Haus-Buch/Hab ich diß gesunden/ wiemanWel,schen Wein bereiten solle: Nimm zu einem Faß Weindas Weisse von 25. Eyn'n/die zerschlage gar wol / daßsie dünne werden als em Wasser/ nimm alsdann achtSeidel Milch/ die geuß daran/ klopffund rühre es woldurch einander/hernach thueZimmetrinden/ Nägeleinund Ingwer kleingerieben/jedes 1. Loth darunter/ geußes durch einen Trachter ins Faß zu demSpund hinein/und rühr den Wein durch denSpund mit einemRühr-scheid/laß ihn ruhen etliche Tage/ so wird er Mundwolgeschmack.
Rothen Wein weiß zu machen: Nimm gemeinesSalh 8. Quintel / thue es in dritthalb Maas desschwach - rothen Weins; oder man schütte in einensolchen Wein Molcken / und thue Aschen/ von weissenNeben gebrannt / hinein / und laß ihn 40. Tage langligen/ so wird der Wein weiß.
Also wird der weisse Wein auch roth / wann manvon rothen Reben gebrannten Aschen hinein thut;Oderman nehme Hönig/ röste dasselbe/bis es Stein-hartwird/ stoß es zu Pulver/un werffs in den Wein/schüttedarnach diesen Wein aus einem Faßlein in das andere/ ^und misch es wol durch einander; Oder thue frische und!trockeneSauerampffer-Wurtzen in den weisjenWein/ >so wird er auch roth.
Oder nimm zu einem Eymer ein Loth gedönte rotheKorn-Blumen/ thue dieselbe in ein Seidlein Brandoweins in ein Glas/ verbind es/ daß keine Lufft darzukomme / laß es drey Tage stehen / darnach geuß es inden Wein/ so wird er roth.
Oder stosse Heidelbeer/ und mache Kugeln davon /dörre sie im Ofen wol/ die thue in den Wein/ auf einenEymer 2. Loth. Dis hab ich aus einem alten geschrie-benen Büchlein genommen/ so ich auch communici-ren wollen.
Ware etwann ein gifftigesThier in denWein gefal-len/ so wollen etliche/ man solle ein heisses Brod / oderein glühendes Eysen nehmen/ und in das Faß werffen/das soll dem Wein alles Gisst nehmen.