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Th. 1 (1716)
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497
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Vierdten Buche Erster Theil / Wein - Garten.

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vor solchem wol sicher; diß stelle ich zu des Lesers Gut-achten / Habs in einem alten Keller-Buch Munden/und ungemeldet nicht lassen wollen.

. Was den Wem-'Verkaufs anbelangt/ kan einiHaus-Vatter die Rechnung anstellen/nachdem seineWein lang liegen können oder nicht; was nickt lanableibt/ (wie in etlichen Weingebürgen zu geschehenpflegt) muß man bald und offt um schlechten Wehrthinweg bringen / und bey dergleichen Gewachsen istwehr Schaden als Gewinn. Was aber Gebürqe vonguter edler Gattung sind / die kan man wol zurück hal-ten /und soll sie nicht liederlich voneinander geben/bißetwas miteinander möge verhandelt / und also seinHaupt -Gut verbessert / oder wann erfckmldig/ ein cm-te Posta miteinander abgeführet/und also seine Ausaa-b-n emngert werden. Und wiewol keine Zeit zum Ver-kauftzu ci-timren / so ist doch diß gewiß / daß kein quterHauswirt!) stine Wein stracks nach dem Leesen wea-gibt/ um weil sie damals am wolseilesten / und er nocknicht wissen mag / was künftiges Jahr brinqen werde/so er aber nach Ostern und Pfingsten besser kan vorse-hen /zudem sagt man / ein guter Haushalter soll eineVcxungim Wein-Garten/ eine im Keller/und die

dritte im Beutel haben.

Die sonst Wein verkauften wollen/ geben demKauffer gern vorher von gewürtzten Sachen/Lebzel-ten/ welsche Nüß oder Kaß zumessen/davon der saure

Wein nicht so merKich ist. Der Kauffer aber/wann

er recht kaussen wili/soll iiüchtern seyn / und des Abendsvorher nichts scharffes starck-riechendes gegessen/oderzu viel getruncken haben / sein Mund soll rein ausgewa-schen seyn. Wer Wein will verkauften / laß chn kostenwann gutes Wetter ist; wer aber kauften will / thu esbey grobem unstetem Wetter/ so wird er des WeinsFärb und Eigenschafft desto besser erkennen. Nikii st-

llakit citius cxternos vclores» czu^m Vinum, Kc mkil suom qualitatem citius coräi 6c parlibu« nobilioridus communicst, czuam vinum kaustum.

Wofern nun ein trockner sehr kalter Winter / dieMa^en-Frösie oder Schauer-Wetter in Weingebür-ge schaden gethan / mag er wol den Zeiger inne hal-ten/und seinen Kälec nicht allzuviel emblosen/ damiter nicht hernach Abgang und Mangel leiden / lind selb-sten alsdann wieder um doppeltes Geld einkauftenmüsse.

Zum Beschluß / sagt Her: äe 8erres , soll ein jederHaus-Vatter von seiner Weingebürgen einkommen-den Mosten und Weinen / ein gewiss's Theil davonjährlich wieder zu ihrer Verbesserung und Aufnahmanlegen / und dafürhalten/alswaren dieselben Weinnicht zu seinem / sondern zu der Wein-Garten Nutzengewachsen / also wird er seine Wein-Garten rechtbauen / und wieder trefflichen Nutzen von ihnen zuge-warten h^ben/ weil fast keine Ausgab in der Wirth-schafft besser angewendet ist / als die zu diesem Ende ge-braucht wird.

ErWeinwird zweyerley Ursachen halben abge-zogen : Erstlich / wegen zufälliger Mangel/ diemeistens von den unzeitigen / zu sehr gesaultenoder gestörten Weinbeeren herkommen / deßwegen derWein übelriechend wird / oder wegen seiner groben! rauhen Art/ so durch die Ablassung zu dampften/ und siewerden dardurch linder. Er wird aber am besten ab-! gezogen / damit er sich bald läutere/nn Januario/Feb-ruario und Martio/ wiederum im Octoher/ Novem-ber und December / wann der Mond alt ist / im letztenViertel / und wann er geht im Krebs / Scorpion öderim Schützen/zu anderer Zeit soll es schädlich seyn; dochhat sich ein Haus-Vatter nicht so genau auf die con-ticiiationcs zu binden / wann es nur nicht beym heissemWetter geschiehet; diß ist der vornehmsten Oblcrvs-tionen eine/die man in diesen Stücken haben kan. Dieschwachen Wein soll man im Winter/und die starckenim Auswärts ablassen; wann man schwache Wein aufstärkeres Geläger abläftt / so werden sie kräfftiger;thutmans bey zunehmenden Monden/wannderOst-Wind wähet / so ändert sich der Wein gern/besser ists/kante Z,)rez 5c kavonio, im Frühling/ sonderlich die

starcken Wein.

Der Wein ist abzulassen bey Hellem klaren Wetter/wann es Wind - still ist / nicht aber wann der Sud-Wind gehet / im Nord-Wind ist es besser / theils ver-meiden / wann man den Wein im vollen Mond ab-lasse/so werde er zu Ssiig; Her: von Ranzau sagt: DerWein sey abzulassen / wann der Mond unter der Er-den/und nicht oben der Erden ist/doch soll es geschehen/iTTßell. '

Lx?. XXXIX.

Wie der Wein abzulassen.

wann der Mond mit der Sonnen vereiniget ist/ werdas nicht in acht nimmt / leidet leichtlich Schaden.

Wann man ablassen will / schwanckt man das Faßvorher wohl mit frischen Wasser aus / darnach nimmtman Zimmetrinden/ Nagelein / langen Pfeffer / Zu-cker/ jedes 1. Loth/Enzian einen Vierding / und ein we-nig Schwefel/alles in einem Mörsel zerstossen/in einSacklein gethan/und in dem abgelassenen Wein ge-henckt/ drey Wochen verbailt; Oder man nimmt einPfund Zucker-Candi/ zwey Loth Zimmetrinden / eineMaß Brandwein / und ein wenig Weinstein / contun-cjcncla tunclantur, thue es untereinander/und darzu vondem abgelassenen Wein 10. Maß/man lassets in einemKrug miteinander sieden / fchüttets in den abgelassenenWein / und verbaute wie oben/ so bleibt der Wein eingantzes Jahr beständig.

Wann man aber den Wein samt dem Lager aufge-rühret ablassen will/ so nimmt man auf ein Fuder von24. Eyern das Weisse/klopfft es wohl ab/darnach nimtman ein Mäfel Saltz/ und ein wenig schön Weitzen-Mehl / und so viel lauters Sandes / lasset den trübenWein aus dem Faß darzu ab/rührts wohl untereinan-der / und geust den Wein zu dreyen malen in das Faß/und rührt zu jedenmal/wievorher/mit einemRuhrscheidwohl ab/ und lasst ihn ruhen/ so wird er bald lauter. Zudiesem muß man vorher alles in guter Vorbereitschaffthalten/ daß die Faß sauber /nicht schmackend/ wohl ab-gebenden seyen; Item ist im 'Ablassen zu verhüten/ soviel möglich/ daß der Wein nicht verrauche / daher ambesten/ wamnnan blechene eckichte in drey Beuche oder

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