Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
498
Einzelbild herunterladen
 

! 498

Des Adclichen Land - und Feld - Lebens

^ Büge abgetheilte Röhren habe / davon das obere Ortin die Pippen / das andere aber ins Faß gehe / so manbeiderseits mit einem saubern Tuch vermachen kan/da-mit keine Lufft darzu kommen möge/ auch müssen saube-re Schaff von HoltzoderKupfferi/Füllkanden mit ei-nem weiten Mundloch / und was man etwa sonst zumGebrauch vonnöthen hat / alles in Vorbereitschafftstehen.

»

Etliche machens also / so auch gar gut ist: Sie neh-men Schwefel/so viel sie wollen/ und den dritten Theilso vielWaid-oder Felber-Aschen / thun den Schwefelin ein neues Hafelein / lassen ihn zergehen /nehmen dengepulverten Waid-Aschen/und thun ihn unter den zer-lassenen Schwefel / nehmen dann ein neues rupffenesTuch / ziehens in dem Schwefel und Waid-Aschenvm / weil alles warm ist / daß es wohl anklebe / habenin Vorbereitschafft ein Pulver aus Holunder-Blühe/das säen sie auf das noch feuchte Tuch / das kan manaufbehalten / so lang man will; in ein halben Dreylingschneiden sie vom Tuch drey gute Finger breit / und einwenig langer/ zündens an mit einem Wachslicht/ wieman sönsten mit den Einschlägen umgeht/ und lassensvorher / an einem Tradel angemacht / ins Faß/verbai-len es / biß es verbronnen/ thun das Trädel wieder her-aus / und verschlagen den Spund alsobald / daß keinDampffheraus komme/ lassens über Nacht stehen/des andern Tages lassen sie durch oben-bemeldtes In-strument den Wem ab.

Theils füllen auf die letzt ein Maß frisches Bron-nen-Wasser darzu; ist das Faß kleiner/ so muß desEinschlags auch weniger seyn / davon wir drunten imBericht vom Einschlag eigentlicher und weitläufftigerhandeln wollen.

Wann Man Benedicten-Wurtzen und etliche Na-gelein gepulvert m einem halben Seidel guten Brand-wein legt/ und also in den Wein thut/ so wird der abge-zogene Wein schön/ lauter klar und gut.

Ich hab für allen Einschlägen am besten und nutz-lichsten besunden/daßman aufeinendrey oder vierEy-mer eine ziemliche Muscatnuß/ auf grössere Band abernach Beduncken zwo oder mehr/an Trade angemacht/anzündet/und durch den Spunt im Faß verbrennenläßt/ welches nicht allein weit gesund er als alle andereEinschläge / sondern es macht auch den Wein bey be-ständiger Färb und Güte biß auf den letzten Tropffenverharren.

Oder man nimmt eine Hand voll Salß auf eine ey-serneSchauffel/ über ein Kohl-Feuer / lässt es daraufbraun werden / thuts in das Faß / und geust / nach Be-dungen / Brandwein darauf/ netzet hernach ein Tüch-lein in Brandwein/ zündet es an/ und läßt es durch dasBail in das Faß / so wird davon der Brandwein / dcnman in das Faß gegosscn / auch angezrndet/ diß gibt ei-nen Rauch / der dem Faß und dem Wein sehr gut ist/daß er gut und beständig verbleibet.

Die Wein / so kein gutes Geläger haben / soll manabziehen ; wann man ein langes hohles Rohr in einFaß steckt / und mit dem Finger oderDaum das obereLock am Rohr zuhält / und also wieder heraus nimmt/so findet man unten im Rohr etwas vom Gelager/ solang es wohl riecht/hat es keine Gefahr mit demWein/hätte es aber einen üblen Geruch / dann ist nicht Zeitlang zu warten/ sondern bald abzuziehen/ auszuspeisen/vorzulegen oder zu verkauffen / könnte aber deren keinesseyn/ wäre am besten / ihn auf ein frisches Gelager ab-zuziehen ; etliche thun Reben-Aschen vorher in die Faß/darein sie den Wein ablassen wollen.

xi..

Voin Weinstein.

Er Weinstein ist das dickste und irdische Theil^ des Weins / der aus Erhärtung dessen in den^ ^ Fässern sich anlegenden Gelägers entspringet/und wie der Wein zu des Menschen Gesundheit dien-lich/also auch dieser in der ck^mis zu hohen/treffli-chen / und dem Menschen wohlgedeylichen anstandigenMitteln gebraucht und gerühmet wird, in clctcrzen-«jocompar nan ksbct, sagt Larcjanus cle Lubtilitatc

lüb. 7. darum er auch zu Säuberung und Reinigungder menschlichen Haut / von aussen und inwendig / zuvielen Zuständen nützlich / von denen ^cclicis verord-net wird; wie dann der cremor Sl klnrcz lartsriund das praparirte Weinstein-Pulver denMagen vonvielerley Feuchtigkeiten zu befreyen sehr gelobt ist.

Isnara sagt toi. 6z. daß man den Weinstein stos-sen / sauber auswaschen und hernach sieden solle / undwann er den subtilen Schaum übersich wirfst/ soll mandenselben abschöpffen/und lassen dürr werden/so sey es

der Lremor 'I'artari. öorcllu« Lenr. 4. Oblcrv. 61.keliiviilimo spcHaculo conspcxit in ttolsatiü spuclOuccm ?riäer icum, in ejus I^aboratorko , cx l'artz.rv procluÄ-iZ uva« , variX^uc mg^nitu^ini, bkitros.

non perezrino sliquo kcrmcnto, keci itlo iplo, quocierat cx l^rtaro, czuoci cjcinccps multoties, cum ju-cuncliKimo lucccllu slibi tentatum , wie O. Sachs inseiner Lammaroiozia bezeuget; zu Kranaweth-Möstenwird er darum genommen / nicht allein weil er vim ai,.ttcrßcncii Kc purikcancil, sondern auch/ weil er eine lieb-liche Säuren in sich hält/und wieconkipationcs Ven-tlicuii eröffnen kan.

Den ö^ilsmum I'grtsri, weil er von den meistenLeuten hoch gehalten / und zu allerley / der innerlichenGlieder Gebresten gebraucht wird / will ich / wie manihn pflegt;u prapariren/ kürtzlich hieher setzen; kx, zweyPfund des besten und schönesten sauber ausgeklaubtenWeinsteins/bind ihn in einem Fließ-Papier mit Spa-get/ wie eine Kugel/fest übereinander/ leg ihn in ein Ge-schir: kaltes Wassers/ alsdann nimm ihn wieder her-aus /und leg ihn in frische glühende Kohlen/daß er da-mit wohl bedeckt sey / und laß ihn so lang in der grossenGlut liegen / bißergantz aufhöret zu rauchen/und jicbgantz schwach färbet; man muß auch diese Wemstein-Kugel in der Glut umkehren / und wieder mit Glut be-decken ; ist er nun gnug gebrennt/ so nimm in einen ir-denen