Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
499
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Vterdte n Buchö erst e,

denen Weidling sauberes warnies Wasser / thue denblühenden Weinstein darein/zerreib ihn fein wol/wannerkalt wird / mit den Handen/ laß ihn über Nacht imWasser stehen, aber rühr ihn offtermals um / alsdannmust du das Wasser durch ein Fließ-Papier m einenKolben gehen lassen/und solches aufheben/was aber imFließ-Papier bwbt/kan man zum Weinstein-Oel auf-behalten ; hernach nimm i. Pfund irischen Weinstein/zerstoß ihn gröbkchc/und thu ihn Löffel-voll-weise in ob-bemeldtes Wasser oder Laugen/ (dann würdest du ihnaufeinmal hinein schütten / so gieng es über) rüttel sswvhl durcheinander/und laß es eine Stund stehen/vffr aber muß es gerüttelt seyn/alsdann setze den Kol-ben auf einen warmen Aschen/und laß ihn stehen/biß ergantz still wird/und nicht mehr sauset / das kan manmercken / wann man die Ohren nahe an den Kolbenhält / alsdann filtrier oder seihe es wieder durch einFließ -Papier / und was im Papier bleibt / hebt manabermal zum Weinstein-Oel auf; hernach nimm eineeyseme inwendig wohlverzinnte Pfanne/geuß die fil-mrte Weinstein-Lauge darein/koints auf einmal nichtdarein/ so kan man das übrige im Sieden nachgiessen;es muß gesotten werden biß auf das Trockene / manmuß aber wol zusehen / daß es nicht übergehe / (wie esgern thut / sonderlich wann es anfangt dick zu werden)dann es gieng die beste Krasst weg also; so bald es an-fängt zu steigen / muß mans vom Feuer abheben / biß essich setzt / und so lang sieden / biß es trocken eingesottenwird man muß es aber im Sieden stets rühren; wannes nun trocken eingesotten/so schab das übrige mit einereysernen Spadel von der Psann/gieß distillirten Estig/aber nur den schlechtesten daran/ biß daß alles aufgelö-set und zergangen ist/ schütt alsdann / wann es zergan-gen ist/zwey oder dreymal so viel Wasser darauf/laß esaufeinem linden Feuer sansstiglich sieden/ biß auf dieHelffte/ oder meistens den dritten Theil/filtrir es wie-der durch ein Fließ-Papier/heb beedes auf/ was imPapier bleibt ist Oemor ?artsri, welcher gut ist ingrossem Durst zu gebrauchen/das andere ist kailamumlartari. gerecht und gut; scheinet er noch nicht rein ge-nug/ so laß ihn noch ein wenig in der Pfannen sieden/und filtrir ihn noch einmal; ob er genug gesotten / kanstdu erkennen/wann du einen Tropffen auf einen höltzer-nen Teller oder Tifch fallen lasset biß es trocknet/hatsoben wie eine kleine Crystallen/ so ist genug/ wo nicht/so hat er noch viel wasserige Materi in sich / und mußnoch länger gesotten werden.

Andere machen ihn auf eine solche Weise mit 8aini-tri: Sie nehmen weissen gläntzenden Weinstein I. Pf.und so viel8s!pctrze, stossens beede klein / und vermen-gen es / setzen eine eyserne Pfanne auf ein Glut-Feuer/biß sie dunckel-glimmend wird/ alsdann schütten sie im-mer einen oder zween Löffel voll des Pulvers gemachhinein/ biß es alles darinnen ist/es brennet und springetzwar etwas/man muß sich aber daran nicht kehren/son-dern mit einem Eysen umrühren / alsdann flösset mandas gebrennte Pulver eines nach dem andern in einemwarmen Mörser / biß es kalt wird / thuts sodann in einirdenes glasirtes Geschir:/ giesset sied-heisses Wasser/so aber doch nicht gesotten/ daran / daß es drey zwercheFinger darüber gehe/lasset es 18. oder 20. Stunden ste->en /giessets herab / und wieder in ein anders / daraufWt mans wieder so lang stehen/seihet es ab/ und gies-

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sct wieder ein anders Wasser darauf/ lasset cs wiederso lang stehen / und dlß so vfft/biß das Wasser nichtmehr satzig ist/hernach giesset man das Wasser in ei-nen glasirten Kolben / schüttet Aschen in einen Kessel-setzt den Helm hinein/vermacht ihn wol mtt denAschen/daß er nichtzerspringe/setztdenKesselaufeincGlut/läs-set das Wasser gantz gemach sieden / alsdann schüttetman noch ein Pfund klein geflossenen und gefälltenWeinstein darein/ allzeit einen Löffel voll nach dem an-dern/und rührt es mit einem höltzernen Stäblein / daßes nicht überlauffe; wann es sich zur Ruhe gibt / undnicht mehr aufsteiget / muß mans heraus an einen küh-len Ort setzen / doch nicht in Keller / sondern Winters-Zeit in der Stuben / aber nicht bey dem Ofen/ hernachseihet ma>ls durch Fließ-Papier so offt/ diß sich gantzkein Unrath mehr an den Boden setzet/ dann kan mansan einem temperirten Ort aufbehalten / es ist gerechtund gut/sonderlich dem Miltz und Leber/auch sürSandund Gries? promovcr kjenltrua, des Morgens 40.oder Tropffen aufs meiste gebraucht / im warmenWein; wer diesen Balsen lang behalten will/ mag ihn!ein wenig sieden / so bleibt er länger.

Denpräparirten Weinstein zu machen: nimm schö-nen Weinstein/der nicht verbrannt ist/so viel Pfund duwilt/wasche ihn aus etlichenWassern sauber aus/so oft/biß das Wasser schön liecht wird/darnach stoß ihn zim-lich klein/ thu ihn in eine grosse kupfferne Schüssel oderKessel/doch daß es verzinnet sey/gieß warmWasserdar-an/ laß ihn eine Stund sieden / darnach seihe ihn durchein wollen Tuch in einen saubern Hafen / setz solches inein kaltes Wasser/ rühr es um biß es kalt wird / was inder Schüssel oder im Kessel bleibt / kanst du sehen/obder Weinstein noch etwas weisses hat/und hat er nochetwas weisses / kanst du ihn noch einmal sieden/ wannaber das Wasser im Hafen ist kühl worden / so hör mitdem Rühren auf/ laß es sich setzen / wann es sich gesetzthat / so seihe das Wasser gemach herab/damit nichtsvom Weinstein wegkomme / gieß darnach wieder fri-sches Wasser daran / rühr den Weinstein deMm Bo-den ist/wohl durcheinander laß ihn wieder setzen/wanner sich gesetzt hat/ und dasWasser schön liecht ist/so seihees gemach herab / wasche ihn also zu dreyen malen/undseihe das Wasser allzeit wieder ab/wann du das gethanhast/ so geuß darnach warmes Wasser daran/ und thuihn wieder in den mit warmen Wasser gefüllten Kessel/rühr den Weinstein imKessel wieder auf/ laß ihn etlichemal herüber sieden/ wann du siehest/daß der Weinsteinzergangen ist / so seihe ihn von Sud her/wieder durchein wollen Tuch / das thu so lang / biß der Weinsteingantz weiß wird/ darssst ihn aber / wann er vom Sudin den Hasen gestiegen ist / nicht mehr rühren / nur daserste mal muß man ihn rühren / aber wann er kalt ist/must du ihn aus drey frischen Wassern waschen / aberallzeit wieder setzen lassen / und wann er weiß wordenist/ so thu den Weinstein in irdene Schüssel/laß esauf einen Ofen / oder an der Sonnen trocken werden/thu ihn hernach in ein wohlvermachtes Glas/und be-halt ihn an einen warmen Ort.

Die Reliquien des Weinsteins von dem stsilamo'l'srtsri .kan man in einem Hafners-Ofen wol brennenund csiciniren/ stossen und in Schweins-Blattermthun/ solche wohl verbinden/und in einem feuchten Kel-ler aufhencken / und eine gläserne Schalen untersetzen/ '

Rrr in so wird